Sind sie lediglich Geschwister oder gar Zwillinge? Der Unterschied zwischen den neuen Modellen Ford Galaxy und S-Max ist manchen Beobachtern, zumal unbeteiligten, keineswegs auf Anhieb klar.
Kein Wunder, schließlich haben beide den gleichen Radstand, und mit nur 52 Millimeter weniger Länge wirkt der S-Max nicht wirklich kleiner. Auch sonst gibt es eine Fülle von Verwandtschaftsmerkmalen, die man im Auto-Jargon mit einer gemeinsamen Plattform erklärt: Bodengruppe, Achskonfiguration, Bremssystem, Lenkung, selbst das Motorenprogramm – das alles erinnert doch stark an eineiige Zwillinge. Doch mit dem S-Max füllen die Ford-Planer eine gefühlte Nische zwischen klassischem Van und konventionellem Kombi. Und mit dem Namen Sport-Van war fix ein frischer Gattungsbegriff zur Hand. Dass er sich – sportlich eben – von den eher pragmatischen Bedürfnissen üblicher Familien abhebt, kehrt der S-Max mit Designelementen wie der dynamischen, nach hinten abfallenden Dachlinie und den angedeuteten Kiemen hinter den ausgestellten Radläufen heraus. Wer allerdings unter der geduckten Dachlinie des nur 1,66 Meter hohen Van-Derivats eingeschränkte Sitz- und Raumverhältnisse vermutet, erlebt eine angenehme Überraschung. Das gilt auch für die Sitze der getesteten Titanium-Topversion. Elektrisch verstellbar, lassen sie kaum Wünsche offen; ihre sportliche Ausformung vermittelt Fahrer und Beifahrer optimalen Seitenhalt. Das gilt kaum weniger für die Sitze der zweiten Reihe.
Am meisten überrascht das üppige Platzangebot, das selbst Mitfahrern über 1,80 Meter Größe reichlich Beinfreiheit lässt. Das ist auch dem flexiblen Sitzsystem zu verdanken. Längsverschiebung und stufenloses Verstellen der Lehnenneigung bis in die Horizontale sind damit ohne großen Kraftaufwand möglich.
Ford S-Max: Mut zur Lücke
Platz ist in der kleinsten Markt-Lücke. Die hat Ford zwischen Kombi und Van entdeckt - und mit dem S-Max gefüllt. Mit dem Namen Sport-Van war dazu noch fix ein frischer Gattungsbegriff zur Hand.
Autor: Klaus-Ulrich Blumenstock



