"Wir bauen Sportwagen für den Alltag", so das Credo des traditionsreichen Allgäuer BMW-Veredlers Alpina. Daher ist es mehr als konsequent, nach Limousine, Coupé und Cabrio jetzt die pragmatischste Variante der Dreier-Reihe zum B3 Bi-Turbo zu veredeln, den Kombi. Schließlich schluckt nur er bei Bedarf bis zu 1,4 Kubikmeter Gepäck.
Auch der Touring basiert auf dem doppelt aufgeladenen 335i mit 306 PS. Dank neuer, hochfester Kolben von Spezialist Mahle konnte der Ladedruck des Direkteinspritzers von 0,6 auf 1,1 bar erhöht werden. Mit den so erzielten 360 PS landet der Alpina ziemlich genau zwischen der Serienversion und dem 420 PS starken M3. Ebenso beeindruckt die Drehmomentausbeute von 500 Newtonmeter, von denen 80 Prozent bereits ab 1.300/min parat stehen.
Tiefes Grollen des frei ausatmenden Sechszylinders
Äußerlich verrät sich der Bi-Turbo durch seine Vierrohr- Auspuffanlage sowie filigrane Speichenfelgen mit 18 oder 19 Zoll Durchmesser. Die umfangreiche Serienausstattung mit Leder-Sportsitzen, Bi-Xenon-Lampen, Tempomat sowie Automatikgetriebe relativiert den Aufpreis von rund 17.000 Euro gegenüber dem Basis-Touring. Mit 4,8 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 nimmt der B3 seinem zivilen Bruder rund eine Sekunde ab und bleibt nur zwei Zehntel über dem M3.
Da ihm die 250-km/h-Abregelung fehlt, einigen sich Fahrwiderstände und Motor erst bei Tempo 282 auf ein Unentschieden. Durch fixeres Schalten trägt auch die überarbeitete Sechsgangautomatik zu den besseren Fahrleistungen bei. Neben seiner schieren Kraft beeindruckt der Alpina vor allem mit der Selbstverständlichkeit, mit der er bereits knapp über Leerlaufdrehzahl Gas annimmt, um ab 2.000/ min davonzuschießen - begleitet vom tiefen Grollen des frei ausatmenden Sechszylinders.
Große Komfortreserven
Sein enormes Durchzugsvermögen verleitet daher nur selten, der perfekt abgestimmten Automatik ins Handwerk zu pfuschen. Vielleicht fielen die zusätzlichen Schaltknöpfe hinter dem Lenkrad deshalb so klein und etwas unhandlich aus.
Ebenfalls verblüffend, dass mit dem B3 trotz seiner Serie-35-Räder und Tieferlegung um 15 Millimeter kein fahrender Bandscheiben-Tester entstand. Durch den Verzicht auf hartflankige Runflat-Reifen absorbiert der B3 vor allem kürzere Stöße erstaunlich souverän. Dank der mustergültig ausgewogenen Gewichtsverteilung des Ausgangsprodukts samt dessen feinfühliger Lenkung lässt sich der 1,7-Tonner außerdem wunderbar präzise auf Kurs halten.
Alltagssportwagen
Wer sich vom feurigen Temperament des Bi-Turbo häufig anstecken lässt, muss allerdings Verbrauchswerte von über 13 Liter auf 100 Kilometer einkalkulieren. Doch auch mit zurückhaltendem Gasfuß lässt er sich noch zügig bewegen. Mit seiner Mischung aus Komfort, Geräumigkeit und den Fahrleistungen eines Porsche 911 interpretiert der B3 Bi-Turbo das Thema Alltagssportwagen sehr gekonnt. Da sage doch noch einer, der Alltag sei grau.




