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Der Dodge Viper SRT-10 im Test

Die Amis kommen... die neue Dodge Viper SRT-10

Foto: Frank Herzog 20 Bilder

Alter schützt auch vor Leistung nicht, weswegen die Dodge Viper SRT-10 in ihrem zwanzigsten Lebensjahr nochmals kräftig nachlegt oder, besser gesagt: zulegt – mit mächtigen 8,4 Liter Hubraum und 612 PS.

09.03.2009 Jochen Übler Powered by

Natürlich kann die Fortbewegung auch dezenter ausfallen. Handlich und trendy im Smart oder klassisch kompakt mit einem Golf zum Beispiel. Auch ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Paarung aus 8,4 Liter Hubraum und lediglich zwei Sitzplätzen nicht gerade als Nonplusultra einer beförderungstechnischen Effizienz gilt. So what ...? würde der Amerikaner entgegnen. Schließlich übt sich das dickste Ding aus den USA seit jeher im Polarisieren und nicht im Transportieren. Zu diesem Zweck zieht eine Dodge Viper auch alle erdenklichen Register.
 
Allein schon mal den wuchtigsten Motor, der momentan auf öffentlichen Straßen rennt. Und der ohne großes feierliches Tamtam zum nahezu zwanzigjährigen Bestehen dieses legendären Schlachtrosses sogar noch eine Zugabe gibt. Jedoch nicht auf offizieller Europatournee. Weil die jüngste Evolutionsstufe der giftigen Schlange noch nicht bis über den Großen Teich reicht. Es sei denn, freie Importeure (siehe Fazit) nehmen sich der aktuellen, nochmals gestärkten Sachlage des US-Sportlers an. Diese gestaltet sich – neben dem altbekannten Zusatz SRT-10 – mit einem Hubraumaufschlag von 100 Kubikzentimeter.

Fliegengewicht von 1.563 kg vollgetankt
 
Allein dieser fällt bei einem ab sofort gültigen Gesamtvolumen von 8.383 cm3 zweifellos nicht übermäßig groß ins Gewicht. Wären da nicht noch weitere Feinheiten, die dem haarscharf hinter die Vorderachse gezwängten, monströsen V10-Gebilde noch mehr Schlagkraft verleihen. So atmet der aktuelle US-SRT-10 durch größere Ventile, die widerum über eine variable Nockenwellen-Steuerung in überarbeiteten Zylinderköpfen ihren eiligen Dienst verrichten. Während der Ansaug- und Abgastrakt penibel geglättet sowie die Verdichtung moderat angehoben wurden.
 
Insgesamt führen die optimierten Strömungsverhältnisse dazu, dass der stolze Zehnzylinder nun die 600er-Hürde locker nimmt. Genau genommen sind es 612 Pferde, die bei vergleichsweise hohen 6.100 Umdrehungen in die Hufe kommen. Auch das Angebot des maximalen Drehmoments verlagert sich in höhere Regionen. Angesichts der subjektiven Empfindung ändert sich hingegen nichts: Das Ding schlägt nach wie vor zu – und zwar wie Hulk Hogan in seinen besten Jahren.

Die Snake Skin Green lackierte Diva ab 97.900 Euro
 
Trotz der für den V10 neu entdeckten Drehzahlwut spielt der Takt, in der die Kurbelwelle rotiert, eine nebensächliche Rolle. Ansatzlos, also bereits ab Leerlaufdrehzahl, bollert der Zweiventiler los, schiebt die 1.563 Kilogramm ebenso infernalisch wie auch unangestrengt nach vorn. Dabei mühen sich das gut arbeitende Sperrdifferenzial und die in Summe 790 Millimeter breite Aufstandsfläche der Hinterreifen redlich, um den frei werden Gewalten beim Messprogramm Herr zu werden. Jedoch fallen die ermittelten Werte zunächst nicht ganz so begeisternd aus, wie angesichts der Leistung anzunehmen ist.
 
Zumindest bis Tempo 100, weil der erste Gang des überarbeiteten, aber nach wie vor knorrig zu bedienenden Getriebes lediglich bis 96 km/h reicht. Bis 200 Sachen macht die grell geschminkte, in Snake Skin Green lackierte Diva dann doch Boden gut und spielt ihre Vorgängerinnen zumindest mit einem Vorsprung von einer Sekunde an die Wand. Dass sich weder die Elastizitätswerte noch die Rundenzeit auf dem Kleinen Kurs maßgeblich ändern, mag zweierlei Gründe haben.

Die ellenlange Motorhaube des Dodge Viper SRT-10
 
Einerseits hatte das Testobjekt noch jungfräuliche 1.500 Kilometer auf dem Buckel. Und andererseits kommt die hinzugewonnene Leistung erst in jenen Drehzahlregionen nachhaltig ins Spiel, die nicht permanent genutzt werden können. Was der per se brachialen Gewalt in diesem Eindruck schindenden Umfeld dennoch keinen Abbruch tut. Gefangen im engen Schlund des Innenraums zollt der Fahrer diesem Monstrum so oder so höchsten Respekt.
 
Auch wenn die immer noch vorhandene Kunststoffwüste selbst keine faszinierenden Reize parat hält – bis auf die eng umschlingenden Sitze wohlgemerkt. Am besten, der Blick schweift weiter – über jene ellenlange Motorhaube, deren Antlitz nun noch größere Luftein- und Auslasskiemen prägen. Und das Ohr labt sich an den Trommelfeuern, die aus den Endtopfmündungen in den Schwellern gleichfalls unter Last sowie auch unter Schub diesem für den Alltag teilweise surrealen Fortbewegungsmittel die Krone aufsetzen.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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