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Gebrauchtwagen: Porsche 911 Turbo, GT2, GT3

911 Turbo, GT2 und GT3 gibt es nicht zum Discountpreis

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Die stärksten Elfer-Varianten versprechen seit jeher ganz besonderen Fahrspaß. Worauf gilt es zu achten, wenn die Über-Porsche in die Jahre gekommen sind?

12.01.2008 Frank Mühling Powered by

Runter von der Flaniermeile, rauf auf den Rundkurs – mit kaum einem anderen Automobil gelingt der thematische Spurwechsel so perfekt wie mit dem Porsche 911. Am besten natürlich, wenn den Heckdeckel das Kürzel GT3, Turbo oder GT2 ziert.

Günstig sind die Porsche-Renner auch gebraucht nicht

Beim bis 2005 gebauten 996 reicht die Bandbreite von drehzahlgierigen 360 PS des ersten GT3 von 1999 bis zu turbo-gewaltigen 483 PS des 2005 eingestellten GT2. Kaum verwunderlich, wenn für derartige Spaßgeräte auch aktuell größere Summen aufgerufen werden: Unter 50.000 Euro wird man selbst einen frühen GT3 kaum finden. 100.000 Kilometer hat das Coupé dann aber meist runter. Ein sechs Jahre alter GT3 mit rund 50.000 Kilometer kostet dann schon rund 70.000 Euro. Vergleichbare Turbo-Coupés rangieren nochmals gut 5.000 Euro darüber. Soll es die erst 2003 nachgeschobene Cabrio-Variante sein, ist meist nochmals ein Extra-Obolus fällig – je nach Ausstattung.

On top der GT2 – jetzt ist man in der Kategorie 80.000 Euro und teurer unterwegs. Beachtenswert: Erstens ist das Angebot knapp (kein Wunder bei nur 1.287 produzierten Autos), und zweitens tummeln sich in den Internet-Börsen nur wenige Autos im Originalzustand. Wer keinen auf 500 und mehr PS gepushten GT2 mag, sollte sich bei Porsche selbst umschauen. Die werkseigenen Porsche-Zentren führen meist nur ungetunte Exemplare mit nachweisbarer Historie. Zudem – Hand aufs Herz: Wenn ein Auto in 4,1 Sekunden auf Tempo 100 schnalzt und echte 315 Sachen läuft, muss man es dann noch tunen?

Versicherung und Ersatzteile gibt es nicht zum Discountpreis

Andererseits gibt es die Extra-PS beim Gebrauchten oft gratis. Wie dem auch sei, die Porsche-Zentren gewähren fast immer eine Gebrauchtwagen-Garantie. Derart wird der 1.250 Euro teure 103-Punkte-Check auch Elfern mit Rennstreckenhistorie zuteil. Apropos Kosten: Selbst wenn ein früher GT3 preislich mittlerweile unter einem neuen M3 oder RS4 liegt – ein prall gefülltes Bankkonto ist dennoch Voraussetzung, wenn der Spaß am schnellen Schwaben nicht irgendwann im Tal der Tränen enden soll. Die Aufwendungen für Sprit, Versicherung, Verschleiß- und Ersatzteile können schnell zu finanzieller Zerrüttung führen. Beispielsweise wird der schnelle Saugmotor-Elfer bei Voll- und Teilkasko in den Typklassen 34 und 32 geführt. Teurer geht‘s nicht.

14 Liter Verbrauch sind normal, wenn man den Sechszylinder öfter richtig jubeln lässt. Ein Satz Michelin Pilot Sport für die Hinterachse kommt ohne Montage auf rund 650 Euro. Und falls mal etwas verschlissen ist oder kaputt geht – Originalteile von Porsche gibt es bekanntlich nicht zum Spartarif. So kostet ein Tauschgetriebe ohne Einbau schon über 6.000 Euro. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Turbo und GT2, meist aber in nochmals verschärfter Form, versteht sich.

Die schnellen Zuffenhausener zeigen kaum Konstruktionsschwächen

Konstruktiven Wehwehchen der schnellen Porsche-Brüder darf man hingegen recht gelassen gegenüberstehen, denn viel ist es nicht: Das beim Standard-Carrera auffällige Ölkleckern auf Grund eines defekten Kurbelgehäuse-Simmerings kennen GT3, Turbo und GT2 nicht. Denn die Power-Elfer verfügen über den äußerst strapazierfähigen 964er-Motorblock, der auch im Le Mans Renner GT1 zum Einsatz kam. In jedem Fall ist zu überprüfen, ob das gewünschte Auto über einen geänderten Kühlmittel-Ausgleichsbehälter verfügt. Anfangs neigte dieses Bauteil zu Haarrissen. Nicht schaden kann auch ein sensibles Ohr bei der Probefahrt bezüglich etwaiger Schleifgeräusche seitens der Kupplung. Dies lässt auf Probleme bei Ausrücklager und Druckplatte schließen.

Beim GT2 lohnt eine Prüfung der Keramik-Bremsscheiben – das gilt natürlich auch für den Turbo S sowie optional hiermit ausgerüstete GT3 und Turbo. Fühlt sich die Oberfläche der sündteuren Stopper glatt an, ist alles im Lot. Falls die Finger jedoch kleine Ausbrüche ertasten sollten, ist nicht nur mit mechanischen Geräuschen beim Bremsvorgang, sondern mit erhöhtem Bremsbelag-Verbrauch zu rechnen. Modellübergreifend und 996-typisch ist das bis 2001 schwächelnde Navigationsgerät. Andererseits dürften die meisten Exemplare mittlerweile mit einer neuen Software ausgestattet sein, sodass hier zumeist keine Probleme mehr zu erwarten sind.

Ein Porsche braucht auch seinen passenden Fahrer

Doch die Kernfrage lautet: Welcher Über-996 für welchen Fahrer? Der GT3 folgt der klassischen Devise „Porsche pur“ in der Tradition des legendären Bürzel-Carrera RS 2.7 von 1973. Wenig Gewicht, karge Ausstattung, hohe Drehzahlen, bissiges Ansprechverhalten und irrwitziger Sound führen rasch zu akuter Abhängigkeit. Am Fahrwerk lassen sich Spur, Sturz und die Stabilisatoren einstellen, weshalb jeder sein persönliches Setup für den Rundkurs aussortieren kann. Doch aufgepasst: ESP gab es beim GT3 selbst gegen Aufpreis nicht.

Der GT2 als stärkster 996-Vertreter umgibt einen mit der Aura eines veritablen Supersportwagens. 462 und später gar 483 PS treffen auf nur 1.420 Kilogramm. Damit ist der GT2 überirdisch schnell, dank seines ebenfalls einstellbaren Fahrwerks nicht nur auf der Rennstrecke ein Ass, serienmäßig mit Keramikbremse ausgestattet und dennoch alltagstauglich – was will man mehr? Es ist aber gut zu wissen, dass sich der GT2 durch den Verzicht auf ESP und Allradantrieb im Grenzbereich auch kapriziöser benimmt und daher definitiv nichts für Anfänger ist. Immerhin zerren 620 respektive 640 Newtonmeter (ab 2003) an den 315er-Pneus.

Der Turbo spielt die Rolle des souveränen Allroundgenies: In ihm lassen sich lange Autobahnetappen sehr fix, aber stressfreier als in den GT absolvieren. Das Fahrwerk überrascht mit reichlich Komfort – und doch gehört man im Turbo zu den Schnellsten im Land. Der serienmäßige Allradantrieb macht das Auto bei mieser Witterung extrem fahrsicher – und bei Schnee zum Spaßmobil. Auch wenn es spezifische Unterschiede gibt: Alltagstauglich sind alle drei Top-996-Modelle, die Fahrt zum Bäcker endet nirgends in einer peinlichen Vorstellung. Die Fahrt auf der Rennstrecke auch nicht – und falls doch, so liegt es sicher nicht am Auto.

Was uns aufgefallen ist

EINER VON FÜNF Immerhin ein Fünftel der gesamten 911 Turbo-Stückzahl entfällt auf das Cabrio. Mit knapp 4.500 gebauten Exemplaren ist der Offene gebraucht also gar nicht so selten zu finden. Da das Turbo Cabrio erst ab Modelljahr 2003 gebaut wurde, starten die Preise aber kaum unter 80.000 Euro.

NISCHENMODELLE Zwischen Turbo und GT2 ist noch Platz, und zwar für den 911 Turbo S mit 450 PS und 620 Nm. Der ab 2004 angebotene Elfer war serienmäßig mit Keramikbremsen ausgestattet, stand auch als Cabrio parat und wurde bis Juli 2005 produziert.

KEINE KOMPROMISSE Mit dem Clubsport-Paket sind GT 3 und GT 2 noch besser für den Rennstreckenritt vorbereitet: Überrollbügel, Schalensitze mit schwer entflammbarem Bezug, 6-Punkt-Gurt, Batteriehauptschalter und Feuerlöscher gab es ab Werk dazu – beim GT 2 zudem ein Carbon-Flügel und Carbon-Exterieur-Teile. Der noch puristischer ausgestattete GT 3 RS ist nach FIA-N/GT- und ACO-Reglement homologiert und folglich das perfekte Gerät für den Hobby-Rennfahrer.

PERLEN VOR DIE SÄUE Erstaunlich, aber wahr: Viele GT 2 und GT 3 werden mit dem Zusatz „Keine Rennstrecke“ annonciert. Erste Frage: Ob‘s wohl stimmt? Zweite Frage: Wurden diese PS-Geschosse etwa nur auf der Flaniermeile bewegt?

GT2 UND GELD Überraschend breit präsentiert sich die finanzielle Bandbreite der GT 2-Inserate im Internet. Bei rund 80.000 Euro starten 2001er Modelle. Es werden aber auch drei Jahre alte GT 2 für 150.000 Euro und mehr angeboten.

GENUG IST NICHT GENUG 500, 600 oder noch mehr Pferdestärken: Nicht wenige gebrauchte GT 2 locken neue Käufer mit richtig Leistung, angepasstem Fahrwerk und weiteren Tuning-Maßnahmen von TechArt, Gemballa und Co.

Technische Daten
Porsche 911 GT2Porsche 911 GT3Porsche 911 Turbo
Grundpreis184.674 €91.777 €128.676 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4450 x 1830 x 1275 mm4430 x 1765 x 1270 mm4435 x 1830 x 1295 mm
KofferraumvolumenVDA110 L110 L100 L
Hubraum / Motor3600 cm³ / 6-Zylinder3600 cm³ / 6-Zylinder3600 cm³ / 6-Zylinder
Leistung355 kW / 483 PS (640 Nm)265 kW / 360 PS (370 Nm)309 kW / 420 PS (560 Nm)
Höchstgeschwindigkeit319 km/h302 km/h305 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h4,0 s4,8 s4,2 s
Verbrauch12,8 L/100 km13,0 L/100 km12,8 L/100 km
Testverbrauch16,2 L/100 km15,0 L/100 km1,0 L/100 km
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