In gerade mal 4,7 (M3: 4,9) Sekunden werden dir die Arme von null auf 100 km/h gezogen, nach weiteren 10,9 Sekunden fällt die 200er-Marke, und wenn die Elektronik nicht bei Tempo 250 einen Riegel vorschöbe, wären sogar 300 drin. In der Sport-Stellung zoomt die serienmäßige Automatik mit um 30 Prozent verkürzten Schaltzeiten blitzschnell durch die sieben Fahrstufen, unterstützt jeden Beschleunigungswunsch durch spontanes Zurückschalten mit wolllüstigen Zwischengas-Einlagen.
Wer trotzdem Herr der Dinge bleiben oder auf kurvigen Pisten konzentriert schnell fahren möchte, kann per Drucktaste den manuellen Modus aktivieren und über Lenkradpaddel eingreifen. Nur freie Autobahnen lassen sich damit nicht herbeizaubern. Also dort lieber das Comfort-Programm einlegen, die jederzeit abrufbaren Kraftreserven in der Hinterhand halten und die Wandlerautomatik unauffällig und weich ihren Job machen lassen.
Bei Autobahntempo spielt sogar die Federung ganz manierlich mit. Sie ist naturgemäß ziemlich straff und absorbiert Bodenwellen vor allem bei Langsamfahrt hart und trocken, versetzt den Aufbau aber nicht in lästige Vertikalbewegungen. Da auch Wind- und Abrollgeräusche gut gedämmt sind, bleibt zumindest ein Rest des mercedestypischen Reisekomforts erhalten.
Hut ab vor der AMG-Truppe, zumal beim C 63 Sportlichkeit ganz oben im Lastenheft stand. Um dem BMW M3 in puncto Handling endlich Paroli zu bieten, waren selbst tiefe Eingriffe in Fahrwerk und Elektronik nicht tabu. Die Maßnahmen reichen von der völlig neu entwickelten, deutlich steiferen Dreilenker- Vorderachse mit 35 Millimeter größerer Spurweite über eine stark modifizierte Hinterachse bis hin zur eigenständigen ESP-Abstimmung mit drei Stufen, die per Drucktaste im Cockpit aktiviert werden.
Zwischen der feinfühligen, aber konservativen Basis-Auslegung und der kompletten Abschaltung für abgesperrte Pisten bietet der Sport-Modus einen straßentauglichen Kompromiss, mit dem sich das dynamische Talent des C 63 optimal ausnutzen lässt.


