Audi TTS Roadster 15 Bilder Zoom

Audi TTS Roadster im Test: Oben ohne auf Sportler-Art

Dass der 272 PS starke Audi TTS Roadster es nicht beim gemütlichen Cruisen belassen will, zeigt der letzte Buchstabe der Typenkennung. Der Test des Cabriolets klärt, ob die sportliche Ansage ernst zu nehmen ist.

Auch beim Test des Audi TTS Roadster geht es um die ewig gleiche Frage, was zuerst da war - das Ei oder das Huhn. Haben die Kunden den Wunsch nach immer leistungsstärkeren Roadstern und Cabriolets geäußert, oder hat die Industrie diesen Wunsch durch ein entsprechendes Angebot überhaupt erst geweckt? Die Antwort bleibt wie immer offen. Fest steht aber, dass, wer wie sport auto primär der dynamischen Fortbewegungsweise verpflichtet ist, bislang nicht unbedingt an offene Autos gedacht hat.

Schließlich sind Coupés - so die hinlänglich belegbare Theorie - steifer, leichter und in der Folge zumeist auch schneller und agiler. Aber: Wenn das Gros der Käufer derlei Bedenken nicht anficht, warum sollen wir dann nicht auch mal über den Tellerrand schauen? Und welche Jahreszeit böte sich dafür besser an als jene, in der dieser Autotyp sein absolutes Hoch erlebt - der Sommer? Also: Kombinieren wir doch auch beim Audi TT einmal Leistung satt und ein Höchstmaß an Variabilität, was den Dachaufbau angeht, und fühlen im Test dem unlängst facegelifteten offenen Audi TTS mit S tronic einmal näher auf den Zahn.

Stolze 1.531 Kilo Lebendgewicht hat der TTS Roadster

Da sich bei der stärksten Ausbauvariante des aufgeladenen Zweiliter-Direkteinspritzers im Rahmen der Modellpflege nichts getan hat, lässt sich dieser nämlich trefflich mit dem Audi TTS Coupé im Supertest vergleichen. Wenngleich - soviel sei vorweg genommen - er hat es schwer gehabt, der Roadster. Zum einen buchstäblich, weil er mit 1.531 Kilo Lebendgewicht fast 100 Kilo mehr auf die Waage bringt als sein geschlossener Bruder, zum anderen, weil die Elemente am Messtag schlicht gegen ihn waren. Wer ist bei 31 Grad Luft und 51 Grad Asphalttemperatur schließlich schon zu Höchstleistungen fähig? Der von einem Abgas-Turbolader zwangsbeatmete TTS Roadster jedenfalls nicht. Ihm ging an diesem überheißen Messtag spürbar die Luft aus, wie der Vergleich der Werte aus der Elastizitäts- und Beschleunigungsmessung mit denen des Anfang April 2008 gemessenen, weil in den sport auto-Dauertestfuhrpark aufgenommenen Audi TTS Coupé beweist.

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17,9 Sekunden benötigt der Audi TTS Roadster von null auf 100

Jener ging gleichfalls mit dem aufpreispflichtigen Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, aber bei rund 20 Grad niedrigeren Außentemperaturen an den Start und hatte die rundliche Nase in der Folge deutlich vorn. Beim Zwischenspurt von 80 auf 160 km/h im 6. Gang düpiert das Coupé den Audi TT S Roadster im Test mit 15,9 zu 19,2 Sekunden ebenso wie beim Sprint von null auf 180 km/h. Für Letztgenannten benötigt der Roadster mit 17,9 Sekunden immerhin 1,7 Sekunden mehr als der 2+2-Sitzer mit festem Dach (16,2 Sekunden). Kein Wunder also, dass auch die Rundenzeiten-Wertung deutlich vom Coupé entschieden wird. Da Dauertest-Autos diese Prüfung nicht notwendigerweise absolvieren müssen, fehlt zwar der Abgleich zum Audi TTS Coupé mit S tronic, aber die handgeschaltete Version brannte anno 2008 mit 1.16,1 Minuten eine recht beeindruckende Zeit auf den Kleinen Kurs. Und das bei gleichfalls nicht idealen äußeren Bedingungen (Luft 25, Asphalt 32 Grad Celsius).

TTS Roadster ist gemütlicher unterwegs als sein Coupé-Kollege

Der deutlich beleibtere Roadster mit dem nunmehr chromverzierten Kühlergrill hat dem auf der Uhr erst einmal vergleichsweise wenig entgegenzusetzen: Mit 1.17,5 Minuten ist der Zweisitzer ein gutes Stück gemütlicher unterwegs. Spaß macht die Kurvenhatz freilich trotzdem, weil der Audi TTS Roadster die engen Ecken vorbildlich neutral in Angriff nimmt. Einzig das auch im manuellen Modus selbsttätig hochschaltende Doppelkupplungsgetriebe ist hier nicht der Weisheit letzter Schluss. Bei schnell aufeinanderfolgenden, gleichmäßigen Richtungswechseln müssen Roadster-Piloten hingegen keine Abstriche machen. In der 180 Meter langen Pylonengasse schlägt sich der offene Audi TTS kaum minder bravourös als der geschlossene. 68,2 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit stehen 68,6, beim Dauertest TTS Coupé mit Doppelkupplungsgetriebe gegenüber.

Der Audi TTS Roadster verkörpert ein verlockendes Stück Open-Air-Kultur

Die Verzögerungsleistung war bei allen in der Redaktion weilenden Audi TTS-Varianten ordentlich, aber nicht herausragend. Mit mittleren 10,1 bis 10,4 m/s² lässt sich innerhalb der sportlich orientierten Konkurrenz heute kein Blumentopf mehr gewinnen. Da packt selbst das deutlich gewichtigere Mercedes E500 Cabrio ein gutes Stück beherzter zu. Und im Alltag? Verkörpert der Audi TTS Roadster ein verlockendes Stück Open-Air-Kultur? Diese Frage lässt sich problemlos mit ja beantworten. Das Verdeck öffnet und schließt auf Knopfdruck elektrisch, ausgesprochen flott und auch während der Fahrt, die Winde im Innenraum lassen sich mittels Seitenscheiben und elektrisch ausfahrbarem Windschott von stürmisch bis moderat variieren. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der erfrischend spritzigen Arbeitsweise des aufgeladenen Vierzylinders ist uns die Sache mit dem Ei und dem Huhn grad egal - wenn‘s Spaß macht.

Autor

Foto

Rossen Gargolov

Datum

26. August 2010
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 08/2010.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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