Lexus LS 430: Lexus LS 430: Angenehme Ruhe

Sanft schaltet die Automatik hoch und herunter, wobei allein plötzliche Kick­down-Kommandos beim Überholen zu einem leichten Rucken führen. Erfreulich ist auch, dass die respektablen Drehzahlreserven des neu konstruierten Achtzylinders bis in den Bereich von 6000/min ak­tiviert werden – dann sogar mit einem leicht schnarrenden, ein wenig vorwurfsvoll klingenden Laufgeräusch. Die intelligente Elektronik macht manuelle Eingriffe am Wählhebel zur ­reinen Spielerei, Fahrstufe D reicht immer aus, um diesem „Refugium der Ruhe“ (Lexus-Pressetext) notfalls die nötige Dynamik zu verleihen.

Ganz nebenbei liefert die Lexus-Motor-Getriebe-Einheit auch eine Antwort auf die Frage nach der richtigen Zylinderzahl in der Oberklasse. Wenn die Techniker ihre Sache gut gemacht haben und der Hubraum nicht zu gigantisch gewählt wurde, lautet die Antwort: acht.

Sanft und doch energisch schiebt der in Relation zum Wagenformat nicht zu üppige V8 den Luxusliner über die ­Autobahn, man fühlt sich wohlhabend am Steuer mit seinen Walnuss­holz-Segmenten, die fein durch die Handballen flutschen, und man realisiert auch, dass gerade ein Lexus mit wahren Werten glän­zen muss. Sein Statuswert liegt zweifellos unter dem der Konkurrenz mit den klingenderen und etablierteren Namen.

200 km/h sind im Handumdrehen ereicht. 77 dB(A) zeigt das Phonmessgerät, man könnte sich noch mühelos unterhalten. Längst haben Abrollgeräusche den nun etwas angestrengter klingenden V8 übertönt, aber auch jenseits der mecha­nischen Töne sind die Resultate eindrucksvoll. Windgeräusche fehlen fast völlig – ganz offensichtlich mit ein Ergebnis der im cW-Wert mit vorbildlichen 0,25 Einheiten operierenden Karosse und ih­res glatten Unterbodens. Bei 250 km/h wird standesgemäß abgeregelt, das Zurückgehen auf 180 wird als ein Schritt ins Reich der Stille empfunden. 14,5 Liter pro 100 Kilometer genehmigt sich der Achtzylinder im Mittel – ein akzeptabler Wert angesichts seiner Masse und der Seilwinden-Beschleunigung.

Nur knapp zwei Zentner fehlen auf der Waage, um die zwei Tonnen Leergewicht voll zu machen. In der Länge misst der Lexus mit fünf Metern genausoviel wie der Vorgänger. Fünfeinhalb Zentimeter mehr Höhe und 7,5 Zentimeter mehr Radstand sorgen für bessere Raumverhältnisse, wobei der schön glattflächige Kofferraum mit 552 Liter Volumen nun wahres Oberklasse-Format hat. Allein die optische Kontur des neuen Lexus schafft einen gewissen Respekt, mit einem wuchtigen, an die alte Mercedes S-Klasse erinnernden Heck und einer theatralisch anmutenden Front, die sogar einer Staatskarosse erhabene Auftritte verschafft.

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