Da fällt kaum ins Gewicht, dass er die etwas optimistischen Werksangaben in der Beschleunigung von null auf 100 km/h um zwei Sekunden deutlich verfehlt und in der Elastizität hinter einem gleich starken VW Fox ebenfalls um zwei Sekunden zurückbleibt. Mit diesem Triebwerk, das erst im oberen Drehzahlbereich laut wird, kann man gut leben, auch in Kombination mit dem leicht schaltbaren Fünfganggetriebe.
Dabei zieht der Twingo selbst bei hoher Geschwindigkeit gelassen seine Bahn, produziert nur wenig Windgeräusche und läuft für ein Auto seiner Klasse stoisch geradeaus. Dazu passt die elektrische Servolenkung, die im Stadtbetrieb fast zu leichtgängig ist, bei höheren Tempi aber angenehm straff und stoßfrei arbeitet.
Auch der Komfort erfüllt die Erwartungen: Der Twingo federt weder hölzern noch unangenehm straff. Folgen Fahrbahnverwerfungen oder Querfugen aber schnell hintereinander, kommt der Zweitürer mit seinem kurzen Radstand an seine Grenzen und wird stößig. Durch kurvenreiche Strecken kämpft sich der kleine Fronttriebler mit gutmütigem Untersteuern, ohne dabei unhandlich zu wirken.
In den Fahrversuchen kann der Twingo, für den es erst ab Sommer 2008 das elektronische Stabilitätsprogramm ESP gibt, indes nicht völlig überzeugen: Bei extremen Lastwechseln drängt er mit dem Heck nach außen und erfordert vom Fahrer eine kundige Hand. Sicher: Man muss es auf öffentlichen Straßen schon sehr weit treiben, um ihn in diesen hoch angesiedelten Grenzbereich zu bringen.
Doch ein Auto, das sich mit attraktiven Grundpreisen besonders an junge, unerfahrene Fahrer wendet, darf sich solche Schwächen nicht erlauben. Zumal es ja gerade die Marke Renault war, die ihre gesamte Werbekampagne auf das Thema Sicherheit abgestimmt hat. Und dazu zählt eben nicht nur das Crashverhalten, sondern auch die Sicherheitsausstattung.


