Mit unaufgeregter Dramatik, geduckt fließender Gestalt und dezent sportlichem Habitus transferiert der V8 Vantage feine Aston Martin-Tradition verlustfrei in die Gegenwart. Schließlich weiß seit James Bonds Goldfinger jedes Kind, dass Sean Connery im Aston der Konkurrenz davonfährt.
Entsprechend stilsicher und selbstbewusst betritt der Brite das 100 000-Euro-Parkett. Dort, wo Platzhirsch Porsche 911 seit Generationen mehr oder weniger ungestört seine Kreise zieht, hissen die Jungs aus Gaydon nun den Union Jack.
Und setzen dabei auf eine solide Basis: Miteinander verklebte Aluminium- Elemente bilden den stabilen Rahmen, für akkurate Radführung sind doppelte Dreiecks-Querlenker, ebenfalls aus Aluminium, zuständig. Und mittendrin, hinter der Vorderachse, lauert ein neuer, 4,3 Liter großer V8. Die Trockensumpfschmierung erlaubt wegen des Verzichts auf die Ölwanne eine schwerpunktfreundlich tiefe Einbaulage sowie sichere Ölversorgung selbst bei extremer Längs- und Querbeschleunigung.
Das Sechsganggetriebe vom italienischen Zulieferer Graziano ist zwecks ausgeglichener Gewichtsverteilung Richtung Hinterachse ausquartiert, was zur paritätischen Verteilung der 1636 Kilogramm beiträgt. Ganz klar, Astons Kleiner ist ein Gentleman-Racer mit Biss.
Ein Anspruch, den das zähnefletschende Gesicht mit dem typischen Kühlergrill und den von zornig funkelnden LED-Leisten begleiteten Scheinwerfern unterstreicht. Gestreckte Haube, kompakte Kanzel mit hoher Gürtellinie und spärlich-pointiert gesetzten Glasflächen, dynamisch strömende Flächen, knappes Stummelheck: Die Aston-Designer haben alles richtig gemacht.




