Willkommen zu Ihrem neuen Aston Martin“, begrüßt der Owner’s Guide den vermeintlichen DB9-Besitzer. Sorry, schön wär’s ja, aber als Eigner der 166 850 Euro teuren Preziose steht schon Aston Martin Press Garage in den Papieren.
Wir lesen trotzdem weiter, weil die in Leder gebundene Betriebsanleitung so herrlich duftet und die Lektüre „Ihre Freude am Besitzen und Fahren des Wagens steigert“. Sonst wäre uns womöglich entgangen, dass es sich „um ein Hochleistungsfahrzeug mit Handlingeigenschaften handelt, an die Sie nicht gewöhnt sein könnten“.
Außerdem hätten wir nie erfahren, dass „dieser Wagen nicht dazu gedacht ist, jegliche Art von Wohnwagen, Boot oder Anhänger zu ziehen“. Der Engländer an sich hat ja Humor, und wozu Aston- Käufer fähig sind, zeigt ein zitronengelbes Cabrio, das gerade auf besonderen Kundenwunsch gebaut wird.
Mit einer speziellen Art von Anhängern müssen Werk und Besitzer freilich leben, selbst wenn der Wagen mausgrau lackiert ist: Der Edel- Brite fällt auf wie ein bunter Hund und lässt reihenweise Köpfe und Daumen hochschnellen. Kein Wunder, so wie der Volante aussieht. Die Linien fließen dahin wie die Passanten, fein gesetzte Fugen, Leuchten und Details bringen Spannung in die raffiniert-schlichte Grundform. Nirgendwo sonst versteht man sich so perfekt auf die friedliche Koexistenz von Sportsgeist und Würde, wobei das Cabrio den dynamischen Anspruch bewusst etwas tiefer hängt als das Coupé.
Trotz seiner gewaltigen Schubkraft animiert es eher zum Cruisen als zum Glühen, zumal weichere Federn und Dämpfer die Insassen komfortabler über ondulierte Pisten tragen. Mangels hinterem Querstabilisator müssen sie jedoch stärkere Karosseriebewegungen und eine auf 265 km/h begrenzte Höchstgeschwindigkeit hinnehmen.
Naturgemäß ist der Aufbau nicht ganz so stabil wie mit Stahldach, obwohl das enorm steife, leichte Monocoque aus geklebten und genieteten Alu-Profilen die Enthauptung vereinfacht. Ein zusätzliches Blech im Boden sowie verstärkte Schweller erhöhen das Leergewicht um bescheidene 39 Kilogramm, ohne die mögliche Zuladung (269 kg) zu reduzieren.
Allerdings degradiert das nun unter einer festen Klappe verstaute Verdeck den auf 141 Liter geschrumpften Kofferraum und die beiden Rücksitze mangels Beinfreiheit zu besseren Ablagen, die ohnehin nicht sehr zahlreich vorhanden sind.
Immerhin dürfen die Aston-Insassen ihren Platz an der Sonne erstmals im Schutz von Sidebags, automatisch ausfahrenden Überrollbügeln sowie einem verstärkten Frontscheibenrahmen genießen, der mehr als das Zweifache des Wagengewichts aushält.





