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Ford Ranger 2.2 TDCi Limited im Test

Premium-Pickup

Ford Ranger 2.2 TDCI Limited Doppelkabine im Test Foto: Thomas Starck 25 Bilder

Mit dem Ranger will Ford den weltweiten Pickup-Markt umkrempeln. Im Test nehmen wir die 150-PS-Version unter die Lupe.

23.08.2012 Torsten Seibt Powered by

Alles anders: die Vorgängerversion des Ford Ranger punktete vor allem mit günstigen Preisen. Fahrverhalten, Technik und Raumangebot hingegen waren zum Ende des Produktionszeitraums schon deutlich in die Jahre gekommen und keine echte Alternative mehr zu den Wettbewerbern.

Entwickelt auf dem härtesten Markt der Welt

Um das zu ändern, lief bei Ford ein – für diese Fahrzeugklasse – außergewöhnlich umfangreiches Entwicklungsprogramm. Der neue Ranger wurde unter Mitwirkung von europäischen und US-Ingenieuren federführend von Ford Australien entwickelt. Der härteste Pickup-Markt der Welt sollte den Neuen für das stählen, was ihn künftig erwartet: als Weltauto kommt er in 180 Ländern auf den Markt.

In Deutschland gibt es den Ranger in drei Kabinenvarianten mit drei Motoren und zwei Getriebeversionen. Für den Test wählten wir das Modell, das wohl den Löwenanteil im Verkauf stellen wird: den Ranger als Doppelkabiner, in der zweithöchsten Ausstattung (Limited) mit dem 2,2-Liter großen und 150 PS starken Vierzylinder-Diesel. Rund 36.600 Euro stehen für diese Variante in der Preisliste.

Motor aus Transit und Landy

Der Motor des Ford Ranger 2.2 TDCi ist ein „alter“ Bekannter. In einer leistungsreduzierten Version treibt er auch den aktuellen Land Rover Defender an, ursprünglich entwickelt wurde er für das Nutzfahrzeug Ford Transit.

Formal erinnert nichts mehr an den Vorgänger. Der neue Ford Ranger 2.2 TDCi tritt viel erwachsener, moderner, größer auf. Die Optik stünde auch einem großen Luxus-SUV gut zu Gesicht. Das Größenwachstum hat allerdings auch handfeste Vorteile. Nicht nur beim Platzangebot, das deutlich über dem des Vorgängermodells liegt – hinten sind Erwachsene nun ebenfalls gut untergebracht. Auch die Straßenlage profitiert von der erheblich größeren Spurweite. Dabei ist der längste Midsize-Pickup auf dem Markt allerdings nicht der breiteste: vom VW Amarok trennen ihn fast zehn Zentimeter, gut zu wissen für Anwender, bei denen es öfter eng zugeht.

In Sachen Komfort ist der Käufer mit der Limited-Ausstattung bereits fast ein wenig overdressed. Schließlich ist bereits der 2.600 Euro günstigere Ford Ranger XLT mit Klima, Tempomat und allerlei Komfort-Extras recht fürsorglich ausgerüstet. Beim Limited freut sich der Besitzer zusätzlich unter anderem über die Lederausstattung, eine Kühlbox in der Mittelkonsole und stylishe 17-Zoll-Räder.

Ford Ranger 2.2 TDCI – der reicht!

Wichtiger wird es allerdings unter dem Blech: reicht der vergleichsweise kleine Vierzylinder, um den 2,2 Tonnen schweren und spektakuläre 5,35 Meter langen Pickup munter über das Land zu treiben? Die Antwort in Kurzform: er reicht vollkommen.
Etwas ausführlicher: wer das Aggregat aus dem Defender kennt, reibt sich fast ein wenig verwundert die Augen. Im Ford Ranger 2.2 TDCi, mit 150 PS und 375 Newtonmeter Drehmoment natürlich etwas üppiger austaffiert als im Landy, fühlt sich der Transporter-Motor pudelwohl.

Dass die Messwerte für die Beschleunigung schwächer aussehen, als sich der Ford Ranger 2.2 TDCi anfühlt, hat seinen Grund in der Motorsteuerung: die gibt erst nach einer kleinen Gedenksekunde die volle Leistung frei, wenn der Gasfuss auf Anschlag fällt. Im Alltag, wo es weniger um Blitzstarts als um kräftigen Durchzug geht, kann der Ford Ranger 2.2 TDCi dagegen ordentlich aufgeigen, das füllige Drehmoment steht über einen weiten Bereich zur Verfügung und erlaubt schaltfaules Fahren.

Fast schade, denn die Sechsgang-Schaltung ist ein Muster an guter Bedienbarkeit – exakt geführt, enge Schaltwege, da macht das durchklackern Spaß. Weniger Freude gibt es dafür abermals in Sachen Motorsteuerung: gut zwei Sekunden vergehen beim auskuppeln, bis die Drehzahl der Maschine auf Standgas-Niveau zurückgeregelt wird. Das ist nicht nur gewöhnungsbedürftig, es ist schlicht nervig.

Buchstäblich Licht und Schatten gibt es bei der technischen Ausstattung des Ford Ranger. Die weit hinten in der Armlehne versenkten Fensterheberschalter verlangen ein bisschen Akrobatik bei der Bedienung, dafür gefällt in der Nacht die spacige Ambientebeleuchtung, bei der zum Beispiel die Griffmulden mit blauen LED illumiert werden. Oberklasse-Feeling kommt da auf. Das hatte Ford wohl auch mit der Steuerung der Komfort-Beleuchtung im Sinn, doch die ist etwas übereifrig. Bei jedem Aufsperren per Fernbedienung geht die Außenbeleuchtung des Ford Ranger 2.2 TDCi für ein Weilchen auf Sendung.

Der Ford Ranger 2.2 TDCI fährt am besten

In Sachen Fahrwerksabstimmung legt Ford mit dem neuen Ranger die Messlatte ein Stück höher. War bisher der VW Amarok König dieser Disziplin, muss der Volkswagen nun dem Ford die Vorfahrt lassen. Stramm, aber nicht unsanft abgestimmte Federung, eine präzise, direkte Lenkung mit ordentlicher Rückmeldung – dass ein Pickup mit blattgefederter hinterer Starrachse sich so kommod bewegen lässt, wäre noch vor zehn Jahren kaum denkbar gewesen.

Beim Test mit 500 Kilo Ballast auf der Ladefläche kommen allerdings leichte Zweifel an der von Ford freigegebenen Zuladung auf: während es die Konkurrenz bei konservativen 700 Kilo Zuladung belässt (Toyota Hilux) oder für dauerhaft hohe Beladung ein spezielles Schwerlastfahrwerk anbietet (VW Amarok), gibt Ford den Ranger Doppelkabiner standardmäßig für 1.029 Kilo Nutzlast frei. Bereits lediglich mit der Hälfte beladen wird es an der Hinterhand spürbar schwammiger und schaukeliger. Interessenten, die oft schwer laden, sollten daher bei einer Probefahrt versuchen, den späteren Einsatz entsprechend auszutesten.

Für den Geländebetrieb bringt der Ford Ranger 2.2 TDCi eigentlich alles mit, was man einem Standard-Pickup abverlangen kann: elektronische Traktionskontrolle, eine leicht und stufenlos im Tempo justierbare Bergabfahrkontrolle und die kurze Gesamtübersetzung (im ersten Gang/untersetzt 47,9:1) schaffen ausreichend Kletterkompetenz. Die wird in erster Linie von der Bauform limitiert: bei 3,2 Meter Radstand ist trotz der vergleichsweise kurzen Überhänge oft mit Geräuschen unter dem Auto zu rechnen, wenn es auf Berg- und Talfahrt geht.

Islandtauglich? Wir werden nachprüfen

Abenteuerlich mutet die Wattiefe an: stolze 800 Milimeter gibt Ford für den Ranger an, ein Wert, den wir selbstverständlich im Wasserbecken des Supertests ganz genau nachprüfen werden. Damit rangiert der neue Pickup noch weit vor Gelände-Ikonen wie Toyota Landcruiser oder Land Rover Defender. Und auch an dieser Stelle gibt es ein Stirnrunzeln zu der Entscheidung von Ford Deutschland, den Ranger bei uns nicht einmal gegen Aufpreis mit der Hinterachssperre zu bestücken, die es auf anderen Märkten gibt. Hardcore-Benutzern bleibt so nur der Weg zum Zubehöranbieter mit den entsprechenden Fragezeichen hinsichtlich der Neufahrzeug-Garantie.

Fazit

Ein starkes Stück! Form, Funktion, Verarbeitung, da passt nahezu alles. Der neue Ford Ranger 2.2 TDCi liefert eine überzeugende Vorstellung. Überrascht hat uns vor allem der kräftige Motor, der den Verzicht auf den großen Fünfzylinder im Topmodell sehr leicht macht. Wer nicht ständig mit Maximal-Tempo oder voll beladenem Hänger-Zug durch die Welt pfeilen möchte, ist mit dem Vierzylinder bestens bedient. Der Verkaufserfolg scheint sicher.
 

Technische Daten
Ford Ranger 2.2 TDCi Doppelkabine
Grundpreis36.640 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe5351 x 1850 x 1821 mm
Hubraum / Motor2198 cm³ / 4-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS (375 Nm)
Höchstgeschwindigkeit175 km/h
Verbrauch8,3 L/100 km
Testverbrauch10,2 L/100 km
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