Vielleicht nützt es jenen C6-Käufern, die, vom Komfort überwältigt, sofort einschlafen. Das soll nun nicht heißen, dass der C6 aufgrund seines Charakters nichts für engagierte Fahrer wäre. Nicht nur die verblüffende Handlichkeit schafft Fahrvergnügen, sondern auch das Zusammenspiel von Motor und Sechsgang-Automatik.
Der Testwagen hat den 2,7 Liter großen, von zwei Ladern gemästeten Diesel-Direkteinspritzer, 204 PS stark und 440 Nm kräftig. Bis auf leichte Vibrationen um 2000 Touren verhält sich der Diesel kultiviert und angemessen dynamisch (knapp unter zehn Sekunden auf Tempo 100), aber nicht besonders sparsam (Testverbrauch 10,5 Liter pro 100 Kilometer). Wie üblich lässt sich die Automatik auch in einer Sportstellung betreiben oder manuell durchschalten, ganz nach Gusto.
Doch der Sinn einer Automatik ist ja das Automatische, und so fühlt man sich in Komfort-Stellung D am besten aufgehoben. Motor und Getriebe passen also zum Reisecharakter, der eine sportliche Gangart mit hohem Kurventempo freilich nicht ausschließt. Im Grenzbereich neigt der C6 nur zu maßvollem Untersteuern, der Einsatz des elektronischen Stabilitätsprogramms geschieht spät, vielleicht sogar etwas zu spät. Leichte Lastwechselreaktionen können vorkommen, ohne dramatische Folgen. Die Bremsen zeigen bei starker Belastung allerdings ein Nachlassen der Wirkung.
Es ist ein Haar in einer gut schmeckenden Suppe. Mit diesem Auto ist, ganz ohne Retro-Design, der moderne Nachfolger des legendären DS entstanden. Das war nicht einfach, nicht einmal für Citroën. Chapeau.
Citroën C6 V6 HDi FAP
Citroën C6 V6 HDi FAP: C si bon
Autor: Klaus Westrup

