Ach, diese Farbe! Natürlich gibt es auch Imola-Rot, Kyalami-Orange, Estoril-Blau, sogar Arktis-Silber oder Cosmos- Schwarz. Aber schwarz war nur der Humor der BMWLeute, denn sie müssen sich die Schamesröte im Gesicht des Testers ausgemalt haben, als er den M Roadster in der Tiefgarage des Redaktionshauses erblickte. Das Barometer stand auf heiter, doch bei der ersten Ausfahrt blieb das Verdeck zu. Im Innenraum versteht man auf Anhieb, warum die De- signer der sportlichen BMWTochter M GmbH diese Farbe Evergreen nennen. Überall verteilt finden sich Partien im Ton der Außenfarbe, die – kontrastreich abgesetzt mit schwarzen Flächen – den tristen Eindruck des Z3 vergessen lassen. Den Rest an Individualität besorgen spezielle Ledersitze sowie ein erweitertes Instrumentarium mit Chromrändern.
Auch äußerlich sind die Änderungen, die aus einem Z3 einen M Roadster machen, nicht zu übersehen. Gegenüber den zahmeren Vierzylinder-Versionen trägt der neue Spitzentyp der Reihe die breitere Karosserie des 192 PS starken Sechszylindermodells 2.8, die unter den bauchigen Radhäusern Platz für großformatige Reifen schafft. Die wuchtigen Front- Wer allerdings angesichts fast dreifacher Leistung gegenüber dem Basis-Z3 eine wilde Bestie vom Schlage eines Cobra erwartet, sieht sich getäuscht. Nach dem Dreh mit dem Zündschlüssel und dem vertrauten Summen des Anlassers erwacht der Sechszylinder zum Leben, doch der Sound ist erstaunlich verhalten. Steuerketten wimmern, Ansaugrohre zischen, und Ventile schwirren bei Öffnung der Drosselklappen, ohne daß Vibrationen beim Fahrer ankommen. Die gefühlvolle Zweischeiben- Kupplung greift sauber am Ende eines langen Pedalweges, und trotz des spürbaren Widerstands, den die sechs Drosselklappen dem rechten Fuß entgegensetzen, nimmt der Motor ohne Ruckeln Gas an. Sobald Öl und Wasser ihre Betriebstemperatur erreicht haben, zeigt er, was in ihm steckt.
Mit spontanem Antritt reagiert der M Roadster auf jeden Gasimpuls oberhalb von 2000/min und läßt die 245/40 ZR 17 breiten Hinterradwalzen kurz um Traktion kämpfen, bevor er dem Horizont entgegenstürmt. In 5,1 Sekunden sind 100 km/h im zweiten Gang erreicht, und auch jenseits von 5000/min erlahmt der Sturm nicht. Es gibt keine Gipfel und Täler, nur ein gleichmäßiges Drehzahlband bis zum elektronischen Begrenzer bei 7600/ min. Ein kurzer Griff zum Schalthebel, und das Vergnügen beginnt von neuem.




