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Nissan 370 Z Pack

Talentierter V6-Sportwagen mit 331 PS im Test

Nissan 370 Z Pack Foto: Hans-Dieter Seufert 20 Bilder

Heckantrieb, Sechszylinder, exotische Form - ein echter Sportwagen für weniger als 40 000 Euro: Das macht den Nissan 370 Z einzigartig. Obwohl er im Auftritt stark an seinen Vorgänger 350 Z erinnert, wurde nahezu alles am Zweisitzer erneuert. Und damit auch verbessert?

18.09.2009 Marcus Peters

Egal, ob Casting-Show oder Millionen-Quiz: Nicht nur Deutschland träumt den schnellen Weg nach oben; die beschwerliche Ochsentour scheint out. Doch dann gibt es die Typen vom Schlage eines Nissan Z. Ein Underdog, der sich seit Generationen im harten Sportwagen-Geschäft durchzuboxen versucht.

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Einzeltest Nissan 370 Z
auto motor und sport 19/2009
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Der Nissan 370 Z ist kürzer und breiter als sein Vorgänger

Jetzt nimmt er einen weiteren Anlauf an die Spitze: als Nissan 370 Z. Zwei ungewöhnliche Feststellungen vor dem Start: Der Nissan 370 Z wurde kleiner. Er ist 65 Millimeter kürzer als sein Vorgänger, aber 30 Millimeter breiter. Und, wichtiger: Er bleibt sich optisch treu. Normalerweise werden japanische Autos immer komplett umgekrempelt. Doch die Designer haben dieser ureigensten aller japanischen Versuchungen widerstanden. Wie ein Außerirdischer tauchte sein Vorgänger Nissan 350 Z damals zwischen NIssan Micra, Nissan Almera und Nissan Primera auf. Natürlich werden Historiker geflissentlich auf die lange Tradition des Z seit 1969 hinweisen; sie war aber zwischen 1996 und 2003 unterbrochen - bis uns Nissan mit dem markigen Nissan 350 Z überraschte, der Sportwagen-Träume realisierbar machte. Und das ist auch heute noch so: Den Nissan 370 Z gibt es ab 38.690 Euro. Die Finesse eines (deutlich teureren) Audi TT RS fehlt ihm. Wer auf Rundenzeiten, Vortriebs-Perfektion und Material- Anmutung schielt, sollte besser die vier Ringe durch den Fahrtwind schieben. Aber der Nissan 370 Z ist ein Sportwagen per Definition - zweisitzig, heckgetrieben, exotisch gestylt und damit einzigartig. Denn unterhalb von 40 000 Euro gibt es sonst nur den Lotus Elise. Doch der sieht nicht halb so erwachsen aus und wird mit einem mageren Vierzylinder bestückt.

Der Nissan 370 Z - Hubraum stieg auf 3,7 Liter

Im Nissan 370 Z tönt immerhin ein Sechszylinder der VQ-Reihe. Jetzt, in der vierten Generation, stieg der Hubraum von 3,5 auf 3,7 Liter, das Drehmoment von 358 auf 366 Nm bei 5200/min und die Leistung von zuletzt 313 auf 331 PS bei 7.000/min. Ein Aggregat also, das mit steigender Drehzahl zum Derwisch werden sollte; diese Aussicht lässt dem Sportwagen-Fan das Wasser im Munde zusammenlaufen. Blick ins Cockpit. Die Materialanmutung wurde besser, ist aber trotz geschäumtem Armaturenbrett speziell bei den Schaltern noch weit vom satten Premium-Klick eines Audi entfernt. Immerhin stellt sich der Testwagen nahezu voll ausgestattet mit optionalen 19-Zöllern, Metallic-Lackierung und DVD-Navigationssystem zusätzlich zur so genannten Pack-Linie vor (41.190 Euro). Diese umfasst die Bose-Soundanlage, den Tempomat, die Sitzheizung, Teilleder-Ausstattung sowie einen Modus, bei dem das Getriebe einen automatisierten Zwischengasstoß initiiert.

Der Nissan 370 Z vermittelt das Gefühl eines Renn-Tourenwagens

Druck auf den Start-Knopf rechts neben dem Lenkrad. Unterschwellig rumoren Vibrationen, was sich nach großem Hubkolbenmotor und gigantischem Drehmoment anfühlt. Fast archaisch, zumal auch das Getriebe mahlt und die Karosserie knistert. Alleine durch diese Geräuschkulisse involviert der Nissan 370 Z (der Nissan 370 Z im Fahrbericht) seinen Fahrer permanent ins Geschehen, lässt ihn nicht mehr aus seinen Fängen. Den Nissan 370 Z fährt man nie nebenbei, sondern immer bewusst. Nachdrücklich will der erste Gang in die Gasse geschoben werden; der Nissan 370 Z verlangt nach einem zupackenden Wesen. Elastisch legt der Motor los, nach dem Anfahren lässt sich sofort der dritte Gang und anschließend der fünfte oder gar sechste einlegen und so eine Art Spritguthaben herausfahren - für die spaßige Landstraßen-Runde hinterher. Aber schon in der Stadt fühlt sich der Nissan 370 Z nach Renn-Tourenwagen mit Überrollkäfig an, so steif wie er Kanaldeckel überrollt und dabei seine Insassen durchschüttelt. Und so giftig, wie die Bremse auf Pedaldruck reagiert. Der Sechszylinder hält sich hingegen vornehm zurück. Hat sein Vorgänger nicht einen rauchigen Blues trompetet?

Der Nissan 370 Z fordert den Piloten

Vielleicht muss er sich erst warmspielen. Zunächst aber geben die laut walkenden Breitreifen den Ton an. Immerhin bockt der Nissan auf Landsträßchen nicht mehr so vorlaut mit der Hinterachse wie sein Vorgänger; die Federung nimmt Stöße auf, statt sie weiterzugeben. Trotzdem tänzelt er nach Art eines Porsche 911 der 996-Baureihe, lässt sich auf Bodenwellen vom rechten Weg abbringen und dabei bis in die Lenkung anregen. Mehr als ein nur sportlicher Wagen fordert der Nissan 370 Z (die Preise für den Nissan 370 Z) als Sportwagen den Fahrer; er muss das Lenkrad im festen Griff führen, gegen die Verhärtung ankämpfen, die Richtung korrigieren oder den Nissan 370 Z per Lastwechsel in die Kurve zwingen, wenn dieser untersteuern will. Der Erlebniswert des Haudegens ist hoch wie selten in der 40.000-Euro- Klasse.

Kaum Druck und wenig Sound im Nissan 370 Z

Hinlangen als Teil des Vergnügens, sofern man das Fahren als Bewältigung versteht. Oder es wird zur Arbeit, wenn man Leichtgängigkeit erwartet. Die Rückmeldung des Fahrwerks jedenfalls übertrifft die der Lenkung noch, Reaktionen kündigt der Nissan 370 Z fast durch ein Megaphon an. Höchstens auf Nässe bricht das Heck aus, falls das ESP ausgeschaltet ist. Wer bei Trockenheit ohne elektronische Fangleine voll aufs Gas geht, lässt nur das kurveninnere Rad quieken - verpuffender Leistungsüberschuss trotz Differenzialsperre. Doch selbst das fällt kaum auf: Der Sechszylinder dreht angekettet hoch, und man fragt sich, wann die 331 PS endlich zuschlagen - bis der Drehzahlbegrenzer bei 7.500/min ernüchternd einsetzt. Kaum Druck, wenig Sound.

Der Nissan 370 Z auf dem Weg zum ernst zu nehmenden Sportwagen

Als optionale Neuheit bietet der Nissan 370 Z den so genannten S-Modus, per Knopfdruck aktivierbar: Dann gibt der Sechszylinder beim Herunterschalten selbsttätig Zwischengas auf das Drehzahlniveau des nächsten Gangs. Das verhindert, dass die angetriebenen Räder beim hastigen Einkuppeln stehen bleiben. Der Könner dagegen will gerade mit diesem zusätzlichen Bremsmoment an der Hinterachse spielen - um etwa den untersteuernden Nissan 370 Z notfalls in die Kurve zu zwingen. Den schnellen Weg an die Spitze garantieren Schalthelfer natürlich nicht, aber sie unterstützen den Kampf um persönliche Bestzeiten. Und der Nissan 370 Z vermittelt schnelle Erfolgserlebnisse. Zeit, aus der Schublade des Geheimtipps herauszuklettern. Ein ernst zu nehmender Sportwagen wollte der Nissan 370 Z werden. Trotz Kritik in Details ist er auf dem richtigen Weg.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gute Verwindungssteifigkeit
  • einfache Bedienung
  • ordentliches Raumgefühl
  • nach hinten unübersichtlich
  • keine Längsverstellung der Lenksäule
Fahrkomfort
  • ordentlicher Gesamtkomfort
  • wirksame Klimaautomatik
  • eingeschränkter Abrollkomfort
  • im Lordosenbereich zu weiche Sportsitze
  • hohes Innengeräuschniveau
Antrieb
  • gute Fahrleistungen
  • kräftiger Durchzug
  • passende Getriebeabstufung
  • schwergängige Schaltung
  • zähe Leistungsentfaltung
  • starke Motorvibrationen
Fahreigenschaften
  • sicheres Fahrverhalten
  • breiter Grenzbereich
  • gute Rückmeldung
  • hohe Agilität
  • rückmeldungsreiche Lenkung
  • Tigern auf welliger Fahrbahn
Sicherheit
  • standfeste Bremsanlage
  • umfangreiche Sicherheitsausstattung
Umwelt
  • noch akzeptabler Verbrauch
  • Einstufung nach Euro 4
Kosten
  • günstiger Kaufpreis
  • niedrige Haftpflicht-Prämie
  • drei Jahre Garantie
  • hohe Vollkasko-Prämie
  • kurze Wartungsintervalle

Fazit

Ein einzigartiges Konzept in dieser Klasse: Der Nissan 370 Z ist ein echter Sportwagen, agil und präzise. Mit dem eingeschränkten Komfort kann man leben, aber der unwillig drehende V6 schmälert den Fahrspaß.

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Technische Daten
Nissan 370Z
Grundpreis38.690 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4250 x 1845 x 1310 mm
KofferraumvolumenVDA235 L
Hubraum / Motor3696 cm³ / 6-Zylinder
Leistung243 kW / 331 PS (366 Nm)
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h5,3 s
Verbrauch10,4 L/100 km
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