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Dacia Sandero TCe 90 im Test

Günstiger Kompakter mit Automatik

Dacia Sandero TCe 90, Frontansicht Foto: Achim Hartmann 12 Bilder

Den rumänischen Kompaktwagen Dacia Sandero TCe 90 gibt es nun auch mit automatisiertem Schaltgetriebe zum Kampfpreis von 10.690 Euro. Wir haben getestet, ob das Preiswunder überzeugen kann.

30.12.2016 Sebastian Renz 7 Kommentare

Man solle, heißt es – wie man so hört – in Seminaren für Führungskräfte, auch mal loben können. Da wollen wir hier in nichts nachstehen. Ja, also wir wertschätzen durchaus die steten Bemühungen von Dacias Fünfganggetriebe Easy-R im Bereich des automatisierten Gangwechsels.

Dacia Sandero TCe 90, Frontansicht Foto: Achim Hartmann
Dacia hat die Ausstattungsliste des Sandero um ein automatisiertes Schaltgetriebe ergänzt.

Und stellen gleichzeitig bei der Fünfgangbox noch erhebliches wertvolles Entwicklungspotenzial fest. Na, war das jetzt gut so? Ohne all das Learning, das wir aus dem Coaching mitgenommen haben, hätten wir es wohl anders formuliert. Etwa so, dass der Vorteil der automatisierten Schaltung darin liegt, dass es automatisiert schaltet, der Nachteil dagegen in allem anderen.

500 Euro Aufpreis kostet das Easy-R-Getriebe, was im Vergleich zu echten Wandlerautomatiken oder Doppelkupplungsgetrieben sehr günstig ist. Dafür kümmert sich das Dacia-Getriebe entweder ganz selbstständig um Gangwechsel. Alternativ kann der Fahrer jederzeit den Wählhebel von „D“ nach links in die manuelle Gasse drücken und die Gänge selbst wählen. Freunde des Motorsports werden dabei feststellen, dass Dacia dafür die Schaltlogik von Rennwagen übernommen hat: zum Hochschalten ziehen, zum Zurückschalten drücken – wobei starke Kräfte gerade beim Beschleunigen nicht so das Thema beim Sandero mit 898-Kubik-Dreizylinder sind.

Langsame Gangwechesel

Im automatisierten Modus inszeniert das Getriebe die Gangwechsel als dramatisches, langwieriges Ereignis. Um die Anfahrschwäche des kleinen Turbobenziners zu überbrücken, schaltet es in den unteren Gängen erst bei hohen Drehzahlen. Damit setzt es der gerade sacht eingestreuten Vehemenz der Beschleunigung ein abruptes Ende, das die Passagiere nach vorn rucken lässt. In der Zeit, in der das Getriebe dann den nächsten Gang zurechtlegt, ließen sich Flughäfen errichten und Bahnhöfe verbuddeln.

Dacia Sandero TCe 90, Schalthebel Foto: Achim Hartmann
Kurz und knapp: Das neue Getriebe konnte nicht überzeugen.

Mit gut entwickelten hellseherischen Fähigkeiten lässt sich erahnen, wann es der Box nach einem Gangwechsel gelüstet, und der Vorgang mit Gaswegnehmen unterstützen. Bald aber wählt man die Gänge selbst, was das Rucken etwas mindert. Immerhin verursacht das Getriebe keinen Mehrverbrauch. Aber so schlecht muss man erst mal selbst kuppeln können, um das besser zu finden.

Vor- und Nachteile

  • Er ist geräumig, solide, und sparsam.
  • Das Getriebe sollte nur kaufen, wer echt miserabel kuppelt.
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Neuester Kommentar

Ich habe mich hier eigentlich nur angemeldet, weil ich Herrn Renz als Autor des Artikels in jeder Form beipflichten muss und ich mich für diesen zugleich so schön geschrieben Artikel bedanken möchte.

Ich hatte den Sandero mit dem Easy-R Getriebe selbst letzte Woche als Werkstattersatzwagen. Zuerst war ich erfreut - ein zwar kontrovers diskutierter, aber ein in meinem Fall nagelneuer, optisch durchaus netter Wagen. Man steigt gerne ein. Dann aber die erste Fahrt. Wie auf einer Schiffsschaukel. Links/rechts will ich gar nicht beanstanden, das ist halt so ein Semi-SUV bei dem man keine Spurlage wie bei einem Sportwagen erwarten kann. Vor allem aber in Längsrichtung schaukelt der Wagen ständig unerwartet durch das völlig untauglich abgestimmte "Automatik"-Getriebe. Und ich meine ständig. Vor allem natürlich beim - auch seeehr vorsichtigen - Gasgeben und Bremsen, da die automatische Kupplung wie im Artikel beschrieben bei _jedem_ Schalten so mies trennt, dass man jedes Mal im Sitz nach vorne/hinten geworfen wird. Aber selbst bei schnurgerader Straße, ohne jeden Versuch der Beschleunigung war das Fahrzeug kaum linear zu bewegen, auch nicht nach mehreren hundert km Fahrpraxis. Und ich habe schon einen sehr sensiblen Gasfuß und bewege meist nur 1-2cm des Pedals meines Hauptfahrzeugs, um vorwärts zu kommen. Nicht nur für die Mitfahrer inkl. Hund war die Automatik daher ein entsetzlicher Graus...

Ich habe nach der ersten Fahrt im Büro vom "Understatement"-Ersatzwagen erzählt, wurde neugierig nach dem Inneren, nach der Qualitätsanmutung etc. befragt, was ja ein Werbeargument von Dacia ist. Ich konnte schlicht nichts dazu sagen. Nach meiner ersten Fahrt war mir als Fahrer dermaßen schlecht durch diese furchtbare Schaukelei, dass bei mir keinerlei sonstigen Eindrücke vom Innenraum hängen geblieben waren. Bei den weiteren Fahrten habe ich dann mit Mühe auch auf die sonstigen Merkmale geachtet - und die wären tatsächlich durchaus respektabel, gäbe es nur dieses bescheidene Getriebe nicht. Wenn Herr Renz im Kurztest auf die Nennung weiterer Eindrücke vom Fahrzeug verzichtet hat, kann ich das daher sehr gut verstehen - sie sind völlig irrelevant, weil sie sich im Schatten des Getriebes verlieren.

@Potenzielle Käufer: Ja, der Wagen sieht gut aus, die Qualitätsanmutung ist deutlich besser als erwartet. Aber um Himmels Willen, bittebittebitte probiert die Automatik vor dem Kauf aus und kauft sie auch bei Gefallen nur, wenn ihr nicht mit einem Wiederverkauf rechnet. Denn der Wiederverkaufswert dürfte spätestens nach einer Probefahrt des Durchschnittskäufers dramatisch sinken. Mit manuellem Getriebe wäre der Wagen dagegen wahrscheinlich zwar knapp, aber durchaus ausreichend motorisiert.

@Dacia: Um Himmels Willen, tut euch einen Gefallen und nehmt bittebittebitte dieses Easy-R Getriebe aus dem Programm. Das Ding ist geschäftsschädigend.

@Werkstätten/Markenhändler: Tut euch einen Gefallen und kauft den Sandero mit Easy-R-Getriebe als billigen Werkstattersatzwagen, solange es ihn noch gibt. Wenn der Kunde den Ersatzwagen entnervt zurückgibt und seinen eigenen Wagen wieder erhält, ist er heil froh, dass er so einen tollen Wagen hat und ist auch gerne bereit, für die teure Reparatur so viel Geld zu bezahlen ;)

P.S.: Ich weiß, wovon ich rede. Ich hatte in meinem Leben schon viele Autos, die mich teils lange Jahre begleitet hatten und die ich aus nostalgischen Gründen teils immer noch auf dem Hof stehen habe und manchmal bewege. Etwa einen R4 mit 25PS und einen Kadett C mit kleinstem Motor und 3-Gang-Automatik. Jedes dieser Fahrzeuge lässt sich trotz schwächster Motorisierung und "komischem" Getriebe um Welten angenehmer bewegen, als der Sandero mit dieser Easy-R-Automatik.

So, das musste raus, nach dieser grausligen Woche :)

MickK 10. Juli 2017, 11:27 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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