Es gibt amerikanische Hersteller, die wollen, dass du das Leben bei den Hörnern packst. Im neuen Audi RS6 Avant packen die Hörner dich. Direkt unter der Alu-Motorhaube des als TDI sonst so vernünftigen Familien-Geschäfts-danke-mirgeht’s- finanziell-gut-Kombis fließen zwei mattsilberne Ansaughörner aus den Ladeluftkühlern in zwei angeklemmte Turbos und versprechen Mitteldruck-Feuer statt Drehzahlorgie wie weiland beim ersten RS6 von 2002. 0,7 bar Überdruck schaufelt ein jeder dieser Hochtemperatur-Rotatoren in die zehn knapp Halblitergroßen, 10,5:1 verdichteten Zylinder. Damit egalisieren sie nicht nur den Hubraum-Nachteil (gleiche Bohrung, aber kleinerer Hub) von 0,2 Litern gegenüber dem 435 PS starken, blockgleichen Saugmotor des kleinen Bruders S6, sondern pusten auch noch 145 Pferde zusätzlich herbei. Wie der Schädel eines Gnus auf Diät glotzt der in vielen Details neuentwickelte RS6-Direkteinspritzer mit dem Lader-Geweih gen Himmel. Haube zu. Tür auf. Das Interieur füllen die seismischen Ruhepuls-Schwingungen und das unruhige Brabbeln des V10-Herzens mit 90 Grad Bankwinkel.
Audi RS6 Avant: Zehnsation
Er röhrt, er transportiert und lässt viele Supersportwagen hinter sich: Der neue V10-Kombi Audi RS6 Avant probt mit 580 PS und 565 Liter Gepäckraum den Spagat zwischen Familien-Urlaub und Rennstrecke.
Autor: Alexander Bloch
Audi RS6 - der Über-Kombi?



