Den Widderkopf im Fadenkreuz des mächtigen Grills angriffslustig gesenkt, scheint der Dodge Nitro klassische SUV wie Toyota RAV4, Hyundai Santa Fe und Co. auf die gebogenen Hörner nehmen zu wollen. Bieder, langweilig, stockkonservativ: Diese Attribute mögen für andere gelten – mit Sicherheit nicht für den knapp 4,60 Meter langen, extravagant gestylten US-SUV.
Schon der Name klingt explosiv, ist er doch das Kurzwort für den hochsensiblen Sprengstoff Nitroglyzerin, der schon im Film-Klassiker „Lohn der Angst“ für dramatische Spannung sorgte. An längst vergangene Zeiten erinnert auch das Fahrverhalten des Nitro. Schon moderate Unebenheiten bringen ihn gehörig aus dem Tritt. Er torkelt, stößt, poltert und schaukelt.
Die zu lasche Dämpfung ist schnell überfordert. Lediglich lange Wellen meistert die Federung einigermaßen passabel. Diese unharmonische Abstimmung wirkt sich zudem negativ auf die Fahrstabilität aus. Ist die Piste nicht hundertprozentig topfeben, verlieren einzelne Räder schon mal den Bodenkontakt.
Besonders unangenehm wird es aber, wenn der Nitro schon bei moderatem Tempo in Autobahnkurven auf Bodenwellen trifft. Dann versetzt die hintere Starrachse, was das serienmäßige ESP zum Eingreifen veranlasst. Dieser Eingriff wiederum bringt zusätzliche Unruhe ins Fahrwerk und sorgt für feuchte Hände beim Fahrer.
Da der zuschaltbare Allradantrieb lediglich fürs Fahren auf losen und glatten Untergründen vorgesehen ist, kann er die Spurhaltung in solchen Situationen nicht verbessern.
Dodge Nitro: Explosiv-Stoff
Der neue Dodge Nitro ist das dritte Modell der US-Marke in Deutschland - nur ein Designerstück oder eine echte Alternative im SUV-Segment?
Autor: Hermann-Josef Stappen
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