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Fisker Karma im Test

Hochspannung auf der Rennstrecke

Fisker Karma, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 32 Bilder

Mit elektrischem Antrieb im Test über den Kleinen Kurs in Hockenheim: Wer nicht unter Zeitdruck ist, kann sich im neuen Fisker Karma darin üben, mit Kapazitäten hauszuhalten. Der Masse von knapp 2,5 Tonnen steht ein von zwei Elektromotoren generiertes Drehmoment von 1.300 Newtonmeter gegenüber.

31.01.2013 Horst von Saurma Powered by

Der Kollege, der die knapp 120 Kilometer von Stuttgart nach Hockenheim im Fisker Karma zurückgelegt hatte, war von seiner ersten elektrifizierten Überlandfahrt diesseits der Bahntrasse schwer angetan: „Man schwimmt entspannt und extrem komfortabel im Verkehr mit und lässt das Leben wie im Hollywood-Film an sich vorbeigleiten. Absolut leise, ohne Stress – und wenn‘s pressiert kurzzeitig auch mal mit 200 km/h.“

„Alle Achtung“, sage ich, „und wie viel Power hast du mir nach deiner Sause noch übrig gelassen?“ Das an Bord befindliche Notstromaggregat, ein zwei Liter großer, 212 PS starker Vierzylinder-Turbomotor, sei schon weit vor der Teststrecke in Hockenheim hörbar aktiv gewesen, weshalb, wie mein kollegialer Heilsbringer versicherte, der Karma sicher noch genug Strom-Kapazitäten für die eine oder andere schnelle Runde haben sollte.

Fisker Karma fährt ohne Motor-Lärm

Aber gib ihm zur Sicherheit noch eine Nachhilfestunde an der Steckdose, dann kannst du vielleicht über den Kleinen Kurs gleiten, ohne dass die brummige Begleitmusik des Verbrenners deine elegant gedrehten Kreise stört.„

Fisker Karma 2:07 Min.

Auf die ketzerische Frage, ob ich den Fisker Karma, während er festgebunden mit dem bordeigenen Ladekabel an der Steckdose hängt, auch anfassen und mich reinsetzen dürfe, folgte eine missbilligende Geste – und der Hinweis, die Sache doch mal sachlich zu betrachten. Schließlich käme ich in Kontakt mit einer Antriebstechnologie, die uns in den nächsten Jahrzehnten womöglich noch stark beschäftigen werde. Na, wenn das so ist ...

Futuristischer Show-Star mit Endrohr-Attrappen

Um das Wesen des in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Fisker Karma aufzuschlüsseln, braucht es fraglos etwas mehr Zeit als üblich. Schon seine schiere Größe und der gewaltige Radstand von 3,61 Meter Länge machen ihn zum imposanten Blickfang mit bemerkenswerten Details. Die für die Klimatisierung des viersitzigen Cockpits verantwortliche Solaranlage auf dem Dach ist sichtbares Indiz seiner von elektrischer Energie belebten Existenz.

Öko-Luxus im Innenraum

Naturnähe dokumentiert er selbstverständlich völlig konträr zur üblichen Praxis: Wolle und Leder sind aus Gründen des Tierschutzes aus dem schmeichelnden, mit edlen Stoffen und Materialien drapierten Innenraum grundsätzlich verbannt. Gepresste Magnolienbaumblätter, mit all ihren zarten Äderungen liebevoll unter Acrylglas konserviert, signalisieren den unbedingten Willen des kalifornischen Kleinserienherstellers, das Autofahren im Einklang mit der Natur zu kultivieren. Da ist es doch nachgerade selbstverständlich, dass die Holzintarsien am Instrumentenbrett aus zertifizierten Waldbrandresten stammen.

Die Fahrmodi des Fisker Karma zeigen vergleichsweise konventionelle Züge: Entsprechend des massigen Gewichts – 2.470 Kilogramm – und des ellenlangen Radstands kann bei aller fahrdynamischen Gelassenheit von ausgeprägtem sportlichem Talent nicht die Rede sein. Die nominell 408 PS aus den beiden E-Antrieben entwickeln auf der Rundstrecke kein Durchzugsvermögen, das einen von konventionellen Hubkolbenmotoren verwöhnten Sportfahrer auch nur ansatzweise elektrisieren könnte.

Fisker Karma überzeugt nicht auf der Rennstrecke

So turbinenhaft verschliffen wie erwartet kommt die Zeitreise beim Test auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim auch nicht daher. Und die baldige Zuschaltung des Benzin-getriebenen Notstromaggregats hat mein Vertrauen in die Nachhaltigkeit der Batterieleistung gleichfalls stark geschmälert. Aber vielleicht ist es ja auch allein mein schlechtes Karma gewesen, das einer gesunden, konstruktiven Allianz mit dem kalifornischen Fisker Karma entgegenstand.

Technische Daten
Fisker Karma
Grundpreis108.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4998 x 1985 x 1330 mm
KofferraumvolumenVDA195 L
Hubraum / Motor1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung156 kW / 212 PS (353 Nm)
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h6,6 s
Verbrauch2,2 L/100 km
Testverbrauch8,5 L/100 km
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