Alles über Dodge Journey
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Dodge Journey: Der Ami-Crossover im Detail

Dodge meint, fix eine neue Wagenklasse erfunden zu haben: mit dem Journey, einem Mix aus Kombi, Van und Offroader. Doch so leicht ist es nicht.

Dodge Journey 3

Es klingt alles so modern und zeitgemäß im Journey: variabler Innenraum, sieben Sitze, partikelgefilterter Zweiliter-Pumpe-Düse-Diesel von VW und Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe von Getrag.

Eine Mischung aus Kombi, SUV und Minivan

Der Journey basiert auf der Limousine Avenger, soll praktisch sein wie ein Kombi, variabel wie ein Minivan und aussehen wie ein SUV. Außen so lang wie ein Mercedes E-Klasse T-Modell, bietet er innen nur etwas mehr Platz als ein 48 Zentimeter kürzerer VW Touran. Trotz Offroader-Looks gibt es den Dodge nur mit Frontantrieb.


Sein 140 PS starker Diesel lebt in einer unglücklichen Beziehung mit der Doppelkupplungs-Box: Sie schert sich wenig um seine Vorlieben, lässt ihn hoch drehen, obwohl er gern aus niedrigen Touren durchziehen würde. Selbst auf ebenen Geraden springt sie wirr zwischen den Stufen.

Über den Wählhebel lassen sich die Gänge manuell wechseln, doch Schaltanfragen werden verzögert bearbeitet. In der Topversion R/T gehört dieses Getriebe zur Serienausstattung. Sonst kostet es 1.800 Euro, die man sich besser spart. Das gilt ebenso bei den 1.310 Euro für die dritte Sitzreihe. Sie macht den Journey theoretisch zum Siebensitzer.

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Es ist aber ein ziemliches Gezwänge, bis man es auf einen der beiden Schwiegermüttersitze schafft. Nur um dann festzustellen, dass sie nichts taugen: wenig Kopf- , kaum Beinfreiheit, und wohin mit den Füßen? Hinter Reihe drei bleiben nur 167 Liter Kofferraum. Tauchen die Zusatzsitze ab, wächst das Volumen auf 784 Liter. Dazu kommen fünf Passagiere bequem unter. Auf der mittleren Bank reisen drei Erwachsene ungedrängt.

Im Cockpit daimlert es


Fahrer und Beifahrer sitzen auf breiten, rutschigen Ledersesseln. Im übersichtlichen Cockpit daimlert es ein bisschen - Schalter aus der Mercedes-Mitgift erinnern daran, dass mal etwas lief zwischen Daimler und Chrysler. Für die Stadt ist der Journey zu sperrig, vor allem zu unübersichtlich: Die Motorhaube duckt sich aus dem Blick, nach hinten versperren dicke Dachsäulen und Kopfstützen die Sicht.

Abgedunkelte Scheiben erschweren nachts das Einparken noch weiter. Nun versteht man, warum im Laderaum eine herausnehmbare Taschenlampe steckt: für den dunklen Fußmarsch nach Hause, wenn man abends erst weit draußen eine passende Parklücke gefunden hat.

Der angenehm unsportlich gefederte Journey fährt auf der geruhsamen Autobahnstrecke am besten - obwohl der Motor unmanierlich rumpelt und der Wind an der Karosse tost. Landstraßenkurven umwogt er früh untersteuernd und mit deutlicher Seitenneigung.

35.900 Euro kostet der Journey R/T mit unnützer dritter Sitzreihe und nervtötendem Doppelkupplungsgetriebe. Wer darauf und noch auf etwas Ausstattungs-Tamtam verzichtet, bekommt mit dem Basismodell SE das 10.100 Euro günstigere und bessere Auto. Das zumindest ist wirklich zeitgemäß am Dodge Journey.

Sebastian Renz

Foto

Hans-Dieter Seufert

Datum

22. September 2008
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