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BMW Alpina B3 Touring im Test

Der Porsche-Jäger

Seit über 40 Jahren hören leistungsgesteigerte BMW-Modelle mit gesitteten Manieren auf den Namen Alpina. Der 360 PS starke BMW Alpina B3 Bi-Turbo Touring bietet neben seiner Dynamik auch noch mehr Stauraum.

Bilder
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Foto: Achim Hartmann

Flotte Fahrleistungen kombiniert mit 1,4 Kubikmeter Ladevolumen: Der Alpina B3 Bi-Turbo.

"Wir bauen Sportwagen für den Alltag", so das Credo des traditionsreichen Allgäuer BMW-Veredlers Alpina. Daher ist es mehr als konsequent, nach Limousine, Coupé und Cabrio jetzt die pragmatischste Variante der Dreier-Reihe zum B3 Bi-Turbo zu veredeln, den Kombi. Schließlich schluckt nur er bei Bedarf bis zu 1,4 Kubikmeter Gepäck.

Auch der Touring basiert auf dem doppelt aufgeladenen 335i mit 306 PS. Dank neuer, hochfester Kolben von Spezialist Mahle konnte der Ladedruck des Direkteinspritzers von 0,6 auf 1,1 bar erhöht werden. Mit den so erzielten 360 PS landet der Alpina ziemlich genau zwischen der Serienversion und dem 420 PS starken M3. Ebenso beeindruckt die Drehmomentausbeute von 500 Newtonmeter, von denen 80 Prozent bereits ab 1.300/min parat stehen.

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Schlagworte

BMW · Alpina · B3 · M3 · Biturbo · Kombi

Tiefes Grollen des frei ausatmenden Sechszylinders

Äußerlich verrät sich der Bi-Turbo durch seine Vierrohr- Auspuffanlage sowie filigrane Speichenfelgen mit 18 oder 19 Zoll Durchmesser. Die umfangreiche Serienausstattung mit Leder-Sportsitzen, Bi-Xenon-Lampen, Tempomat sowie Automatikgetriebe relativiert den Aufpreis von rund 17.000 Euro gegenüber dem Basis-Touring. Mit 4,8 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 nimmt der B3 seinem zivilen Bruder rund eine Sekunde ab und bleibt nur zwei Zehntel über dem M3.

Da ihm die 250-km/h-Abregelung fehlt, einigen sich Fahrwiderstände und Motor erst bei Tempo 282 auf ein Unentschieden. Durch fixeres Schalten trägt auch die überarbeitete Sechsgangautomatik zu den besseren Fahrleistungen bei. Neben seiner schieren Kraft beeindruckt der Alpina vor allem mit der Selbstverständlichkeit, mit der er bereits knapp über Leerlaufdrehzahl Gas annimmt, um ab 2.000/ min davonzuschießen - begleitet vom tiefen Grollen des frei ausatmenden Sechszylinders.

Große Komfortreserven

Sein enormes Durchzugsvermögen verleitet daher nur selten, der perfekt abgestimmten Automatik ins Handwerk zu pfuschen. Vielleicht fielen die zusätzlichen Schaltknöpfe hinter dem Lenkrad deshalb so klein und etwas unhandlich aus.

Ebenfalls verblüffend, dass mit dem B3 trotz seiner Serie-35-Räder und Tieferlegung um 15 Millimeter kein fahrender Bandscheiben-Tester entstand. Durch den Verzicht auf hartflankige Runflat-Reifen absorbiert der B3 vor allem kürzere Stöße erstaunlich souverän. Dank der mustergültig ausgewogenen Gewichtsverteilung des Ausgangsprodukts samt dessen feinfühliger Lenkung lässt sich der 1,7-Tonner außerdem wunderbar präzise auf Kurs halten.

Alltagssportwagen

Wer sich vom feurigen Temperament des Bi-Turbo häufig anstecken lässt, muss allerdings Verbrauchswerte von über 13 Liter auf 100 Kilometer einkalkulieren. Doch auch mit zurückhaltendem Gasfuß lässt er sich noch zügig bewegen. Mit seiner Mischung aus Komfort, Geräumigkeit und den Fahrleistungen eines Porsche 911 interpretiert der B3 Bi-Turbo das Thema Alltagssportwagen sehr gekonnt. Da sage doch noch einer, der Alltag sei grau.

Basisdaten
Marke BMW Alpina
Modell B3 Touring
Baujahr 10/2008
Grundpreis 60.400 Euro
Motorbauart Reihenmotor
Zylinderzahl 6
Kraftübertragung  
Hubraum 2979 cm³
Leistung 360 PS (265 kW) bei 5500 U/min
max. Drehmoment 500 Nm bei 3800 U/min
Schadstoffeinstufung Euro 4
CO2-Ausstoß 234 g/km
Schaltung automatisch
Gänge 6
 
Testwagenbereifung
Marke Michelin Pilot Sport
Reifen (vorn) 245/35 ZR 19
Rädergröße (vorn) 8 J x 18
Reifen (hinten) 265/35 ZR 19
Rädergröße (hinten) 9 J x 18
Vorteile und Nachteile
  Positiv Negativ
Allgemein
  • Überlegene Fahrleistungen
  • agiles, sicheres Handling
  • schnell schaltende Automatik
  • ausgewogener Komfort
  • Anschaffungspreis
  • Unterhaltskosten und Benzinverbrauch auf hohem Niveau
  • fummelige Schaltknöpfe
Autor: Dirk Gulde
wittich | 02.02.2009, 09:46 Uhr

@SanfterGleiter: "Innengeräsch" wird so schnell wie möglich behoben. Was die Angabe zu den Innengeräuschen angeht, so können wir derzeit nur die Werte ausgeben, die auch im Heft abgedruckt sind. Sorry. Der ADMIN

babbazanetti | 27.01.2009, 16:07 Uhr

der testverbrauch liegt laut ams bei 13,6l superplus und nicht bei 10l. ist aber trotzdem nicht schlecht.

Christian J. | 27.01.2009, 13:41 Uhr

Der B3 ist aber kein Diesel, sondern ein Benziner, deswegen vermutlich auch der BENZINverbrauch. Der B3 ist ein wirkliches Spitzenprodukt, die fehlende Wahlmöglichkeit zwischen Automatik und Schaltgetriebe finde ich sehr schade. Nichts desto trotz sind die Fahrleistungen beeindruckend und die Qualität der ALPINA spezifischen Bauteile auf sehr hohem Niveau. Die Sportlichkeit der früheren Modelle ist leider in der aktuellen Generation fast gänzlich verloren gegangen. Alle aktuell angebotenen ALPINA Fahrzeuge sind "nur" noch komfortorientierte Langstreckenreisefahrzeuge und das obwohl ALPINA sich seit letztem Jahr wieder im Rennsport etablieren will. Ich habe das Gefühl, dass BMW mittlerweile einen sehr großen Einfluss nimmt. Ich hoffe auf zurückgewonnene Eigenständigkeit im gesamten und im speziellen Motoren, die sich von den Serientriebwerken stärker absetzen, für die kommenden Jahre. Besonders ein B8 und B12 würden mich aus technischer Sicht extrem begeistern.

Wulu | 27.01.2009, 12:01 Uhr

Bei einem Diesel von hohem Benzinverbrauch zu sprechen finde ich generell leicht daneben, aber knappe 10l/100km sind angesichts der tollen Fahrleistungen doch wirklich o.k.
Bleibt mal auf dem Boden, irgendwo muss die Power ja herkommen!

SanfterGleiter | 27.01.2009, 01:05 Uhr

Sehr bedauerlich finde ich, dass man uns Auto Motor und Sport-Lesern in der Online-Version mal wieder den Innengeräusch-Pegel vorenthalten möchte. Gerade bei den BMW-Testberichten kommt das in letzter Zeit sehr häufig vor. Sehr schade, da BMW stets bemüht ist, die leisesten Autos der jeweiligen Klasse zu bauen, und man dieses Kaufargument dann so grundsätzlich nicht nachvollziehen kann. Das dürfte auch die BMW-Werbeabteilung auf lange Sicht verärgern, die uns Leser hier mal wieder mit einem netten Flash-Filmchen im Header beglückt.

Wenn die Vorenthaltung der Innengeräusch-Meßwerte zudem so augenfällig geschieht wie hier, dass zwar die Meßwerte nachträglich herausgelöscht werden, aber die Tabellenüberschrift "Innengeräsch" noch stehen bleibt, weil irrtümlich ganz offensichtlich nur das "u" gelöscht wurde und der Rest unbemerkt stehen blieb, verärgert das uns Leser doch sehr, und die BMW-Interessierten unter uns im Besonderen. Da hilft dann auch keine BMW-Flashplayer-Werbung im Header mehr, obwohl wir die natürlich gerne sehen. :-D Denn auch wir werden lieber durch Verlockungen wie hervorragende Berichte oder die Freude am Fahren an die Kasse gebeten als durch das Vorenthalten von ausgewählten Informationen an die Kasse genötigt. ;-) So funktioniert die Käufer-Psychologie nun einmal, auch wenn jeder Meßwert natürlich seinen Wert hat. Es ist einfach auch eine Frage der positiven Grundstimmung, ob man Geld für etwas ausgeben möchte, Preis-Leistungs-Verhältnis hin oder her.

Ich bin begeisterter BMW-Kunde und mag die Auto Motor und Sport sehr und kaufe sie trotz kostenloser Online-Berichte auch gerne hin und wieder. Sie ist für mich nach wie vor die beste Auto-Zeitschrift! Aber diese Art der Motivation, wegen drei oder vier vorenthaltener Meßwerte eine Zeitschrift kaufen zu sollen, macht mich einfach ärgerlich. Da werde ich bockig, auch wenn die Zeitschrift im Verhältnis zu dem Auto, das einen interessiert, nicht viel kostet! So etwas hat die Auto Motor und Sport eigentlich auch nicht nötig, denke ich. Gönnen Sie uns doch die Innengeräusch-Werte bitte auch bei den BMWs-Tests wieder häufiger. Bei den anderen Marken tun sie es ja auch fast immer.. ;-)

Und bitte, sehen Sie dieses Posting als Kompliment für ansonsten absolut hervorragende Testberichte an. Es ist eine konstruktive Kritik an einem hervorragenden Produkt! Nur so ist es von mir gemeint. Es gibt nach wie vor keine besserer Automobil-Zeitschrift als die Ihre!

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