Nun kann man nur noch schwer lenken und kommt schlecht um knappe Biegungen, aber dafür geht es erst dann nicht mehr weiter, wenn gar kein Rad mehr Grip findet. Was bei einem geübten Fahrer nicht vorkommen sollte, zumal das Entkoppeln des Vorderachs-Stabilisators (siehe Spotlight) dafür sorgt, dass der Wrangler sich dem Gelände anpasst wie eine Eidechse. Im schweren Geläuf präsentiert sich der Rubicon als einer der weltbesten Krabbler. Nur das G-Modell von Mercedes und der Land Rover Defender sind von ähnlich kompromisslosem Charakter. Wer im Auto das Bewusstsein genießen möchte, dass ihn kaum etwas aufhalten kann, liegt hier richtig. Er wird aber auch wissen, dass ausgefeilte Offroadtechnik und verbindliche Straßenmanieren sich diametral gegenüberstehen. Die Starrachsen, die der Jeep ebenso wie seine erwähnten Brüder im Geiste mit sich herumträgt, sorgen mit ihren Verschränkungstalenten dafür, dass die Räder am Boden bleiben. Aber weil sie schwer sind und zu den ungefederten Massen gehören, sind sie Gift für den Komfort. Der Rubicon lässt gegenüber seinem Vorgänger hier zwar Verbesserung erkennen, aber er bleibt den Nickschwingungen auf der Autobahn ebenso treu wie den Katapultstößen auf Bodenwellen. Seine starre Vorderachse fördert auch nicht den stabilen Geradeauslauf. Und wendig ist der Jeep, weil er kurz ist – aber sein Handling in Kurven beschränkt sich darauf, dass er dahin fährt, wohin man lenkt. Das lässt sich dem Urgestein noch nachsehen. Nicht aber seine viel zu schwachen Bremsen. Schon mit kalter Bremse benötigt er 45 Meter bis zum Stillstand, nach der zehnten Vollbremsung sind es sogar 58 Meter. Da muss nachgebessert werden. Der Wrangler Rubicon besitzt ein Automatikgetriebe. Gut fürs Gelände, weil es die Handhabung erleichtert: keine Akrobatik mit der Kupplung, kein versehentliches Abwürgen des Motors. Solange das Getriebe im schweren Einsatz nur den ersten und den Rückwärtsgang braucht, gibt es nichts auszusetzen. Auf der Straße ist das anders.


