Fiat Doblò im Test: Zweite Generation des Kastenkombis

Fiat Doblò

Mit der zweiten Generation des Kastenkombis Doblò bringt Fiat ein Auto für alle, die sich verkleinern wollen - ausgehend von einem 7,5-Tonner. Der 1,6-Liter-Turbodiesel mit 105 PS im Test.

Da denkt man immer, es könne so etwas wie ein zu großes Familienauto gar nicht geben. Bis man vor dem Fiat steht, dessen Silhouette beinahe Reihenhäuser verdeckt.

Besser als Schwerlast- gelingen die Passagiertransporte

Schon der erste Doblò mit seiner etwas legeren Haltung zu Anmut und Solidität war nicht klein - was den Kastenkombi nicht daran hindert, wie Citroën Berlingo und Renault Kangoo in der zweiten Generation stark zu wachsen. Über die Grundfläche, die der eines Opel Astra nahekommt, stülpten die Designer eine Karosse mit garagenhafter Statur. Sie schafft Platz für bis zu sieben Passagiere (Option) oder für zwei und 3,2 Kubikmeter Laderaum - das entspricht etwa einer Zwei-Zimmer-Wohnung in Tokio. Das Packlimit setzt aber die mickrige Zuladung von 409 Kilo. Besser als Schwerlast- gelingen die Passagiertransporte. Selbst Erwachsene müssen nicht in den Doblò klettern, sondern treten durch haustürgroße Vorderportale oder praktische Schiebetore fast aufrecht ein.

Erst mal fühlt sich der Fiat lasterhaft an

Im Fond reicht der Platz für drei, die Höhe auch für Kochmützenträger. Dass der Fiat vorn so breit wirkt, liegt an den nah beieinander montierten Sitzen. Innen berühren sich Pilot und Co. fast an den Schultern, erreichen aber außen mit den Ellenbogen die Fensterbänke nicht. Erst mal fühlt sich der Fiat lasterhaft an, bis man sich an die Ausmaße gewöhnt und merkt, dass er sich mit der Lenkung präzise leiten lässt. Beim Federungskomfort übertrifft er den Doblò I deutlich, was auch an der für Kastenkombis ungewöhnlichen Einzelradaufhängung hinten liegt. Sie verführt nicht zu heftiger Dynamik, sorgt aber zusammen mit dem serienmäßigen ESP dafür, dass der Doblò zu den sehr fahrsicheren Vertretern der Kasten-Kaste zählt.

Der Doblò ist angenehm motorisiert

Mit dem kultivierten, aber anfahrschwachen 1,6-Liter-Turbodiesel samt zuverlässig agierendem Start-Stopp-System gehört er auch zu den angenehm motorisierten. Die 105-PS-Maschine verbandelt Fiat grundsätzlich mit einem Sechsganggetriebe - einem hakeligen. 20.500 Euro kostet der Doblò in der üppig ausstaffierten Emotion-Linie. Macht 6,40 Euro pro Liter Ladevolumen - nicht zu viel Zaster für den talentierten Familienlaster.

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Sebastian Renz

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