Bei Geländewagen von Chevrolet denkt man sofort an amerikanische Fullsize-Offroader mit Leiterrahmen, Starrachsen und durstigen V8-Motoren.
Doch der neue Chevrolet Captiva ist aus ganz anderem Holz geschnitzt: Er stammt aus Korea, wo er von der GM-Tochter Daewoo entwickelt wurde und produziert wird. Außerdem sind die Abmessungen der selbsttragenden Karosserie ebenso auf europäische Ansprüche zugeschnitten wie das Fahrwerk mit Einzelradaufhängung rundum. Und als Basismotor kommt ein Vierzylinder-Benziner mit 2,4 Liter Hubraum zum Einsatz, dessen einzige Gemeinsamkeit mit den Vettern aus den Staaten der übermäßige Durst ist. Dazu später mehr. Der Captiva ist das neue Flaggschiff der Chevrolet Europa-Palette, die größtenteils aus ehemaligen Daewoo-Modellen besteht. Denn im Februar 2005 wurde die Marke Daewoo in Europa in Chevrolet umbenannt. Seitdem geht es aufwärts.
Für weiteren Schwung soll nun der Captiva sorgen, mit dem man am ständig wachsenden Kompakt-SUVMarkt teilhaben möchte. Das Attribut kompakt sollte man jedoch nicht allzu wörtlich nehmen. Mit 4,64 Meter Länge liegt der Korea-Chevy nämlich näher am VW Touareg (4,75 m) als am Toyota RAV4 (4,40 m). Entsprechend großzügig fällt das Innenraumangebot sowohl in der ersten als auch in der zweiten Reihe aus. Darüber hinaus ist der Captiva auch als Siebensitzer erhältlich und damit für Familien eine Alternative zu Opel Zafira und Co. Der Klappmechanismus ist denkbar einfach. Ein einziger Handgriff – und die Kopfstützen klappen nach vorne, die Sitze verschwinden bündig im Wagenboden. Allerdings sollten die Sitze sechs und sieben auf längeren Strecken nur Kindern zugemutet werden. Auch der Sitzkomfort auf den übrigen Plätzen wird auf Dauer durch die harte Polsterung eingeschränkt.
Die Lehnen unterstützen den Rücken nur punktuell und bieten in Kurven keinerlei Seitenhalt. Ohnehin empfiehlt sich der Captiva nicht für sportliche Fahrweise. Die Lenkung ist eher soft und indirekt ausgelegt und vermittelt wenig Rückmeldung.




