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Peugeot 1007 im Test

Wie gut ist der Peugeot 1007 wirklich?

Foto: Achim Hartmann 16 Bilder

Der Peugeot 1007 ist mit zwei Schiebetüren und variablem Raumkonzept auf der Suche nach Kultcharakter. im Test haben wir die 1,4-Liter-Benzinversion mit 73 PS unter die lupe genommen und ausführlich getestet was in dem Kleinwagen steckt.

10.06.2005

Der Peugeot 1007 ist ein Auto, das mit Charme werben muss. Eines, das kaufentscheidende Reize auszustrahlen hat. Denn der Begriff Schiebetürenauto als einziges Signal der Andersartigkeit rechtfertigt den Erfolg auf den ersten Blick zunächst nicht. Doch der Verzicht auf konventionelle Portale verschafft dem 3,73-Meter-Van von Peugeot bereits eine Optik mit viel Anziehungskraft.

Wer nicht gerne redet, sollte das Auto meiden: Kaum ein Passant geht wortlos am Peugeot 1007 vorbei. Dabei ist es gar nicht so einfach, den Viersitzer einzuordnen. Wenn die Schiebetüren per Knopfdruck ihr leise summendes Sesam-öffne-dich-Spiel beendet haben, betritt man fast erhobenen Hauptes eine kinoähnliche Welt.

Die ungewöhnlich großen Fensterflächen wirken wie riesige Leinwände, über die grüne Landschaften und gelbe Rapsfelder flimmern. Das Platzangebot auf den Vordersitzen ist enorm, doch der endlose Vorbau – typisch Van – scheint sich bis in den Horizont zu ziehen. Gute Übersicht? Vergessen Sie’s. Schnell aufs Knöpfchen links des Lenkrads gedrückt, und die Türen schließen wie bei der S-Bahn.

Es kann losgehen. Fahrer und Beifahrer richten sich ein, wirken in dem 1,6 Meter hohen Peugeot 1007 fast winzig angesichts der gigantischen Kopffreiheit und stellen doch den ersten Nachteil des Schiebetürenkonzeptes fest: Innen fehlt es an Armauflagefläche.

Darüber hinaus präsentiert sich der Peugeot 1007 jedoch wie eine riesige Spielwiese: Die Beifahrerlehne ist umklappbar und verwandelt sich leicht in eine Tischablage. Überall taucht mal wieder ein kleines Ablagefach wie unter den Vordersitzen auf. Die Rücksitze sind verschiebbar und ihre Lehnen einzeln um- und vorklappbar, ganz leicht und mit wenigen Handgriffen.

Wer allerdings von der Kofferraumseite aus umbaut, darf sich wegen der viel zu hohen Ladekante schon mal getrost auf schmutzige Hosen einstellen.

Das Gepäckvolumen unter der pappig wirkenden Kofferraumabdeckung rangiert zwischen 178 und 1048 Litern, was genauso beachtlich ist wie der problemlose Einstieg in den Fond. Die Schiebetüren geben eine 92 Zentimeter breite Öffnung frei, und so schaffen es auch große Menschen komfortabel in Reihe zwei des Peugeot 1007.

Dort ist dann für sie aber Schluss mit lustig. Auf denn kleinen, kaum konturierten Sitzen halten es nur Kinder für längere Zeit aus. Doch auch sie haben es über der Hinterachse nicht leicht.

Denn der Peugeot 1007 mag konzeptionelle Stärken haben – beim Federungskomfort hat er echte Schwächen. Er stolpert und stößt vor allem über kleine Fahrbahnunebenheiten, Asphaltschäden und Autobahnquerfugen, dass es speziell Fondpassagieren schlecht werden könnte. Große Bodenwellen weiß der kleine Van dagegen viel besser auszufiltern.

Die aufwendige Technik fordert noch einen Preis. Der Peugeot 1007 ist für ein Auto dieser Größenordnung schwer. 1175 Kilogramm wuchtet der Viersitzer auf die Waage. Oder anders herum ausgedrückt: 3,18 Kilogramm pro laufenden Zentimeter. Da hat der 1,4-Liter-Benziner mit 73 PS wenig Chancen, sich artgerecht in Szene zu setzen.

Mit dem durchzugsschwachen Triebwerk schlafft der Peugeot 1007 in unserem Test schon an der kleinsten Steigung ab und verbreitet noch dazu das wenig lustvolle Stöhnen eines überforderten Vierzylinders. Die Folge der mageren Leistungsausbeute: Das Auto bewegt sich oft im oberen Drehzahlbereich und genießt das kostbare Superbenzin in vollen Zügen. Bei schneller Autobahnfahrt sind Verbrauchswerte von mehr als zehn Liter pro 100 Kilometer drin. Auch das Testmittel ist mit 8,5 Litern für ein Auto dieser Größenordnung eindeutig zu hoch. In Kombination mit dem viel zu kleinen 40-Liter-Tank bringt der Peugeot 1007 so auch nur eine magere Reichweite mit.

Dafür erweist sich der Peugeot auf kurvenreichen Strecken als überraschend handlich. Er lenkt gut ein und erlaubt hohe Kurvengeschwindigkeiten, wobei leichte Lastwechselreaktionen vom serienmäßigen ESP ausgeglichen werden.

Auch bei den Fahrdynamiktests zeigt sich mit voller Zuladung, dass der Peugeot 1007 spürbar mit dem Heck drängt, bis ihn der elektronische Rettungsanker auf neutralen Kurs bringt. Der hohe Aufbau ist zudem sehr seitenwindempfindlich. Die Sicherheitsausstattung ist nahezu perfekt, neben ESP sind Airbags serienmäßig an Bord, soweit das Auge reicht: Dazu zählen Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie zum Schutz der Fahrer-Knie sogar ein Luftsack an der Lenksäule.

Der Mut zu dieser neu gefüllten Lücke im Autosegment kostet in der getesteten Version 75 Filou mit dem leicht schaltbaren, aber im fünften Gang zu lang übersetzten Getriebe 13 650 Euro, wobei als wichtiges Extra nur die unbedingt empfehlenswerte Klimaanlage fehlt (1100 Euro).

Dafür wirkt der Peugeot 1007 im Cockpitbereich solide verarbeitet, mit vielen pfiffigen Details. Nur die Sitze sind zu weich und bieten vor allem im unteren Rückenbereich wenig Unterstützung. Auch Dachhimmel und die Abdeckungen der Fächer könnten hochwertiger wirken. Doch das ist es nicht, was nachdenklich stimmt.

Die alles entscheidende Frage lautet: Brauchen wir Autos mit Schiebetüren? Gewiss, sie haben einige Vorteile beim Ein- und Ausstieg in engen Parklücken. Doch wer es eilig hat, wird beim automatischen Türöffnungsprozess durchaus auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Und wenn man während des Tankens die Fahrertür öffnen möchte, hat man Pech gehabt: Sie gibt aus Sicherheitsgründen dann nur noch einen Spalt frei.

Wer Wert auf Andersartigkeit legt, Abstriche beim Federungskomfort machen kann und bis 2006 Zeit hat, auf den 109-PS-Benziner zu warten, mag hier an der richtigen Adresse sein. Denn der Peugeot 1007 ist vor allem ein sympathischer Imageträger und weniger ein vernünftiges Auto. Und für manchen ist das ja gerade gut so.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • viel Platz auf den Vordersitzen
  • leichter Zustieg auch in den Fond
  • sehr variabel
  • schlechte Übersicht nach vorne
  • Türen öffnen langsam
Fahrkomfort
  • schnell ansprechende Heizung
  • guter Komfort auf langen Bodenwellen
  • stößig auf kurzen Unebenheiten
  • unbequeme Sitze im Fond
  • hoher Geräuschpegel
Antrieb
  • leicht schaltbares Getriebe
  • temperamentloser Motor
  • laut im oberen Drehzahlbereich
  • schlechte Elastizität
  • geringe Reichweite
Fahreigenschaften
  • gute Handlichkeit
  • gute Traktion
  • Lastwechselreaktionen bei voller Zuladung
Sicherheit
  • gute Sicherheitsausstattung
  • standfeste Bremsen
Umwelt
  • hoher Verbrauch
Kosten
  • niedrige Kaskoeinstufung
  • umfangreiche Serienausstattung
  • hoher Anschaffungspreis

Fazit

Der attraktiv gestylte Microvan bietet mit seinen Schiebetüren bequemen Zustieg in den Innenraum, wo Fahrer und Beifahrer viel Platz finden. Nachteile: mäßiger Komfort, schlapper Motor, viel zu hoher Verbrauch.

Technische Daten
Peugeot 1007 75
Grundpreis14.750 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3731 x 1686 x 1620 mm
KofferraumvolumenVDA178 bis 1048 L
Hubraum / Motor1360 cm³ / 4-Zylinder
Leistung54 kW / 73 PS (118 Nm)
Höchstgeschwindigkeit165 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h14,4 s
Verbrauch6,5 L/100 km
Testverbrauch8,5 L/100 km
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