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CLK-CGI

Direkteinspritzer ohne Vorteil

Der erste Mercedes-Motor mit Benzin-Direkteinspritzung gibt im CLK 200 CGI sein Debüt. Ob die Technik dem 170 PS starken CLK zu Vorteilen im Verbrauch gereicht, klärt der Test.

12.11.2002

Mercedes hat von dem neuen 1,8-Liter-Vierzylinder mit Kompressor-Aufladung, den es mit unterschiedlicher Leistung auch als Saugrohr-Einspritzer gibt, eine Variante mit Direkteinspritzung. Deren Kürzel CGI steht für Stratified Charged Gasoline Injection. Und das Resultat dieser Bemühungen: 170 PS bei 5500/min und ein Drehmomentbuckel von 250 Newtonmetern zwischen 3000 und 4500 Touren. Das ist nur wenig mehr, als das gleich große Pendant mit indirekter Benzineinspritzung im CLK 200 Kompressor bietet (163 PS, 240 Nm).

Schlummern die Vorteile der neuen Technik also im Verborgenen? Zunächst fällt auf, dass der CGI-Motor – wie sein Gegenstück mit Saugrohr-Einspritzung auch – in allen Bereichen bemerkenswert leise, kultiviert und vibrationsarm läuft. Ein sehr komfortbetonter Motor also, der besonders im Bereich zwischen 3000 und 5500 Touren in seinem Element ist. Hier reagiert er ordentlich aufs Gas, dreht bereitwillig und verleiht dem 1,5 Tonnen schweren CLK ansprechendes Temperament.

Dennoch verfehlt der CGI bei der Beschleunigung von null auf Tempo 100 mit 9,4 Sekunden die Werksangabe um zwei Zehntel. Schon beim Losfahren tut er sich schwer, denn da verlangt er nach mehr Gas, als man gefühlsmäßig geben würde – weshalb die Maschine gerne mal abstirbt. Zudem zeigt der Motor bei niedrigen Drehzahlen, wenn er mager läuft, eine etwas träge Kraftentfaltung.

Im Verbrauch macht die CGI-Maschine nur im Teillastbereich eine gute Figur. In der Praxis aber muss sie auch oft in Bereichen arbeiten, in denen ihr Wirkungsgrad offensichtlich schlechter ist als der ihres Kollegen mit Saugrohr-Einspritzung. Das Ergebnis einer zügigen Vergleichsfahrt auf Landstraßen und Autobahn: rund ein Liter Mehrverbrauch für den CLK 200 CGI.

Im Alltagsbetrieb mit geringerem Volllastanteil kommt der CGI auf einen Testverbrauch von 9,5 Liter Super Plus. Das ist absolut gesehen günstig – im Vergleich zum 163-PS-CLK, der sich 0,3 Liter mehr genehmigt, aber enttäuschend, zumal der mit Superbenzin auskommt.

Was spricht für den 36.424 Euro teuren CLK 200 CGI im Vergleich zu seinem 163-PS-Bruder? Nichts. Er kostet 1160 Euro mehr, bietet weniger Temperament, hat keine Vorteile bei den Kraftstoffkosten und lässt spezifische motorische Reize vermissen.

Technische Daten
Mercedes CLK 200 CGI
Grundpreis38.280 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4638 x 1740 x 1413 mm
KofferraumvolumenVDA435 L
Hubraum / Motor1796 cm³ / 4-Zylinder
Leistung125 kW / 170 PS (250 Nm)
Höchstgeschwindigkeit231 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,2 s
Verbrauch7,8 L/100 km
Testverbrauch9,5 L/100 km
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