BMW X1 x-Drive 28i im Test: Premium-SUV mit kräftigem Herz

BMW X1 x-Drive 28i

Der bekannt famose Dreiliter-Reihensechszylinder-Benziner mit 258 PS macht den BMW X1 x-Drive 28i zum kleinen, aber starken Luxus-SUV. Wie es um die Qualitäten des stärksten X1-Modells bestellt ist, klärt der Einzeltest.

Weich fahren ist eine Grundregel des winterlichen Autofahrens. Dann bewegt man sich auch auf Schnee zügig und sicher. Umso besser, wenn dabei ein Motor hilft, der Gasbefehle ohne Zeitverzug und so harmonisch umsetzt, als wäre das Pedal direkt im Rückenmark verankert.

Der Sechszylinder schiebt den X1 mächtig voran

Der stärkste Motor im BMW X1 ist so einer. Dass die Reihensechszylinder in der absoluten Spitzenklasse modernen Motorenbaus thronen, gehört inzwischen zum Allgemeinwissen eines jeden Autofans. Was nichts daran ändert, dass die Art, wie die längs liegenden Alu-Magnesium-Blöcke ihre Kraft entfalten, immer wieder begeistert. Lassen wir einmal dahingestellt, wieso uns BMW mit der eigenartigen Bezeichnung 28i fehlenden Hubraum suggerieren will - der Dreiliter-Saugrohreinspritzer schiebt den 1,7-Tonner mit breiter Mächtigkeit an. Dass unter 2.000 Touren kein schlagartig einsetzender Turbolader den Fluss zerstört, freut nicht nur Offroad-Fans.

Eine hauchzarte Schüchternheit fällt kaum auf, da die Sechsgangautomatik blitzschnell Gänge nachlegt. Über 5.000 Touren, wo auch schnellste Turbodiesel ersticken, dreht der Sauger nochmal auf. Der Klang flutet sämig und kräftig ins Ohr. Wie schon im 1er-BMW (damals mit 265 PS, heute mit 258 PS Leistung) adelt der Sechszylinder das Modell.
 
Seine Kraft bringt der X1 souverän auf die Straße

Selbst auf Schnee zieht der in der Basis hecklastig abgestimmte Allradantrieb (zum Allradsystemvergleichstest) locker nach vorne. Die in der Mitte sitzende, elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung schiebt bei erhöhtem Schlupf die Kraft in einer Zehntelsekunde zur Vorderachse. Auf trockener Fahrbahn spurtet BMWs kleinster SUV in 7,1 Sekunden auf 100 km/h. Da schnaufen die meisten anderen Soft-Offroader (zum BMW X1-Vergleichstest) nur hinterher.

Der X1 liebt eine zügige Fahrweise, patzt aber beim Komfort

Zügige Fahrweise mag der aus der 1er- sowie 3er-Plattform geborene X1 sowieso. Dann spielt er seine Handling-Karten aus, wetzt freudig um Kurven und wedelt bei beherztem Gaseinsatz oder Lastwechseln leicht mit dem Schwanz. Das wird besonders auf Schnee zu einer Riesen-Gaudi, wenn eine Flockenfontäne die Seitenfenster besprüht. Das er mit seiner leicht erhöhten Sitzposition zur Gattung SUV gehört, merkt der Pilot auch wegen der präzisen und fast völlig antriebsfrei agierenden Lenkung kaum. Nur beim Komfort zeigt er keine übermäßige Motivation und holpert bisweilen recht steifbeinig über Verwerfungen.

Die Qualitätsanmutung verdient Kritik

Auch seine Qualitätsanmutung verdient Kritik: Mag das hartkunststofflastige Interieur beim Einsteiger-Modell für rund 30.000 Euro gerade noch in Ordnung gehen, wirkt es beim in der Basis schon 41.500 Euro teuren 28i völlig deplatziert. Mit ein paar Extras kratzt der X1-Käufer schon fast an der 50.000-Euro-Marke, dafür darf er dann auch liebevolle Details erwarten - Audi bietet diese im Q5 ganz selbstverständlich an.

Was nichts daran ändert, dass ein X1 in dieser Form für engagierte Fahrer mit Wintersportambitionen ein gelungenes Autos ist: schnell, handlich, traktionsstark, ausreichend geräumig und nicht zu groß und schwer, um beim Bremsen und Rangieren anzuecken. Nur leisten muss man ihn sich können. 

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Alexander Bloch

Autor:

auto motor und sport, Heft 05 / 2010

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