Honda CR-V: Ganz schön cross

Der neue Honda CR-V, jetzt in der dritten Generation, setzt als Lifestyle-SUV eher auf die Form als auf die Funktion. Was er wirklich kann, klärt der Test der Diesel-Version.

Honda hat in die dritte Generation des kompakten CR-V alles hineingepackt, was auf rund viereinhalb Meter Außenlänge so eben Platz hat: eine ordentliche Portion SUV, dazu einen Schuss Geländewagen, eine Prise Kombi – und über allem den Duft von Crossover. Aber soviel Kross muss nicht immer frisch und knusprig bedeuten.

Der Neuauflage fehlt eine klare Formensprache und damit ein Design, das Modell und Marke unverwechselbar macht. Während Mazda ein progressives Styling-Statement nach dem anderen setzt und Lexus markant an Kontur gewinnt, bleibt der kompakte Honda- SUV designmäßig eher beliebig. Etwas mehr Civic-Courage könnte den CR-V optisch zum Topmodel machen. Immerhin deutet die nach hinten abfallende Dachlinie eine Art Coupé- Charakter an, und der wuchtige Kühlergrill sowie die dreidimensionalen Abdeckungen der Frontscheinwerfer überspielen gekonnt den großen vorderen Überhang.

Die Verlegung des Reserverades von der Heckklappe unter den Kofferraum und eine um 35 Millimeter auf 1,67 Meter verringerte Außenhöhe signalisieren, dass der CRV mehr höher gelegter Soft-SUV als hartgesottener Geländewagen sein will. Dementsprechend kommod kann man auf den Fahrersitz rutschen, ohne hinauf- oder heruntersteigen zu müssen, und findet sich in einem Ambiente, das postmodern wirkt.

Rund um die breiten, bequemen Einzelsitze mit klappbaren Armlehnen sind die üblichen, kühl wirkenden Materialien einer sachlichen Innenarchitektur verteilt: schwarzer Kunststoff und metallisch- graue Blenden im Alu-Look. Blaue Leuchtringe in Drehzahlmesser und Tachometer blinken wie laszive Lidschatten.

Der auf einem Felsvorsprung des Armaturenträgers fast frei schwebende Schalthebel sorgt nicht nur für einen architektonischen Höhepunkt, sondern auch für praktische Vorteile: mehr Fußraum durch eine kürzere Mittelkonsole sowie perfekte Bedienbarkeit auf Ellbogenhöhe.

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Eckhard Eybl

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