Chevrolet HHR: Daddy Cool

Nicht hinter jedem Chevrolet verbirgt sich ein Daewoo. Der HHR ist ein echter Amerikaner, der in seiner Heimat schon Karriere gemacht hat. Ist er auch gut genug für Europa?

Das hätte sich Louis Chevrolet nicht träumen lassen. Die Verkaufszahlen von Amerikas volumenstärkster Automarke befinden sich in Europa auf einem Allzeithoch. Doch das einzige, was die hier verkauften Brot-und-Butter-Autos zu Chevrolet macht, ist die Bowtie (Fliege), das goldene Markenzeichen. Der Rest: Daewoo pur aus Korea. Die strikte Trennung zwischen den wahren US-Chevys und den Daewolets beginnt allerdings aufzuweichen. Die Händler haben nun auch den HHR im Programm – einen echten Amerikaner, auch wenn er in Mexiko vom Band purzelt. H HR steht für Heritage High Roof, für das hohe Dach also und die Tatsache, dass so etwas bei Chevrolet Tradition hat. Bei etwas gutem Willen kann man im HHR-Design Anklänge an die Suburbans aus den späten vierziger Jahren erkennen. Näher freilich liegt der PT Cruiser von Chrysler, und das ist auch kein Wunder: Das Design beider Modelle stammt von Bryan Nesbitt, der 2001 von Chrysler zu General Motors wechselte. Der Chevy ist ein Hingucker, keine Frage. Wer auffallen will, ist gut bedient – und wird noch nicht einmal arm dabei. Zu einem Preis von 22 990 Euro wird hier ein stattliches Auto geboten. Im deutschen Umfeld hat der HHR Mittelklasse- Format – in den USA gilt er als Kompaktwagen und verkauft sich wie geschnitten Brot. Aber das nostalgische Styling bringt auch Nachteile mit sich. Die niedrigen Scheiben und die extrem dicken Dachpfosten behindern die Sicht. Trotzdem sind die Abmessungen der Karosserie beim Rangieren gut einzuschätzen, weil man dank hoher Sitzposition die Motorhaube überblicken kann und die Heckscheibe das hintere Ende des Autos markiert. Das subjektive Raumgefühl profitiert vom hohen Dach, das tatsächliche Platzangebot hat Mittelklasse-Format: ausreichende Innenbreite, komfortable Beinfreiheit vor den Rücksitzen. Der Kofferraum ist wie üblich variabel und dank der niedrigen Ladekante leicht zu beladen. HHR-Käufer bekommen viel Ausstattung fürs Geld (siehe auch Datenblatt). Das Leder auf den nur wenig Halt bietenden Sitzen verbreitet sogar einen bescheidenen Hauch von Luxus. Abgesehen davon wird unmissverständlich klargemacht, dass man bei Chevrolet zu sparen weiß und dass der HHR in seinem Heimatland mit Preisen ab 16 000 Dollar zu den ganz billigen Autos zählt.

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Götz Leyrer

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Chevrolet HHR
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