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Isuzu D-Max Space-Cab im Test

Die große Alternative

Isuzu D-Max Space Cab 2012 Test Foto: Torsten Seibt 27 Bilder

Der Isuzu D-Max stemmt sich in Deutschland gegen die Übermacht des VW Amarok. Mit durchaus beachtlichem Erfolg.

11.01.2013 Torsten Seibt Powered by

10 Jahre lang war der Vorgänger in Deutschland auf dem Markt. Und er fand eine zwar relativ überschaubare, aber eingeschworene Fan-Gemeinde, die den Isuzu D-Max vor allem für seine unkapriziöse Art und die überdurchschnittliche Haltbarkeit schätzt. Während sich der Isuzu D-Max in Deutschland bei den Pickup-Verkäufen stets im Mittelfeld bewegt, ist er andernorts ein Superstar: als die neueste Generation des Kleinlasters in Thailand zum ersten Mal vorgestellt wurde, verzeichnete Isuzu binnen drei Tagen 15.000 Kaufverträge – ein Hype wie in Deutschland um den neuen Golf. Zwei Millionen Einheiten produzierte Isuzu alleine vom letzten Modell, sechs Millionen D-Maxe waren es seit dem Produktionsstart 1972 insgesamt. An diesen weltweiten Erfolg soll der Neue anknüpfen.

Nur noch ein Einheits-Motor

Mit der Neuauflage verabschiedet sich Isuzu in Deutschland vom Zwei-Motoren-Konzept. Nachfolger der bisherigen 2,5- und 3,0-Liter-Maschine ist ein neu entwickelter Vierzylinder-Biturbo-Diesel, der die komplette Modellpalette in einer Einheitsversion auf Trab bringt. Keine abgespeckte Monoturbo-Version und auch keine elektronisch gedrosselte Variante sind verfügbar, wer einen aktuellen Isuzu D-Max bestellt, bekommt 163 PS. Auch im günstigsten Basismodell.

Ähnliche Großzügigkeit legt Isuzu bei der Sicherheitsausstattung an den Tag und unterscheidet sich hier deutlich von den japanischen Wettbewerbern: Bereits ab der preiswertesten Grundversion sind Seiten- und Kopfairbags, Bremsassistent und das gerade bei Pickups segensreiche ESP Serienstandard.

Isuzu D-Max mit großzügiger Ausstattung

Überhaupt: Geiz kann man der deutschen Isuzu-Zentrale sicher nicht vorwerfen. Denn obwohl die Preise für den Isuzu D-Max traditionell um einen durchaus nennenswerten Betrag unter denen der Konkurrenz liegen, müssen selbst die Käufer eines Basismodells nicht in automobiler Frühgeschichte verharren. Die essentiellen Dinge sind immer an Bord – Fensterheber, Zentralverriegelung, Klimaanlage. Und wer in die Vollen greifen möchte, bekommt ab sofort ein besonders fürsorglich ausgestattetes Topmodell (Premium), das mit Lederausstattung und reichlich Luxus deutlich besser ausstaffiert ist als bislang. Allerdings muss sich der Käufer für eine Komplettversion entscheiden, ein günstigeres Modell mit einzelnen Aufpreis-Extras zu verfeinern, ist nicht vorgesehen. Eine außerordentlich kuriose Idee: in den Doppelkabiner-Versionen muss der Kunde auf ein Ersatzrad verzichten und bekommt ein Reifenpannenset mit an Bord. Eigentlich ein Unding bei einem geländetauglichen Nutzfahrzeug.

Kaum Platz auf den Rücksitzen

Zum Test trat der Isuzu D-Max als Extra-Kabiner an. Diese Variante verfügt nun, wie auch schon bei anderen Herstellern verwirklicht, über gegenläufig angeschlagene hintere Türen. Ohne eine störende B-Säule lässt sich der Raum hinter den Vordersitzen deshalb bequem und bestens zugänglich nutzen. Allerdings nur bedingt als Sitzplatz: zwar sind herunterklappbare Sitzbrötchen und Dreipunktgurte installiert, doch fällt es schwer zu erkennen, welche Passagiere man hier unterbringen soll. Erwachsene haben schlicht keinen Platz für die Beine, einen Kindersitz kann man ebenfalls nicht installieren. Bleiben eventuell 12-14jährige Beifahrer auf Kurzstrecken, weshalb Käufer die 2+2-Sitzplatzoption nicht überbewerten sollten: der Isuzu D-Max Spacecab ist ein Zweisitzer mit geschütztem Laderaum. Wer öfter Passagiere befördern muss, kommt um den Doppelkabiner nicht herum.

Mit 1,79 Meter langer Ladefläche liegt der Anderthalbkabiner etwas hinter der japanischen Konkurrenz, nicht aber bei der Spurweite: die hat Isuzu bei der neuen Version auf durchaus ansehnliche 1.570 Millimeter verbreitert. Auch die Gesamtbreite ist mächtig gewachsen, mit 1.860 Millimeter übertrumpft der neue D-Max beispielsweise den aktuellen Toyota Hilux um volle zehn Zentimeter. Die Zuladung liegt bei Space- und Doublecab relativ ähnlich, der 2.041 kg wiegende Testwagen darf insgesamt 959 Kilo mit an Bord und exakt drei Tonnen an den Haken nehmen.

Pickup alter Schule

Schon die ersten Meter mit dem neuen Isuzu D-Max Spacecab machen deutlich: hier fährt ein Pickup alter Schule. Die Lenkung bemüht sich, mit ihrer Schwergängigkeit Präzision vorzutäuschen, was aber leider nicht gelingt. Richtungsangaben werden ungefähr befolgt, direkt ist definitiv anders. Auch über so etwas wie Rückmeldung müssen sich D-Max-Piloten keine Gedanken machen. Damit könnte man sich arrangieren, das Fahrwerk jedoch ist im Vergleich zu aktuellen Mitbewerbern (Ford Ranger, VW Amarok) im Straßeneinsatz unterlegen. Die von Drehstab- auf Schraubenfederung umgestellte Vorderachse bringt zwar mehr Fahrkomfort als beim Vorgänger, insgesamt ist das Federungs- und Dämpfungsverhalten aber verbesserungsfähig. Indifferente Stöße und ein beständiges wiegen und nicken auf schlechtem Untergrund sind Tagesgeschäft. Hier bleibt es beim Kunden, das beim Kauf gesparte Geld zu einem gewissen Teil wieder zu investieren, um zumindest mit hochwertigen Dämpfern oder gleich einem Komplettfahrwerk Ruhe in die Fuhre zu bringen. Auch die bemerkenswert heftige Wank- und Seitenneigung kann durch Optimierung nur besser werden. Ja, der Isuzu D-Max ist ein Pickup mit einer knappen Tonne Zuladung, kein Sportwagen. Dennoch wünschen wir uns eine etwas straffere Abstimmung direkt ab Werk. Natürlich lässt es mit dem Fahrwerk und der Lenkung in der jetzigen Ausführung leben (beides immerhin deutlich besser als beim Vorgängermodell), man sollte dann aber besser keinen neuen Ford Ranger probefahren.

Wäre der Rest des neuen Isuzu D-Max auch in dieser Art geraten, könnte dieser Bericht bereits enden. Doch der aktuellste Neuzugang auf dem deutschen Markt hat klare Sahneseiten. Allen voran der Biturbo-Motor. Dass Isuzu Ahnung von der Dieselmotoren-Fertigung hat, ist keine Neuigkeit. Der aktuelle 2,5-Liter-Vierzylinder ist das beste Beispiel. Ohne großartige Vibrationen packt er von ganz unten bereits kraftvoll zu und schnürt behände durchs Drehzahlband. Im Testwagen war die optionale Fünfgang-Automatik angeflanscht, und auch diese verdient sich volles Lob. Die 1.600 Euro Aufpreis können wir Kaufinteressenten wärmstens empfehlen. Eine sechste Stufe wird nicht vermisst. Da stimmen die Anschlüsse, das Drehzahlniveau geht in Ordnung und die Schaltarbeit wird sanft und stimmig abgehandelt. Besser ginge es auch per Handschaltung nicht. An Gefällen denkt das Getriebe mit und legt eine niedrige Stufe ein, die Wandlerüberbrückung agiert ordentlich, das Getriebe reagiert auch fix und exakt auf den Fahrerwunsch: schnell schalten und hoch drehen bei ambitionierter Fahrweise, früh eine hohe Stufe einlegen bei Cruising-Gefühlen.

Flotter Motor, feines Getriebe

Dazu ist der Motor auch noch ziemlich munter: Beschleunigungswerte, Höchstgeschwindigkeit (siehe Tabelle) – wer da noch dem alten Dreiliter nachweint, setzt auf das falsche Pferd. Ganz besonders überraschend sind jedoch zwei Punkte. Zum einen das Geräuschniveau. Der neue Isuzu D-Max ist ein ausgesprochen leises Auto, zumindest im Innenraum. Bei 130 km/h liegen 67 dB an, ein Wert aus dem Pkw-Bereich. Selbst bei der Höchstgeschwindigkeit von rund 180 km/h lassen sich Gespräche in Zimmerlautstärke führen, für einen Pickup ein echtes Phänomen.

Und überdies ist der Biturbo auch noch sparsam. 8,7 Liter im Testmittel, davon sind andere aktuelle Pickups zum Teil deutlich entfernt. Zum Vergleich: der aktuelle VW Amarok Automatik mit dem als besonders sparsam propagierten Zweiliter-Motor vebrauchte im Test 1,6 Liter mehr. Wer den neuen Isuzu D-Max behutsam bewegt, erreicht problemlos eine Sieben vor dem Komma – und das mit Automatikgetriebe. Eine bemerkenswerte Leistung.

Die Innenraumgestaltung des Isuzu D-Max ist betont schlicht gehalten. An der Verarbeitung gibt es nichts zu mäkeln, die ist sauber ausgeführt. Etwas hochwertigere Materialien würden wir uns dennoch wünschen, auch wenn die Hände bereits in der Custom-Version ein Multifunktions-Lederlenkrad umgreifen. Vorteil der auf das Minimum beschränkten Bedienungseinheiten: Verwirrung findet nicht statt.

Nachdem ein integriertes Multimedia- oder Navigationssystem nicht verfügbar ist, verdient auch das einheitliche Radiosystem eine gesonderte Erwähnung. Es zeigte sich im Test zwar als außerordentlich empfangsstark, allerdings umständlich in der Bedienung und mit nur mäßigem Klang (was den Serienlautsprechern geschuldet ist).

Im Gelände recht brauchbar

Geht es ins Gelände, kann der Isuzu D-Max durchaus Duftmarken setzen. Die in allen Versionen serienmäßige elektronische Traktionskontrolle arbeitet interessant. Der aus anderen aktuellen Geländewagen bekannte ratternde Bremseingriff existiert kaum, stattdessen greift das System nahezu unmerklich ein und beschert dem Pickup in tiefen Böden oder auf verworfenem Untergrund die entscheidenden Meter. Der Allradantrieb lässt sich per Schalterdreh auch während der Fahrt bis 100 km/h einlegen, die lange Übersetzung des ersten Ganges beim Automatikgetriebe gleicht eine gegenüber den Schaltmodellen spürbar kürzere Achsübersetzung wenigstens zum Teil aus. Dafür freuen sich Automatik-Fahrer eben über die Drehmomentverstärkung durch den Wandler und das unterbrechungsfreie Schalten unter heftigen Bedingungen.

Die Limits setzt Pickup-typisch der lange Radstand. Schon früh geht der Iszu D-Max über Kuppen auf Grund und verlangt eine entsprechend vorausschauende Fahrweise, um Schweller und Unterboden unverformt zu belassen. Auch der vordere Böschungswinkel fällt eher unterdurchschnittlich aus, hier wird der D-Max schnell zum Blümchen- und Steinesammler. Eine Hinterachssperre ist auch gegen Aufpreis nicht erhältlich. Das ESP wird bei aktivierter Untersetzung abgeschaltet, wer im Straßen-Allrad unbeschwert wühlen möchte, kann zudem die elektronische Traktionskontrolle per Knopfdruck in den Urlaub schicken.

Im Test gefiel zum einen das sehr wacker verschränkende Fahrwerk, zum anderen die daraus resultierende überraschend gute Traktion. Die Gene sind vorhanden, wer abseits der Straße größeres vorhat, ist bereits mit einem Satz Geländereifen in etwas größerer Dimension (die Radhäuser bieten jede Menge Platz) sicher gut bedient.

Fazit

Der Isuzu D-Max blebt auch in der Neuauflage seiner Linie treu. Er ist ein unverschnörkelter und aufrechter Vertreter seiner Zunft. Fahrwerk und Lenkung könnten noch etwas Training vertragen, darüber tröstet aber der vergleichsweise günstige Preis hinweg. Echte Highlights sind der neue, sehr sparsame Motor, das toll agierende Automatikgetriebe und die auffallend niedrige Geräuschkulisse, was den D-Max in der Summe auch zu einem ausgezeichneten Reisefahrzeug macht.

Technische Daten
Isuzu D-MAX 3.0 Space Cab 4WD
Grundpreis28.870 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe5155 x 1800 x 1730 mm
Hubraum / Motor2999 cm³ / 4-Zylinder
Leistung120 kW / 163 PS (360 Nm)
Höchstgeschwindigkeit175 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,7 s
Verbrauch8,4 L/100 km
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