Dieser Golf federt holziger über Frostaufbrüche und rollt lauter ab als die normale TDI-Verwandtschaft. Insgesamt ist der Federungskomfort dabei immer noch absolut langstreckentauglich. Beim Laufgeräusch des Pumpedüse- Diesels muss man schon eher Abstriche machen. Denn der Vierzylinder nagelt und brummt erheblich und bleibt akustisch immer präsent. Auch bei Vollgas wird sein Geräusch als fernes Wummern zwischen den Windgeräuschen wahrgenommen. Im nächsten Golf ab Ende 2008 wird dieser Motor, nicht zuletzt wegen seiner rustikalen Lebensäußerungen, durch einen 1,6-Liter-TDI mit Common- Rail-Einspritzung abgelöst. Um das Drehzahlniveau und damit das Geräusch zu senken, hätte VW den Blue Motion-Golf auch mit Sechsganggetriebe ausstatten können, mit dem sich der normale TDI ordern lässt. Die Sechsgangbox gibt es jedoch nicht, denn dann wäre der Preis noch mal um 350 Euro gestiegen, ohne dass sich beim ECE-Verbrauch etwas zum Besseren geändert hätte. Auf der Prüfstandsrolle kommt ein langer sechster Gang nämlich nicht mehr zum Tragen, der europäische Normzyklus wird mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 120 km/h ermittelt. Zu langsam für den sechsten Gang, aber ausreichend schnell für eine nicht ganz so lang übersetzte fünfte Stufe. Keine Frage, die neue Getriebe- Abstufung drückt nur wenig aufs Geräusch, dafür aber aufs Temperament. Wer diese kleine Einbuße nicht hinnehmen will, ist jedoch nicht reif für den Golf Blue Motion, der – serienmäßig mit Partikelfilter ausgerüstet – kräftig auf das Öko-Image-Konto von VW einzahlen soll. Ob sich niedriges Drehzahlniveau und der Rußfilter auch dauerhaft miteinander vertragen? VW sagt ja. Häufige Regenerationsfahrten, um verstopfte Filter freizubrennen, wie sie derzeit bei vielen Audi-Kunden für Verdruss sorgen, sind nicht zu befürchten. Im alltäglichen Umgang ist der Blue Motion nämlich ein ganz normaler Golf. Der Fahrer muss eben nicht spezielle Sparprogramme für das Getriebe und die Motorsteuerung aktivieren, wie es noch im seinerzeit ungeliebten Drei- Liter-Lupo der Fall war. Er wird höchstens feststellen, dass die Schaltempfehlungen der Bord-Elektronik überraschend früh kommen. Wer allerdings schon bisher ein wenig auf den Verbrauch geachtet hat, muss seine Gewohnheiten beim Gangwechsel kaum umstellen. Auch die üblichen Vorzüge des kompakten VW bleiben natürlich erhalten.


