Infiniti M30D im Test: Sportliche Limousine von Nissans Edeltochter

Infiniti M30D

Gaffer gegen Gaffer: Vier Monate vor dem Start tarnt Infiniti die Oberklasse-Limousine M noch mit einer Lastwagenladung schwarzem Gaffer-Tape.

Das Klebeband wäre nicht nötig, denn auf dem Genfer Salon zeigte sich der M unverhüllt. Mit ihm möchte Nissans Edeltochter vor allem einem Konkurrenz machen: dem BMW 5er.

Infiniti M: Komfort leidet etwas unter der dynamischen Abstimmung

So zählt der Infiniti M30D mit der homogenen, präzisen, rückmeldungsstarken Lenkung und agilem Handling zu den sportlichen Limousinen. Aber der Komfort leidet etwas unter der dynamischen Abstimmung: Über kurze Unebenheiten stolpert der M in unserem Test mitunter, lange Wellen verarbeitet die Federung effektiver. Zum insgesamt aber hohen Komfortniveau passt der vom Renault-V6 abgeleitete Dreiliter-Common-Rail-Diesel. Die Techniker adaptierten ihn an den Hinterradantrieb, verfeinerten den Drehmomentverlauf und verkuppelten ihn mit einer Siebengangautomatik. Nur im Stand mit leicht kernigem Ton, zieht der Infiniti M30D fast ohne Turbozögern mit seinen 550 Nm gleichmäßig, kultiviert und drehfreudig voran.

V6-Motor des Infiniti M verfügt über Eco-Modus

Dabei legt der Automat die Stufen weich und passgenau nach. Der Antriebsstrang des Infiniti M30D lässt sich über den Drive-Modus sportlicher oder sparsamer trimmen. In "Sport" spricht der Motor giftiger an, hält ihn das Getriebe in höheren Drehzahlen. Auf "Eco" schaltet es in unserem Test früh, der Infiniti M-V6 reagiert träger aufs Gas - das soll bis zu zehn Prozent Kraftstoff sparen. Ansonsten spart die geräumige, 4,95 Meter lange Limousine an nichts. Infiniti staffiert sie mit vielem aus, was bei den deutschen Konkurrenten nur in der Aufpreisliste steht. Der Preis dürfte bei rund 50.000 Euro liegen - beim genauen Betrag hüllt sich Infiniti noch in Schweigen.

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Sebastian Renz

Autor:

auto motor und sport, Heft 13 / 2010

Hat die Marke Infiniti auf dem deutschen Markt eine Chance?
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