Hyundai Santa Fe im Test: Hyundai-SUV mit Frischzellenkur

Hyundai Santa Fe

Geliftet, erstarkt und mit Sechsgang-Automatik geht der Hyundai Santa Fe ins neue Jahr.

Ausstattung und Leistung rauf, Verbrauch und Preise runter: Nach dieser Maßgabe hat Hyundai den mittleren seiner drei SUV für die zweite Lebenshälfte fit gemacht. Wobei der Nachlass (1.360 bis 2.460 Euro) nur für die Benziner-Varianten gilt, die jetzt einen 2,4-Liter-Vierzylinder statt des bisherigen 2,7-Liter-V6 unter der Haube haben.

Der 2,2-Liter-Diesel im Hyundai Santa Fe verfügt jetzt über Common-Rail

Der einzige Diesel wurde dagegen etwas teurer, aber komplett neu entwickelt und bis hin zur Euro 5-Einstufung optimiert. So verfügt der 2,2-Liter-Vierzylinder nun über Common-Rail-Einspritzung der dritten Generation mit Piezo-Injektoren, mehr Leistung (197 statt 155 PS) und ein von 343 auf 437 Nm gestiegenes Drehmoment (Automatik; Schaltgetriebe 422 Nm), das von 1.800 bis 2.500/min anliegt. Entsprechend druckvoll setzt sich der schon leer 1.921 Kilogramm schwere Offroader in Bewegung, sprintet in 9,7 Sekunden von null auf 100 km/h. Nach dem rustikalen Kaltstart dauert es jedoch einige Minuten, bis der drehfreudige Selbstzünder gepflegte Manieren an den Tag legt.

Als harmonische Ergänzung empfiehlt sich die neue Sechsstufen-Automatik (2.000 Euro), die spontan und ruckfrei schaltet und damit den Turbodiesel im optimalen Drehzahlbereich hält. Was auch dem Verbrauch zugute kommt: Während sich der Vorgänger noch 12,3 Liter pro 100 Kilometer genehmigte, reichen dem Neuen 10,5 Liter. Durchaus angemessen, zumal der Testwagen neben dem Optionsgetriebe die üppige Premium-Ausstattung und den Allradantrieb an Bord hatte, der sich bei Schlupf an den Vorderrädern automatisch zuschaltet. Für bessere Traktion beim Gelände- oder Anhängerbetrieb (bis 2.000 Kilogramm) lässt sich die Kraftverteilung im Verhälnis 50:50 fixieren, doch selbst als Fronttriebler meistert der Santa Fe forcierte Kurvenfahrt sicher und leicht untersteuernd.

Der Hyundai Santa Fe überzeugt mit seinem variablen Innenraum

Auch die Bremsen verzögern jetzt energischer, und die normalerweise etwas steifbeinige Federung wird bei hoher Beladung (maximal 599 kg) sogar geschmeidiger. Zwei voll versenkbare Zusatzsitze unter dem Ladeboden (1.840 Euro) machen ihn vollends zum soliden, geräumigen und vielseitig nutzbaren, allerdings reichlich 40.000 Euro teuren Familien-Shuttle. Immerhin sieht man ihm das jetzt an. Materialien und Verarbeitung im renovierten Interieur wirken bis auf kleine Hartplastikreste hochwertig und edel, die neue Fernbedienung am Lenkrad sowie zwei separate AUX- und USB-Anschlüsse hilfreich. Anders die laue Sitzheizung vorn, die zumindest bei Minusgraden eine nachhaltige Erwärmung für den Hyundai verhindert.

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Bernd Stegemann

Autor:

auto motor und sport, Heft 02 / 2010

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