Bentley Continental Flying Spur. Sprechen Sie diese Worte langsam aus, und Sie haben eine Vorstellung, wie lange Ihr geweitetes Auge am Wagen entlang gleiten würde, um ihn zu erfassen. Falls Sie nicht schon am Kolossal-Kühlergrill vor Ehrfurcht erstarren. Eine Fünf-Meter-dreißig-Erscheinung, deren ausgedehnter Name Programm ist.
Keine Burg wie der rund zehn Zentimeter längere und etwa dreieinhalb Zentimeter höhere Arnage, eher ein Stadtpalais: innen noch weitläufiger als außen vermutet. Ein Duft von Luxus und Verführung weht aus dem Prunk-Palast, sobald die Wagenschläge öffnen, stellt jenes Wohlgefühl her, das teure, weil unaufdringlich, aber nachhaltig abgestimmte Parfüms erzeugen. Und verstärkt die anglophile Grundstimmung der Bentley-Klientel. Früher war sie nötig, um über Schwächen hinwegzusehen. Heute ersetzt sie fehlende Schrulligkeit.
Die verklärten Handarbeits-Zeiten herrschen noch immer, allerdings bringen Maschinen Erleichterung und Präzision. Selbst ohne British-Racing-grüne Brille hält der Flying Spur bei deutschen Limousinen-Mächten mit. Lachfalten und Cellulitis sollen beim Testwagen kein Zeichen der Leder-Alterung, sondern der Vorserie sein.
Davon abgesehen ist der Bentley ein Bollwerk – auch bei der Übersichtlichkeit. Nicht nur beim Einparken, das ohne überaufmerksam piepsender Hilfe einem Offenbarungseid gleichkäme, erzielt man gebührende Aufmerksamkeit. Die Blicke der Passanten signalisieren selten Neid, meist Zustimmung, immer Interesse an dem unbekannten Fahrobjekt.
Präsent wie ein kurzer Maybach, eingepreist wie eine extrem hochgerüstete, lange S-Klasse. 167 504 Euro – was der bürgerlichen Welt unendlich fern erscheint, wird zum Schnäppchen in der Upperclass.
Die akzeptiert sogar den Durchschnittsverbrauch von 17 Litern auf 100 Kilometer. Klassische Konkurrenten gibt es nicht; Alternativen sind entweder deutlich kleiner und günstiger oder größer und teurer.






