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BMW 225i Active Tourer im Test

Der erste Bayern-Van

BMW 225i Active Tourer, Seitenansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 14 Bilder

Gleich zwei Premieren bei BMW: Vorderradantrieb und Van. Klingt nach einer Abkehr vom Credo "Freude am Fahren". Oder doch nicht? Kann der BMW Active Tourer den hohen Erwartungen an die Marke gerecht werden? Ist er ein waschechter BMW?

20.10.2014 Marcus Peters 1 Kommentar

Die in den Internetforen hitzig diskutierte Frage "Kann BMW Vorderradantrieb?" lässt sich mit einem Verweis auf den Mini längst bejahen – der wurde schließlich von den Münchnern konstruiert. Stellen wir beim 2er Active Tourer also die eigentlich interessantere Frage: "Kann BMW Van?"

Denn nichts anderes ist der neue BMW Active Tourer, mag sich das Marketing auch noch so sehr um einen neuen Gattungsbegriff bemühen. Was soll dieses One-Box-Auto auch sonst darstellen, wenn nicht einen Van? So sind Vertreter dieser Art eben geformt – siehe Mercedes B-Klasse, VW Golf Sportsvan oder Ford C-Max.

Doch die Erwartungen an einen Familien-BMW fallen höher aus. Schließlich versteht sich die Marke seit Jahrzehnten als Gralshüter der Fahrdynamik. Also muss ein Van von BMW nicht nur geräumig sein, sondern auch gut ums Eck gehen.

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Test BMW 225i Active Tourer
auto motor und sport 20/2014
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BMW 2er Active Tourer
BMW 2er Active Tourer, der neue Van 2:20 Min.

BMW 2er Active Tourer mit elektrisch öffnender Heckklappe

Widmen wir uns zunächst einmal der Geräumigkeit. Türen auf: Der Fahrersitz ist nicht außergewöhnlich hoch montiert, etwa so wie im VW Golf Sportsvan. Der Einstieg gelingt leicht – dank üppiger Kopffreiheit muss man keinen Buckel machen. Erste Orientierung: Der BMW Active Tourer ist ein typischer BMW. Zwar wurde das Armaturenbrett neu gestaltet, doch alle Weiß-Blauen werden sich sofort heimisch fühlen.

Wiederkehrende Schelte bezüglich der mauen Materialanmutung haben sich die Münchner offensichtlich zu Herzen genommen: Im BMW Active Tourer findet sich deutlich weniger billig wirkender Kunststoff als im 3er. Erst im Motorraum, wo man billigste Kunststoffe entdeckt, sieht man, wo gespart werden muss – nicht dagegen im Ladeabteil; es ist mit hochwertigem Teppich ausgelegt.

Dass die Heckklappe auf Wunsch elektrisch (450 Euro) und sogar per Gestensteuerung (750 Euro) – nach einem beherzten Kick unter das Heck – hochsurrt, ist unter Kompakt-Vans tatsächlich Premium. Gewohntem Van-Standard dagegen entsprechen der doppelte Ladeboden samt darunter befindlicher Wanne zum Verstauen von Kleinkram sowie Verzurrösen und Haken zum Befestigen von Einkaufstaschen.

Und weiter geht es im Van-Repertoire: Per Zug an der seitlichen Fernentriegelung lassen sich die Rücksitzlehnen vom Kofferraum aus vorklappen – serienmäßig dreigeteilt im Verhältnis 40 : 20 : 40. So entsteht ein fast ebener Ladeboden, und das Gepäckraumvolumen lässt sich von 468 auf bis zu 1.510 Liter erweitern. Wer nun noch die umklappbare Beifahrersitzlehne für 190 Euro geordert hat, kann Transportgut bis 2,40 Meter Länge spedieren. Auf die Spitze treiben lässt sich die Variabilität mit der in der Länge um 13 Zentimeter verschiebbaren Rücksitzbank (300 Euro).

Alles, was ein Van braucht

Natürlich gibt es quer durch den Innenraum verteilt auch genügend und verschieden große Ablagen und Fächer. Und die Optionsliste bietet praktisches Zubehör von der Dachreling samt box über Skitaschen bis hin zu Rennrad- oder Surfboard-Halterungen und Kleiderbügel, Kühltasche sowie LED-Handlampe. Die BMW-Ingenieure haben wirklich an alles gedacht und lassen sich an keiner Stelle anmerken, dass dieser Van ihr Erstlingswerk ist.

Gleiches gilt für die Raumausnutzung und den Sitzkomfort. Zwei Erwachsene logieren im Fond bequem, ein Dritter würde sich dazwischen allerdings wegen des breiten Mitteltunnels nur geduldet vorkommen. Der Fahrer findet dagegen eine perfekte Ergonomie vor – die meisten BMW-Jünger dürften ihren Sitz wohl ganz nach unten stellen. Dann fühlt man sich keineswegs wie bei anderen Vans auf einem Kutschbock, sondern ins Geschehen integriert.

Start, Griff zum Automatik-Wählhebel. Kurze Verwirrung: Er entspricht nicht dem BMW-Standard, sondern funktioniert über einfache Rastungen wie im Mini. Zusätzlich sind beim Testwagen am Lenkrad Schaltwippen als Teil des Sportgetriebes Steptronic (150 Euro Aufpreis beim 225i) montiert.

Überlassen wir zunächst der Achtgangautomatik die Hoheit über den Schaltzeitpunkt. Der BMW Active Tourer rollt leise los, sortiert sich unauffällig in den innerstädtischen Verkehr ein. Seitlich und nach vorn lässt sich das Umfeld prima abschätzen, schräg nach hinten allerdings macht der BMW ziemlich dicht: Wer häufig rückwärts rangieren muss, sollte sich die piepsende Einparkhilfe (Serie bei Luxury Line) gönnen.

Der BMW 225i Active Tourer leistet 231 PS

Raus aus der Stadt, direkt auf die Autobahn, Tempo machen. Erstmals erhebt der Zweiliter- Turbo seine Stimme leicht. Und es geht vorwärts – richtig vorwärts. Der 225i setzt seine 231 PS unerwartet druckvoll in Szene, knackt die 200-km/h Barriere mit links, schiebt voller Elan weiter. Anders als etwa im 3er wirkt der viel gescholtene Vierzylinder-Benziner im BMW Active Tourer gar nicht unpassend.

Autobahnausfahrt, eine lang gezogene Rechts-Links-Kombination. Wir erwarten Untersteuern oder zumindest starkes Aufbau-Wanken. Doch nichts dergleichen: Der BMW Active Tourer wirft sich wie ein 3er in die Kurve, lenkt leicht mit dem Heck mit, bleibt präzise in der Spur.

Ähnliches auf der Landstraße. Es gibt derzeit keinen zweiten Van, der so gierig Kurven verschlingt. Klar, in Spitzkehren scharrt die angetriebene Vorderachse mit den Hufen; 350 Nm geben der Traktionskontrolle viel zu tun. Auch von Antriebseinflüssen ist die Lenkung nicht ganz frei. Das leichte Zupfen dürfte die Van-Klientel nicht stören – höchstens eingefleischte BMW Fahrer. Die werden übrigens auch fehlenden Seitenhalt der Sitze bemängeln.

Kurvenkünstler mit Komfort

Glücklicherweise geht die Agilität nicht zulasten des Federungskomforts. Natürlich ist das Fahrwerk des Kurvenkünstlers straff abgestimmt. Doch die adaptiven Stoßdämpfer (500 Euro) nehmen selbst grobe Unebenheiten bereitwillig auf, quittieren lediglich Kanaldeckel mit vernehmlichem Poltern.

Das Fahrverhalten des BMW Active Tourer bereitet BMW also keinerlei Schande – trotz Vorderradantrieb. Und am Raumkonzept samt variabler Sitze und viel Zubehör gibt es wenig zu kritisieren, aber viel zu loben. Kann BMW also Van? Klar doch.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gutes Raumangebot
  • hohe Variabilität
  • einfache Bedienung
  • viele Verstau-Optionen
  • gute Materialanmutung
  • elektrisch öffnende Heckklappe
  • Klappergeräusche im Bereich der Fahrertür
  • nach hinten eingeschränkte Übersichtlichkeit
Fahrkomfort
  • guter Federungskomfort
  • niedrige Fahrgeräusche
  • einfacher Einstieg
  • Sitze mit zu wenig Seitenhalt
Antrieb
  • sehr gute Fahrleistungen
  • enorm starker Durchzug
  • schnell und weich schaltende Steptronic
  • hohe Drehfreude
Fahreigenschaften
  • spontanes Einlenkverhalten
  • präzise Lenkung
  • gute Rückmeldung
  • hohe Agilität
  • Antriebseinflüsse
  • eingeschränkte Traktion bei Nässe
Sicherheit
  • zahlreiche Assistenzsysteme
  • gut abgestimmtes ESP
  • zupackende Bremsanlage
Umwelt
  • an den Fahrleistungen gemessen geringer Minimalverbrauch
  • niedriger CO2-Ausstoß
  • Start-Stopp serienmäßig
  • hoher Volllastverbrauch
Kosten
  • lange Wartungsintervalle
  • hoher Preis
  • nur zwei Jahre Garantie

Fazit

Freude am Fahren? Und wie – aus dem Stand legt BMW den sportlichsten Van der Kompaktklasse vor. Und dieser leistet sich auch bei der Variabilität keine Schwächen. Allerdings ist der Active Tourer sehr teuer.

Technische Daten
BMW 225i Active Tourer
Grundpreis40.850 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4342 x 1800 x 1586 mm
KofferraumvolumenVDA468 bis 1510 L
Hubraum / Motor1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung170 kW / 231 PS (350 Nm)
Höchstgeschwindigkeit238 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h6,6 s
Verbrauch5,8 L/100 km
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    Neuester Kommentar

    Ich habe auch das Gefühl, dass sich Ferrari, ausgehend von der Konzernspitze, zu viel Druck macht. Die plötzliche Forderung nach der Weltmeisterschaft verwundert mich Angesichts des ursprünglichen 3-Jahres-Plans schon sehr. Letztes Jahr holte Ferrari überraschend drei Siege. Diese sollten erst in dieser Saison kommen und in der Saison 2017 wollte Ferrari um die Weltmeisterschaft kämpfen. Urplötzlich scheint das alles keine Rolle mehr zu spielen und es lastet ein ungeheurerer Druck auf der F1 Mannschaft von Ferrari. Daraus entstehen nur Fehler: Überhastete Updates, technische Defekte, strategische Fehler (kein Reifenwechsel bei Rennabbruch) und sogar Fahrfehler seitens Vettel. Maurizio Arrivabene sollte Sergio Marchionne in die Schranken weisen, ihn an den ursprünglichen 3-Jahres-Plan erinnern und ihn bitten seinen Job zu erledigen.

    PeterSchlosser 9. Mai 2016, 11:27 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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