Mit seiner leichtgängigen, exakten und homogen ansprechenden Lenkung trifft der Fronttriebler jede gewünschte Linie. Feines Agieren aus der Mittellage heraus nimmt zudem haarscharfen Korrekturen in engen Autobahnbaustellen den Schrecken. Dabei muss der 1,6-Liter-Benziner mit einer konventionellen hydraulischen Servolenkung auskommen, die elektrohydraulisch unterstützte Variante bleibt dem Zweiliter-Benziner sowie den Dieselmodellen vorbehalten. Sei’s drum, der Focus stürzt sich bei Bedarf mit Elan in die Kurve, schnappt sich die Ideallinie und hält sie unbeirrt fest. Erst beim ganz späten Tritt auf die sehr gut dosierbare und standfeste Bremse und gleichzeitigem Einlenken blitzt fronttrieblertypisches Untersteuern auf. Normalerweise bleibt er neutral, wirkt dank seinem bei Lastwechseln leicht eindrehenden Heck sogar ausgesprochen kurvenwillig. Damit lädt der Ford förmlich zum Spielen ein, saugt sich auf Wunsch selbst bei hohem Tempo am inneren Rand durch Kurven. In ungewollten Schrecksituationen zahlt sich das serienmäßige ESP aus. Feiner, fast unmerklicher Eingriff der Elektronik hält den Ford sicher auf Kurs. In freier Wildbahn ebenso wie im auto motor und sport-Fahrdynamik-Parcours, wo er die guten Werte seines Vorgängers toppt. Selbst bei voller Zuladung (475 Kilogramm) flitzt der Focus unbeeindruckt um die Pylonen. Dabei erkaufen die Ingenieure präzises Fahrverhalten und moderate Karosseriebewegung nicht durch plombenschüttelnde Härte. Im Gegenteil, der Focus absorbiert – unterstützt von der komfortorientierten Serienbereifung 195/65 R 15 – pockennarbige Straßenoberflächen genauso beflissen wie lange Wellen. Einzig kurze, harte Hindernisse wie etwa Kanaldeckel oder Querfugen kommen speziell bei langsamer Fahrt unzensiert bei den Passagieren an. Dazu stellt sich ein vernehmliches Poltern ein, was auf nachlässige akustische Entkopplung des Fahrwerks schließen lässt.


