Cadillac STS 4.6 V8: Caddy Cool

Mit opulenter Ausstattung und einem 325 PS starken 4,6-Liter-V8 stellt der kantig-selbstbewusst gestaltete Cadillac STS eine eigenwillige Alternative in der automobilen Oberklasse dar.

Eines kann man den Cadillac- Designern nicht vorwerfen, nämlich langweilig-rundgelutschtes Design. Ganz im Gegenteil: Der knapp fünf Meter lange STS besteht vorwiegend aus Geraden.

Stämmig, zackig und selbstbewusst startet das Thema Kante bei der Front mit dem dominanten Kühlergrill, flankiert von senkrecht stehenden Batterien aus Haupt- und Nebelscheinwerfern plus Blinkern.

Viel Blech bei relativ kleinen Fensterflächen lässt den Oberklasse- Cadillac stämmig auf seinen 18 Zoll- Rädern stehen, während sich am Heck schmale, hohe Rückleuchten in LEDTechnik um nachhaltigen Wiedererkennungswert bemühen.

Das ist durchaus logisch, denn die meisten Verkehrsteilnehmer dürften den STS vorwiegend aus dieser Perspektive zu Gesicht bekommen. Dafür sorgt der 4,6 Liter große, so genannte Northstar-V8. Im Gegensatz zur bisweilen archaischen US-Konkurrenz, die einzelnen untenliegenden Nockenwellen, Stoßstangen und Zweiventil-Konzepten die Treue hält, mimt der 90- Grad-Motor Maschinenbauingenieur.

Gleich vier Nockenwellen und 32 Ventile mit vollvariabler Steuerung sowohl auf der Einlass- wie der Auslassseite leisten Dienst im Aluminiumblock. 325 PS und 427 Newtonmeter Drehmoment wuchten den 1,9-Tonner in 6,8 Sekunden auf Tempo 100. Beim Thema Durchzug lässt er ebenfalls nichts anbrennen.

Im Gegensatz zum kalorienreichen Vortrieb herrscht klanglich indes Magerstufe: Mit herbem, metallisch hellem Timbre serviert der Northstar Tofu statt Big Mäc. Jedenfalls im Innenraum – Passanten gönnt er tiefgründiges Bassrollen mit wummernder Note.

Der Vorteil dieses dezent-geschliffenen Charakters kommt besonders auf der Autobahn zum Tragen. Gemeinsam mit den dank serienmäßiger Doppelverglasung geringen Windgeräuschen entsteht eine zurückhaltende Akustik, die sogar ein Tempo weit jenseits der 200er-Marke zur kommoden Angelegenheit macht.

Selbst bei der – elektronisch abgeregelten – Höchstgeschwindigkeit von 250, wenn das Head-up- Display eine grüne 270 in die Frontscheibe projiziert, kann man sich noch von der aufwendigen Musikanlage (siehe Spotlight) berieseln lassen.

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Jörn Thomas

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