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Der Audi A4 3.2 FSI quattro im Test: Neuer Star der Mittelklasse? Der Audi A4 3.2 FSI quattro

Neben seinem optischen Auftritt soll der neue Audi A4 nun auch fahrdynamisch das neue Maß in der Mittelklasse sein. Das Topmodell 3.2 FSI quattro tritt den Beweis an.

Nicht nur Kinderaugen beginnen zu leuchten. Auch Erwachsene lassen sich von der Magie der strahlenden Pupillen einfangen. Das Tagfahrlicht des neuen Audi A4, als schwungvoller Lidstrich zelebriert, verfehlt seine Wirkung nicht. Für manche wirkt er überschminkt. Egal – er polarisiert. Wie überhaupt der ganze Testwagen mit vollem Ausstattungsornat inklusive S-Line-Paket eine polarisierende, dynamische Kampfansage an die Dauerrivalen BMW Dreier und Mercedes C-Klasse darstellt. Oder, wie Wolfgang Egger, Leiter Design des Audi Konzerns, es auszudrücken pflegt: „Das Gefühl für die Fahrdynamik wird durch die neuen Proportionen sofort spürbar.“ Na dann ... Der A4 hat sich also viel vorgenommen, vor allem bezüglich der Agilität.
 
Der Audi A4 3.2 FSI quattro – die stattliche Limousine
 
Er soll ein neues Kapitel der Fahrdynamik aufschlagen: Mit dem unlängst überarbeiteten Allradsystem, das auf eine hecklastigere Momentenverteilung baut sowie Fahrwerkskomponenten aus Aluminium. Und unter Mithilfe eines Hinterachsdifferenzials, das zur höheren Kurvengier dem kurvenäußeren Rad mehr Kraft zuteilt. Bei so viel technischen und theoretischen Vorschusslorbeeren fleht der A4 3.2 FSI quattro geradezu nach einem Ausflug ins Hockenheimer Motodrom. Der Weg dorthin führt zunächst durch dichten Stadtverkehr mit kreuzenden Straßenbahnschienen, was bei der stattlichen Limousine auf kein allzu großes Verständnis stößt. Die 19-Zöller stolpern ungelenk über kurze Absätze. Und von Spurrillen fühlen sich die 255 Millimeter breiten Dunlop SportMaxx GT-Reifen animiert, den Allradler immer wieder dezent aus dem Ruder laufen zu lassen. Zudem wirkt die elektrisch unterstützte Lenkung übertrieben direkt, schwergängig sowie befremdlich synthetisch.

Modi auswählen auf Knopfdruck
 
Dagegen gibt es jedoch teilweise Abhilfe: Das im Testwagen installierte Audi drive select (2.135 Euro Aufpreis) soll‘s den individuellen Bedürfnissen nach richten. Auf Knopfdruck lassen sich unterschiedliche Modi anwählen, die Einfluss auf die Sensibilität des Gaspedals, der Lenkkräfte sowie deren Übersetzung nehmen. Und die elektromagnetischen Ventile der so genannten CDC-Dämpfer offerieren eine differenzierte Fahrwerksabstimmung. In der Stufe comfort vollzieht das Aluminiumfahrwerk das Anfedern bei kurzen Stößen gekonnter. Derart konfiguriert bietet der A4 auch einen angemessenen Langstreckenkomfort sowie ein praktikables Lenkgefühl – ganz zu schweigen von den übrigen Annehmlichkeiten.
 
Platz und Raumgefühl wähnen die Insassen nämlich eine Fahrzeugklasse höher. An der Perfektion der Verarbeitung gibt es ebenso wenig zu mäkeln wie an der schlüssigen Anordnung der Instrumente und Schalter. Nur das im vollen Ausstattungsornat reichhaltige Angebot an elektronischen Einstellungsmöglichkeiten will vor Fahrtantritt verinnerlicht sein. Auch wenn sich die Bedienungsanleitung gar während der Fahrt vom gut ablesbaren Navigationsbildschirm abrufen lässt. Die elektronischen und räumlichen Annehmlichkeiten drücken unterm Strich jedoch auch aufs Gewicht. Immerhin glatte 1,7 Tonnen wiegt der Allradler mit seinem 265 PS starken Sechszylinder. Andererseits bietet der – wie bereits beim A5 praktiziert – neu konstruierte Antriebsstrang die Möglichkeit, den Motor zentraler über der Vorderachse zu platzieren.

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Der sportlichste A4
 
Ein technischer Kniff, dessen Resultat sich nahe an das Optimum einer paritätischen Gewichtsverteilung heranpirscht. Schließlich verteilt sich das Gesamtgewicht des A4 3.2 quattro im Verhältnis von 55,5 zu 44,5 Prozent auf Vorder- beziehungsweise Hinterachse. Verheißungsvolle Werte, die sogar jene des Audi S5 überbieten (siehe Supertest Ausgabe 1/08). So kommt es also nicht von ungefähr, dass der neue und in dieser Form momentan sportlichste A4 die fahrdynamische Herausforderung auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim mit einem erfrischenden Tatendrang annimmt.
 
Vom oftmals kritisierten Untersteuern blieb nur noch ein kläglicher Rest in engen Kurven übrig. Ansonsten wird der Dynamic-Modus mit der extrem straffen Dämpfer-Kennlinie seinem Anspruch vollauf gerecht. Auf der Rennstrecke passt das Feedback der Lenkung, die Einlenkbefehle schnörkellos und präzise in die Tat umsetzt. Mit dem Grenzbereich geht der A4 unter Last ein neutrales Verhältnis ein. Losgelöst von der zweistufigen ESP-Leine sind sanftmütige Lastwechselreaktionen erkennbar. Gerade genug, um den Spieltrieb mit der ausgeprägten Agilität zu unterstützen. Ohne Zweifel: So engagiert haben sich die vier Ringe in Limousinenform auf der Rennstrecke bislang nicht bewegen lassen. Dennoch ziehen im Parcours durch den 18-Meter-Slalom kurz dunkle Wolken auf. Bei den schnell aufeinander folgenden Amplituden ist der Dynamik-Modus keine Hilfe.

In 6,0 Sekunden von Null auf Hundert
 
Vielmehr fühlt sich der Fahrer vom System entkoppelt. Die Comfort-Stellung ist in diesem Fall die deutlich bessere Alternative. Sie bietet ein neutrales, berechenbares Gebaren und ein den Anforderungen angemessen ehrliches Gefühl in der elektrischen Lenkung. Dass sich im Testwagen nach der mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 66,7 km/h zügig absolvierten Slalomprüfung das Lenkrad um 90 Grad verstellt und erst nach mehreren Neustarts wieder automatisch in die Nulllage zurückversetzt, hinterlässt allerdings ein mulmiges Gefühl.
 
Absolut zufriedenstellend verläuft hingegen die Flucht nach vorn. Mit 6,0 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h unterbietet der Testwagen sogar die Werksangabe. Der Schaltstock flutscht kurz und knapp durch die Gassen. Der V6 windet sich mit einer gierigen und leichtfüßigen Art bis auf über 7.000/min hinauf. Tonal zeigt sich der Direkteinspritzer dabei keineswegs pennälerhaft, sondern mit einem elegant zurückhaltenden Volumen. Das reicht ja schließlich auch, wenn man sich fahrdynamisch derart gut in Szene zu setzen versteht. Ganz zu schweigen von diesem Blick...

Jochen Übler

Autor

Foto

Herzog

Datum

27. Februar 2008
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 02/2008.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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