Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Honda CR-Z GT im Test

Kompaktes Sportcoupé mit Hybridantrieb

Honda CR-Z GT Foto: Rossen Gargolov 20 Bilder

Windschnittig sportlich designt, weckt der neue Honda Mildhybrid CR-Z Erinnerungen an sportliche Honda CRX-Tage. Dabei soll er vor allem sparsam sein. auto motor und sport hat dem Hybrid-Sportcoupé im Test auf den Zahn gefühlt.

03.08.2010 Alexander Bloch

Lange Zeit gab es für kompakte Hybridautos einen strengen Dresscode, so eine Art japanischen Strickpulli. Auf keinen Fall zu attraktiv und um Himmels Willen nicht sportlich. Wie bei den früher so beliebten Atomkraft-nein-danke-Aufklebern auf der Heckscheibe wusste damit jeder sofort: "Ah, ein Umweltbewusster". Wer sich den neuen Honda CR-Z kauft, darf diese ökologische Eigen-PR der Mülltrennung zuführen. Der flache Japaner sieht gänzlich anders aus als die Müslimobile vergangener Tage. Weit unten schnuppert seine mächtige Nase am Asphalt, und das Heck fällt auf den kecken Dachschwung so knackig in die Tiefe wie weiland beim kultigen Honda CRX. 

Kompletten Artikel kaufen
Einzeltest: Hybrid-Sportcoupé im Test Honda CR-Z GT
auto motor und sport 14/2010
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 4 Seiten)
Honda CR-Z, Genf 2010
Honda CR-Z in Genf 2010 2:38 Min.

Honda CR-Z will  vor allem sparsam sein

Optisch strahlt das neue Sportcoupé locker 200 PS aus. Und diese Attraktivität ist zugleich Segen wie Fluch. Denn wie erklär ich der Fangemeinde, deren Augen schon so sportlich glänzen, dass der Honda CR-Z nicht dafür gedacht ist, beim Beschleunigen Teerbrocken aus dem Asphalt zu reißen? "Ist das der legitime Nachfolger des Honda CRX?" ist schließlich die Frage an den Tankstellen. Lassen wir den Sprit im Tank: Wie fast alle Hybridautos will auch der Testwagen vor allem sparsam sein und dieses Mal zusätzlich eine Extraportion Fahrspaß bringen. Mehr zumindest, als man bisher von den großen japanischen zwei gewohnt war. Dafür reichen 124 PS Systemleistung, zusammengesetzt aus 114 PS des 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziners und 10 kW (14 PS) des direkt auf der Antriebswelle klemmenden Elektromotors prinzipiell völlig.

Minimalverbrauch von 4,8 L/100 km

Für alte Honda Civic-IMA-Recken wird sich der Vortrieb anfühlen, als würden sie zum ersten Mal mit gelöster Handbremse fahren. Schon ab 1.000/min liegt das volle Drehmoment von 174 Nm an. Wer fleißig durch die nicht ganz ruckfreien Bahnen des manuellen Sechsganggetriebes pflügt, zwingt den Honda CR-Z sogar knapp unter die zehn Sekunden von null auf 100 km/h. Der unwirsch kreischende Ton im Test zeigt aber, dass der Vierzylinder nicht zu den Drehzahlfetischisten gehört. Also ruhig, Weißer, fahren wir dich erst mal ganz besonnen. Und schon belohnt einen der fesche Japaner mit einem sehr niedrigen Minimalverbrauch von 4,8 L/100 km. Unüblich für einen Benzin-Hybrid, rutscht er damit sogar 0,2 Liter unter seine ECE-Angabe. Selbst sein 26 PS schwächerer Bruder Insight konsumiert nicht weniger. Wer den Honda CR-Z über sieben Liter treiben will, muss das Gaspedal gehörig aufs Bodenblech nageln. Für die reine Sparleistung hat Hondas Jüngster fünf Sterne verdient.

Fahrdynamisch auf dem Niveau eines VW Golf 1.2 TSI

Jedoch lässt der Zeitgeist-Sportler einen beim Überholen in hohen Gängen etwas hängen. Auf einen anfänglichen (Elektro-)Kick folgt ein recht müder Fortgang. Im Vergleich zu einem 19 PS schwächeren VW Golf 1.2 TSI fehlen ihm beim Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h (fünfter Gang) einige Sekunden. Da kann der E-Motor im Test noch so motiviert mit der Nickel-Metallhydrid-Batterie boosten. Rein elektrische Fahrweise beherrscht der IMA nicht, dafür aber Start-Stopp. Wenn man also schon kurz davor war, das mit der Sportlichkeit zu vergessen, erinnert einen die tiefe, durchaus angenehme Sitzposition wieder daran. Gefühlt kauert der Fahrer um Ventilbreite über der Straße: sexy. Zackig, aber etwas gefühllos lenkt der auf dem Jazz basierende Honda CR-Z ein, stemmt sich kompetent gegen den Kurvenrand, und bevor wir hier von kartartigem Handling schreiben: Fahrdynamisch liegt er auf dem Niveau des vorher schon genannten Golf 1.2 TSI. Die Wahl eines der drei möglichen Fahrprofile (Sport, Normal und Econ) beeinflusst über eine Variation von Gasannahme, Lenkung und Hybridunterstützung mehr Fahrgefühl und Verbrauch als die reale Fahrdynamik. Egal in welchem Modus, wischt er im Test bei Lastwechsel trotz ESP fordernd mit der Heckpartie weg: unsexy.

Kein Anwärter für die Ausgewogenheits-Medaille

Sind die Insassen auf weniger ondulierten Straßen noch dazu geneigt, ein anerkennendes "Geht doch!" auszurufen, bockt die Hinterachse einem auf härteren Wellen plötzlich in das Kompliment hinein. Das im Test offenbarte Wesen des Honda CR-Z ist sicherlich kein Anwärter für die Ausgewogenheits-Medaille, sondern zielt vielmehr darauf, mit klaren Stärken zu überzeugen und die Schwächen nicht zu krumm zu nehmen. Denn da gibt es ein paar: der kleine Tank (40 Liter). Die miese Übersichtlichkeit. Eine dicke C-Säule und der Balken in der Heckscheibe scheinen einem sagen zu wollen, dass echte Honda-Fahrer nicht nach hinten schauen. Selbst in der Kleinwagenklasse traut sich zudem kaum noch ein Hersteller, sein Interieur derart mit Hartplastik auszukleiden. Dass die hinteren Sessel nur Notsitze sind, durfte bei dem kurzen Radstand und der geringen Höhe erwartet werden.

Unerwartet einfach ist die Bedienung. Auf den ersten Schreck über den poppig bunten Captain-Future-Look folgt ziemlich schnell die Eingewöhnung. Es wird sicherlich einige Honda CR-Z-Piloten geben, die ihn gerade dafür lieben - und wegen des niedrigen Verbrauchs, des schnittigen Designs, der guten Ausstattung. Bis auf seinen braveren Bruder Honda Insight gibt es derzeit schließlich keinen günstigeren kompakten Mildhybrid. Und vielleicht beschert Honda seinen sportlichen Hardcore-Fans im zweiten Aufschlag dann auch noch einen Honda CR-ZX mit richtig Punch unter der Haube.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gutes Raumangebot vorne
  • einfache Bedienung
  • attraktive Spritspar-Anzeigen
  • schlechte Übersichtlichkeit
  • enger Fondraum
  • kleiner Kofferraum
  • dürftige Materialanmutung
Fahrkomfort
  • leise im Teillastbereich
  • sportliche Sitzposition
  • straffe Federung
Antrieb
  • sehr sparsamer Hybridantrieb
  • gutes Ansprechverhalten
  • passende Getriebeabstufung
  • ordentliche Fahrleistungen
  • etwas hakelige Schaltung
  • kleiner Tank (40 Liter)
  • schwaches Durchzugsvermögen
Fahreigenschaften
  • agiles Handling
  • gut abgestufte Fahrprogramme
  • direkte Lenkung
  • neigt zu kräftigen Lastwechselreaktionen
  • Karosserierollen
Sicherheit
  • noch gute, standfeste Bremsen
  • gute Airbag-Ausstattung
Umwelt
  • sehr niedriger Verbrauch
  • geringes Fahrgeräusch
Kosten
  • für Hybrid niedriger Grundpreis
  • gute Ausstattung
  • drei Jahre Garantie
  • jährliche Inspektion nötig

Fazit

Sehr sparsam und trotzdem spaßig. Der Honda CR-Z beweist, dass Hybridautos auch in der Kompaktklasse dynamisch sein können. Doch es stören holpriger Komfort, schlechte Übersichtlichkeit und Materialanmutung.

Umfrage
Ist der Honda CR-Z ein würdiger Nachfolger für den CR-X?
Ergebnis anzeigen
Technische Daten
Honda CR-Z
Grundpreis21.990 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4080 x 1740 x 1395 mm
KofferraumvolumenVDA225 bis 595 L
Hubraum / Motor1497 cm³ / 4-Zylinder
Leistung84 kW / 114 PS (145 Nm)
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,9 s
Verbrauch5,0 L/100 km
Testverbrauch6,7 L/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Neu Registrieren

Erstellen Sie ein kostenloses Profil und profitieren Sie von vielen Vorteilen

  • Zugriff auf alle technischen Daten
  • Artikel kommentieren
  • Teilnahme an Gewinnspielen
  • Schneller PDFs kaufen
  • 360° Ansichten von Autos
  • Exklusives PDF-Bonus-Programm
Kostenlos anmelden
Login mit Ihrem Profil
    Kommentar schreiben

    Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
    Empfehlungen aus dem Netzwerk
    Autokredit berechnen
    Anzeige
    Whatsapp
    Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden