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Ford Mondeo 2.0 TDCi Turnier im Test

Diesel-Kombi mit Doppelkupplungsgetriebe

Ford Mondeo Turnier Foto: Hans-Dieter Seufert 23 Bilder

Der Ford Mondeo entwickelte sich für Ford zum Erfolgsmodell. Jetzt stellt sich der überarbeitete Turnier mit 163 PS starkem Zweiliter-Turbodieselmotor und Doppelkupplungsgetriebe dem Test von auto motor und sport.

27.12.2010 Jens Dralle

Michael Schumacher überzeugte sich einst persönlich von den Qualitäten des Ford Mondeo, scheuchte ihn über eine Rennstrecke, attestierte dem Mittelklasse-Modell ein sicheres Fahrverhalten und lobte den durchzugsstarken Motor. Sein charakteristisches Kinn drückte ihm dabei ein Lächeln auf die Lippen. Das war 1994, der Ford Mondeo schmückte sich mit dem Titel Auto des Jahres, und Schumi musste als Ford-Werksfahrer die Werbetrommel für seinen Brötchengeber rühren

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Einzeltest Ford Mondeo Turnier 2.0 TDCi
auto motor und sport 26/2010
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Ford Mondeo mit neuen Fahrerassistenzsystemen

Die Idee des Weltautos von damals floppte zwar, doch der Ford Mondeo selbst avancierte zum Liebling von Familien und Fuhrparkleitern – und damit zum Kassenschlager für die Kölner. Damit das so bleibt, wird die dritte Generation jetzt optisch, technisch und mit neuen Fahrerassistenz-Systemen aufgewertet. Vorn funkeln nun die unvermeidlichen LED-Tagfahrlichter wie Goldkettchen am Handgelenk, am Heck des Ford Mondeo strahlen ebenfalls neu arrangierte Leuchten. Viel wichtiger: Kleine, aber wirkungsvolle Maßnahmen verbessern die Qualitätsanmutung im Cockpit des Ford Mondeo deutlich, beispielsweise mit einer profanen Filzmatte auf der Innenseite des Handschuhfachdeckels, der so satter schließt und nicht mehr nach dem Kunststofftablett einer Betriebskantine aussieht.
 
Dazu kommen noch ein paar hübsche Dekorleisten, ein um die fitzeligen Kraftstoff- und Temperaturanzeigen entschlacktes Kombiinstrument, eine effektivere Interieurbeleuchtung sowie geänderte Bezugsstoffe. An den Sitzen des Ford Mondeo selbst, speziell denjenigen der getesteten Titanium-Version, gab es bereits vor der Überarbeitung nichts zu meckern, was Ford offenbar ähnlich sah und auf Änderungen verzichtete. Straff gepolstert sowie mit ordentlichem Seitenhalt und weitem Verstellbereich versehen, schüren sie im Ford Mondeo die Hoffnung auf jenes hohe Maß an Fahrdynamik der ersten Focus-Generation, das von jedem neuen Modell der Marke erwartet wird.

Dieselmotor des Ford Mondeo mit mäßigem Elan

Am Motor soll es im Ford Mondeo nicht scheitern. Schließlich stellt die höchste Ausbaustufe des Zweiliter-TDCi-Triebwerks ab 2.000 Umdrehungen ein maximales Drehmoment von 340 Newtonmeter bereit – bekommt es allerdings auch mit einem 4,84 Meter langen Kombi zu tun, der bereits leer deutlich über 1,6 Tonnen auf die Waage wuchtet. Zunächst fällt jedoch auf, dass trotz zusätzlicher Maßnahmen zur Geräuschdämmung der Vierzylinder beim Kaltstart ziemlich geräuschvoll die Arbeit aufnimmt. Mit einem Druck von 2.000 bar wird der Kraftstoff durch die gemeinsame Einspritzleitung geschickt, bevor er von je acht Mikrodüsen pro Zylinder zur Verbrennung verdonnert wird. Dabei nagelt es zunächst kräftig, doch schon nach den ersten Metern beruhigt sich der Vierventiler wieder.
 
Wirklich stressen lässt er sich ohnehin nicht, plumpst erst in ein kleines Turboloch, um sich dann mit mäßigem Elan durch das Drehzahlband bis zum Begrenzer bei 5.000/min zu kämpfen. Beim Sprint von null auf 100 km/h attestiert das Messgerät dem Ford Mondeo immerhin genau die vom Hersteller versprochenen 9,8 Sekunden. Das 2.000 Euro teure Doppelkupplungsgetriebe sprüht zwar ebenfalls nicht vor Temperament und zeigt nicht die blitzartigen Gangwechsel der Wettbewerber, serviert aber die nächste Fahrstufe ohne Stolperer – eine Eigenschaft, die eher guten Wandlerautomaten zugeschrieben wird.

Ford Mondeo mit sehr guten Bremsen

Eine enttäuschende Vorstellung? Nein, nur anders, als die Theorie vermuten lässt. Wenn sich der geräumige Kombi erst einmal auf Autobahntempo eingependelt hat, spült ihn die Drehmomentwelle flott ins Ziel. Auf dem Wunschzettel für den Ford Mondeo wäre allerdings ein etwas längerer sechster Gang zu notieren, der den Selbstzünder nicht bereits bei 160 km/h 3.000 Touren drehen lässt. Für das Protokoll: Im S-Modus verfällt das Getriebe des Ford Mondeo in blinden Aktionismus, manuelle Gangwechsel fallen mangels Schaltpaddeln am Lenkrad, die auch nicht gegen Aufpreis geliefert werden, bald der Faulheit des Fahrers anheim. Die Bremsanlage lässt dagegen keine Wünsche offen. Selbst wer mit voller Zuladung – der Turnier steckt beeindruckende 720 Kilogramm weg – unterwegs ist, kommt nach rund 37 Metern zum Stehen.
 
Leer und mit kalten Bremsen steht der Ford sogar bereits nach sportwagenmäßigen 36,3 Metern. Ohnehin entzieht sich das Fahrwerk jeglicher Kritik: Die von einem Fahrschemel geführte Vorderachse sowie die an einem Hilfsrahmen montierte Schwertlenker-Hinterachse tackern den Ford Mondeo unbeirrbar auf die Straße, ganz gleich, wie stark sie sich auch winden mag – Schumi würde 16 Jahre nach dem Spot noch viel lieber Mondeo fahren als damals. Einzig die ausgeprägte Neigung zum Untersteuern könnte ihm trotz hoher Sicherheitsreserven missfallen. Lastwechselreaktionen treten im Ford Mondeo erst bei grober Fahrlässigkeit auf, und selbst wenn Hobby-Rennfahrer das frühzeitig regelnde ESP beurlaubt haben, hilft das leicht drängende Heck ohne Heimtücke mit, wieder auf Kurs zu kommen.

Mondeo verbraucht 5,2 Liter Diesel auf der Normrunde

Freundliche Unterstützung liefert die direkt ausgelegte, hydraulisch betätigte Servolenkung des Ford Mondeo, die weniger spitz agiert als in früheren Testwagen. Und der Komfort? Nun, zaubern können sie in Köln zwar nicht, aber insgesamt pariert der Mondeo Unebenheiten recht gekonnt. Einzig auf stark perforierten Landstraßen endet die Schluckfreudigkeit der Federung. Alternativ zur gelungenen Standard-Abstimmung wartet gegen Zuzahlung von 1.525 Euro ein Adaptiv-Fahrwerk in der Preisliste.

Serienmäßig sind dagegen neue Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung – mit nur mäßigem Erfolg. Denn der Mondeo glänzt zwar auf der auto motor und sport-Normrunde mit niedrigen 5,2 L/100 km, doch der Testverbrauch von 7,7 L/ 100 km wurde in dieser Fahrzeugklasse schon von einigen Wettbewerbern unterboten, die ohne diese Hilfsmittel auskommen mussten.

1994 war das ohnehin noch kein großes Thema. "Einfach ein gutes Auto", rheinländerte Schumi über den Ford Mondeo abschließend in die Kamera – und hätte damit auch heute noch recht, selbst wenn es nicht ganz zum fünften Stern reicht.  

Beim Fahren im Mondeo Ford Blumen pflanzen

Um den Kraftstoffverbrauch zu drücken, bietet Ford für den Mondeo serienmäßig den so genannten Eco Mode an – der sich allerdings in einem Untermenü des zentralen Displays versteckt. Anhand von Parametern wie Gaspedalstellung, Drehzahlniveau und Geschwindigkeit animiert die Anzeige durch grün werdende Blütenblätter zu einer vorausschauenden, gemäßigten Fahrweise. Zusätzlich hilft die neue Mondeo-Generation mit bedarfsgerecht öffnenden Kühlergrill-Lamellen sowie einer Lichtmaschine, die verstärkt im Schiebebetrieb die Batterie lädt und daher nicht immer mit voller Leistung laufen muss.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • großzügiges Platzangebot
  • geräumiger, gut nutzbarer Laderaum
  • hohe Zuladung
  • gute Verarbeitungsqualität
  • unübersichtliche Karosserie
Fahrkomfort
  • sehr bequeme Sitze
  • guter Federungskomfort
  • einfache Bedienung
  • akzeptables Innengeräuschniveau
Antrieb
  • laufruhiger Dieselmotor
  • gute Fahrleistungen
  • sanfte Schaltvorgänge
  • zähe Leistungsentfaltung
  • lautes Kaltstartnageln
  • träge schaltendes Doppelkupplungsgetriebe
Fahreigenschaften
  • sehr sicheres, untersteuerndes Kurvenverhalten
  • angenehm direkte Lenkung mit verlässlicher Rückmeldung
  • stabiler Geradeauslauf
  • gute Traktion
Sicherheit
  • auch bei hoher Beladung wirksame und standfeste Bremsen
  • zahlreiche Assistenzsysteme verfügbar
Umwelt
  • angemessener Verbrauch
  • niedrige Emissionen
Kosten
  • gute Serienausstattung
  • nur zwei Jahre Basisgarantie
  • hohe Unterhaltskosten

Fazit

Von der Mondeo-Modellpflege profitierte vor allem das Interieur, auch die Fahrsicherheitssysteme befinden sich nun auf dem neuesten Stand. Allerdings kostet der zähe, mäßig sparsame Antrieb den fünften Stern.

Technische Daten
Ford Mondeo Turnier 2.0 TDCi
Grundpreis36.650 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4837 x 1886 x 1512 mm
KofferraumvolumenVDA537 bis 1728 L
Hubraum / Motor1997 cm³ / 4-Zylinder
Leistung120 kW / 163 PS (340 Nm)
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,8 s
Verbrauch5,6 L/100 km
Testverbrauch7,7 L/100 km
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