Das Tempo bleibt bürgerlich, dem allgemeinen Fluss angepasst, keine Vollgas fordernden Überholvorgänge. Frühes Hochschalten ist angesagt. Eine Schaltanzeige, die dem Fahrer Hilfestellung geben könnte, fehlt. Der rote Pfeil, den forsche Piloten bisweilen im Display wahrnehmen, verkündet lediglich, dass der Motor seine Höchstdrehzahl erreicht hat. Was bei einem Diesel wenig Sinn macht, zumal ein Drehzahlmesser vorhanden ist. Die gemütliche Fahrt durch den Schwarzwald ergibt 6,1 Liter auf 100 Kilometer. Über die gesamte Testdistanz erreicht der Focus 6,4 Liter auf 100 Kilometer. Er präsentiert sich damit als sparsames Auto, das aber wie üblich zeigt, dass die Normverbrauchswerte mit Vorsicht genossen werden sollten. Die im Prospekt verkündeten 4,3 Liter sind, wie auch der auto motor und sport-Minimalverbrauch zeigt (4,5 Liter), nur unter Ausnahmebedingungen erreichbar. Was die Antriebseinheit des Focus nicht in ein schlechtes Licht rückt. Sie überzeugt durch gute Leistungsentfaltung und durch das sehr leicht und exakt schaltbare Getriebe. Der Ford ist, wie ja auch schon seine Vorgänger, ein Auto, das beim Fahren Spaß macht. Das liegt vor allem am Fahrwerk. Es ist straff abgestimmt, ohne den Komfort zu vernachlässigen. Die Leichtlaufreifen verursachen zwar auf rauen Oberflächen ein deutlich hörbares Abrollgeräusch, aber die Federung schluckt Bodenwellen aller Art so bereitwillig, dass auch von den meist benachteiligten Fondpassagieren keine Klagen kommen. Bequeme Sitze und eine unauffällig und wirksam arbeitende Klimaautomatik (405 Euro) tun ein Übriges, um ein angenehmes Ambiente zu schaffen. Das neu gestaltete Armaturenbrett bleibt ein gefundenes Fressen für die Vereinigung der Hartplastik-Gegner, aber weder an der Funktionalität noch an der sichtbaren Verarbeitungsqualität gibt es etwas auszusetzen. Ergonomisch ist alles in Ordnung, auch die Bedienung des Navigationssystems. Der Testwagen besitzt die einfachere der beiden angebotenen Versionen, die zusammen mit MP3-fähigem CD-Radio ein 810- Euro-Paket darstellt. Minuspunkte: Außerhalb Deutschlands sind nur Hauptverbindungsstraßen erfasst, und der Bildschirm ist zu klein, um eine brauchbare Kartendarstellung zu erlauben.


