Audi Q5 Hybrid Quattro 27 Bilder Video Zoom

Audi Q5 Hybrid Quattro im Test: Auf amerikanischen Fahrstil optimiert

Der Audi Q5 Hybrid wird in erster Linie für die hybridverliebten Amerikaner angeboten. Mit Turbo-Vierzylinder plus Elektromotor verspricht er die Kraft und Wirtschaftlichkeit eines großen Diesels.

Audi nimmt mal wieder die Vorsprungs-Technik für sich in Anspruch. Drei Kilometer weit soll der neue Audi Q5 Hybrid allein mit elektrischer Kraft fahren können, wenn er dabei nicht schneller wird als 60 km/h. Oder wahlweise und entsprechend kurzfristig bis zu 100 km/h schnell. Vergleichbares schafft derzeit kein anderes Auto mit Hybrid-Antrieb. Das sind wohlklingende Versprechungen - ähnlich wie die nach den Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) ermittelten Kraftstoffverbrauchswerte, die gern als bare Münze verkauft werden.

Weil aber niemand in der Praxis zykluskonform fahren kann, sind sie nicht mehr als ein grober Anhaltspunkt und in der wirklichen Verkehrswelt kaum erreichbar. Das gilt auch für propagiertes Hybrid-Potenzial. Was da als mögliches Maximum genannt wird, gilt nur unter allergünstigsten Bedingungen. Denn der Audi Q5 Hybrid verfügt zwar über eine dem derzeitigen Stand der Technik entsprechende Lithium-Ionen-Batterie, die so kompakt ist, dass sie sich unter dem Kofferraumboden verstauen lässt, ohne dessen Volumen einzuschränken. Aber auch dieser 37 Kilogramm schwere Akku vermag gerade mal eine Nominalenergie von 1,3 Kilowattstunden zu liefern. Wer sich darunter nichts vorstellen kann: Ähnlich viel steckt auch in vier ordentlich eingeschenkten Schnaps-gläsern mit Benzin.

Audi Q5 Hybrid mit 450 Newtonmeter Drehmoment

Das fast geräuschlose Gleiten bleibt also mit dem Audi Q5 Hybrid die Ausnahme, weil auch der Ladezustand der Batterie nicht immer optimal sein kann. Elektrisch betriebene Einparkmanöver gelingen, auch die emissionsfreie Suche nach einem Stellplatz im Parkhaus. Mit einem Schalter auf der Mittelkonsole kann der Fahrer den rein elektrischen Betrieb mit dem Audi Q5 Hybrid zwar favorisieren, was aber natürlich nichts an der begrenzten Batteriekapazität ändert.

Im Normalmodus bewirkt ein Tritt auf das Fahrpedal in den meisten Fällen, dass sich der Hauptantrieb des Audi Q5 Hybrid, ein zwei Liter großer Turbo-Vierzylinder, zuschaltet. Rein elektrisch fahren zu können ist eine nette Zusatztugend eines Hybrids, doch an erster Stelle steht die Unterstützung des Benzinmotors und damit erhöhte Kraft bei gleichzeitig verringertem Verbrauch. Elektro- und Benzinantrieb können Hand in Hand arbeiten, wenn voller Dampf gewünscht wird. Das ergibt bei dem Audi Q5 Hybrid dann eine Systemleistung von 180 Kilowatt und ein Drehmoment von höchst beachtlichen 480 Newtonmetern - genug, um dem Audi Q5 Hybrid zu wahrhaft sportlichen Beschleunigungswerten zu verhelfen.

Turboloch überwunden

Die Leistungscharakteristik des Antriebs des Audi Q5 Hybrid, die noch im ersten Fahrbericht wegen des verzögerten Ansprechens auf Gasbefehle kritisiert wurde, erscheint inzwischen stark verbessert. Zwar gibt es Turbomotoren, die noch deutlich spritziger an die Arbeit gehen als der im Audi Q5 Hybrid verbaute TFSI, aber das Turboloch konnte auf ein Maß reduziert werden, das nicht störend in Erscheinung tritt, wenn für ein schnelles Überholmanöver die Leistung abgerufen wird. So entsteht der Eindruck eines in vollem Saft stehenden Antriebs, der mit seinem unaufdringlichen Geräusch und der satten Durchzugskraft an einen hubraumstarken Sauger erinnert.

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Die Hybrid-Technik ist eine komplexe Angelegenheit. Zu der klassischen Verbindung von Verbrenner und Automatikgetriebe (mit acht Fahrstufen) gesellt sich beim Audi Q5 Hybrid der 40 kW leistende Elektromotor, der im Antriebsstrang jenen Platz einnimmt, den normalerweise der Drehmomentwandler der Automatik für sich beansprucht. Für dieses relativ voluminöse hydraulische Bauteil bleibt kein Platz, es wird durch eine im Ölbad laufende Lamellenkupplung ersetzt, die E-Maschine und Vierzylinder bei Bedarf verbindet oder trennt. Die Steuerung übernimmt die so genannte Leistungselektronik, die über einen eigenen Kühlwasserkreislauf verfügt.

Unschönes Ruckeln im Audi Q5 Hybrid

Das Zusammenspiel der beiden Antriebsarten gestaltet sich allerdings nicht so unauffällig wie erwünscht. Speziell im Stop-and-go-Verkehr ist bisweilen unschönes Ruckeln im Audi Q5 Hybrid zu spüren. Die fälligen Schaltvorgänge erledigt die Achtgang-Automatik indes spontan und weich. Wer das Spar-Potenzial des Audi Q5 Hybrid wirklich nutzen will, tut gut daran, so zu fahren, wie es die US-Amerikaner tun, für die diese Q5-Version auch in erster Linie gedacht ist: gleichmäßig und mit relativ bescheidenem Tempo. Nur dann lässt sich die Nadel des linken Rundinstruments, das anstelle eines Drehzahlmessers die Effizienz der Fahrweise anzeigt, einigermaßen dauerhaft im grünen Bereich halten.

Mehr Gas befördert den Zeiger umgehend nach oben in die gelbe Region, womit er anzeigt, dass der Benzinmotor des Audi Q5 Hybrid nun 100 Prozent der geforderten Antriebsleistung liefern muss. Und damit ist sie schnell perdu, die erhoffte Ökonomie. Die 6,9 Liter auf 100 Kilometer, mit denen die NEFZ-Angabe lockt, bleiben selbst bei zurückhaltender Fahrweise ein selten realisierter Traum. Wer, das Leitmotiv der Hybrid-Technik vergessend, das großzügige Leistungsangebot beharrlich ausnutzt, kommt schnell auf über zehn Liter/100 km. Im Testmittel ergeben sich 9,7 L/100 km.

Diesel ist günstiger und verbraucht nur geringfügig mehr

Ein Sparwunder ist der Audi Q5 Hybrid also nicht, aber immerhin liegt er damit auf dem gleichen Niveau wie sein Schwestermodell mit Dreiliter-Dieselmotor (9,9 Liter/100 km), das mit 240 Pferdestärken und 500 Newtonmeter Drehmoment ähnliche Power-Zahlen im Datenblatt vorführt. Allerdings: So ein 3.0 TDI ist spürbar billiger als der Audi Q5 Hybrid, der das teuerste Modell in der Audi Q5-Palette darstellt. Das liegt weniger an der aufwendigen Technik als an der umfangreichen Ausstattung. Nur mit dieser, so kalkuliert Audi, kann er auf dem amerikanischen Markt Fuß fassen. Eine abgespeckte Version des Audi Q5 Hybrid für Europa rechnet sich angesichts der bescheidenen Verkaufserwartungen nicht, solange der deutsche Käufer bei einem SUV mit überwiegender Mehrheit einem Dieselmotor den Vorzug gibt.

Was nicht immer so bleiben muss. Bei allen im Sinne der Ökologie eingeführten politischen Maßnahmen bis hin zu den Umweltplaketten waren es immer die Dieselfahrer, die letztendlich den schwarzen Peter zugeteilt bekamen, und auch eine erst unlängst angestoßene Diskussion über zukünftige Kraftstoffbesteuerung in der EU verheißt nichts Gutes. Mit einem Hybrid wie dem Audi Q5 Hybrid trägt der Fahrer automatisch das korrekte Umweltmäntelchen.

Foto

Hans-Dieter Seufert

Datum

19. November 2011
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