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Jeep Wrangler Unlimited Rubicon 2.8 CRD

Ohne Limits – der Jeep für jedes Gelände

Jeep Wrangler Unlimited Rubicon Foto: Thomas Starck 19 Bilder

Offroad-Fans aufgepasst: Es gibt einen Neuzugang für die wirklich kernigen Herausforderungen. Jeep Deutschland hatte ein Einsehen und bietet jetzt auch den langen Jeep Wrangler Unlimited in der Hardcore-Version Rubicon an.

26.07.2010 Powered by

Seit seinem ersten Auftritt in 2002, damals noch im Kleid des Jeep Wrangler TJ, ist der Rubicon bereits zur Legende gereift. Benannt nach der spektakulären Geländestrecke in der Sierra Nevada, hat der Jeep Wrangler Rubicon all das zu bieten, was die Herzen von Geländewagen-Liebhabern höher schlagen lässt. Ein mit 4:1 in der Geländestufe extrem kurz übersetztes Verteilergetriebe, 100%-Achssperren vorne wie hinten und besonders robuste Dana-44-Starrachsen an langhubigen Schraubenfedern.

Diese radikale Geländetechnik gibt es auch beim aktuellen Jeep Wrangler JK seit seinem Verkaufsstart in 2007. Doch bislang nur in Verbindung mit dem kurzen Dreitürer. Familienväter und Fernreisende, die viel Platz brauchten, gingen leer aus. Bis jetzt. Denn seit Mitte 2010 gibt es als neues Top-Modell im Wrangler-Angebot den Unlimited als Rubicon! Stets in der Version mit dem 2,8-Liter-Commonrail-Diesel und Automatikgetriebe.
In dieser Ausführung ist der Jeep Wrangler ein ziemliches Unikat in der Geländewagen-Welt. Abgesehen von seinen beiden Achssperren – so etwas hat sonst nur noch das teure G-Modell von Mercedes zu bieten – ist auch die Ausführung als viertüriges Cabrio einzigartig auf dem Markt. Mit der Option, die Türen zu entfernen und die Windschutzscheibe umzuklappen, gibt es zudem kein offeneres Auto zu kaufen.

Einfache, solide Technik und ein kerniger Diesel

Trotz seiner Positionierung als teuerstes Modell der Baureihe – immerhin liegt der Listenpreis für den Jeep Wrangler Unlimited Rubicon bei selbstbewussten 37.190 Euro – ist die Technik betont hemdsärmelig. Wer auf der Suche nach Abstandsradar oder mobilem Internetanschluss im Auto ist, wird mit dem Wrangler sicher nicht glücklich. Maximales Zugeständnis an den Komfort sind Klima-Anlage, Tempomat, Fensterheber und Zentralverriegelung. Mehr braucht man im Gelände (und bei ehrlicher Betrachtung auch im Alltag) nicht.
 
Der kernige VM-Diesel schiebt schon lange Dienst im Wrangler. Leistung und Drehmoment wird mehr als genug ausgeschenkt, mit 2,8 Liter Hubraum muss sich der Vierzylinder aber längst nicht so ans Limit begeben wie moderne, kleinvolumige Hochleistungs-Diesel. Die rustikale Geräuschkulisse und das stets spürbare Vibrieren des Commonrail-Motors sind im Alltag nicht sonderlich störend, allenfalls die Kaltlaufgeräusche sind etwas unzivilisiert. In Verbindung mit dem Dieselmotor gibt es ein fünfstufiges Automatikgetriebe (der Benziner V6 hat lediglich eine Viergang-Automatik). Das ist allerdings eher von der behäbigen Sorte. Gangwechsel müssen nachdrücklich per Kickdown eingefordert werden, wobei die dann anliegende Motordrehzahl nicht vollständig mit dem entstehenden Vortrieb korrespondiert – die nicht mehr taufrische Wandler-Automatik schluckt einiges an Leistung. Spürbar ist das an der Beschleunigung, wo der Schaltgetriebe-Diesel der Automatik-Version volle zwei Sekunden beim Spurt auf Tempo 100 abnimmt. Und sichtbar an der Tanksäule, denn unter zehn Liter lässt sich der lange Rubicon auch bei sehr behutsamer Fahrweise kaum bewegen, mit Schaltgetriebe liegt der Verbrauch um bis zu zwei Liter darunter. Schade deshalb, dass es die Kombination Schaltgetriebe/Diesel beim Unlimited nur in der Basisversion Sport zu kaufen gibt, nicht aber beim Rubicon.

Die Automatik im Jeep Wrangler Unlimited Rubicon kostet Sprit

Das Straßenfahrverhalten des langen Wrangler Rubicon unterscheidet sich nicht merklich zu den Standard-Versionen. Das prinzipiell sehr schluckfreudige Fahrwerk neigt dazu, bei kurzen Unebenheiten kleine Stöße auszuteilen, auf drittklassigen Straßen komplettiert sich das zu ständigen leichten Roll-Bewegungen im Auto. Die Seitenneigung bleibt einigermaßen im Rahmen, bei all zu flotter Kurvenfahrt greift das ESP ziemlich rigoros ein. Der Zuschalt-Allrad lässt sich auf der Straße wegen der starken Verpannungen nur in Ausnahmefällen nutzen, ansonsten ist der Wrangler mit Heckantrieb deutlich übersteuernd unterwegs, sobald man es zu rasch angeht. Auch auf der Autobahn stellt sich schnell eine genießerische Fahrweise ein. Tempomat bei 130 km/h gesetzt und ab in Richtung Horizont. Die Geräuschentwicklung bleibt bei diesem Tempo erstaunlich moderat, die bequemen Sitze halten einen auch nach mehreren Stunden fit.

Wirklich schön wird Wrangler fahren erst ohne Dach

Das große Kino geht ohnehin erst nach dem lösen einiger Schrauben und dem Entfernen des Hardtops los. Die beiden vorderen Dachhälften lassen sich schon bei kurzen Sonnenstrahlen schnell herausnehmen und im Laderaum verstauen, zur Demontage des hinteren Dachs müssen sich zwei Personen rund zehn Minuten lang beschäftigen. Das muss man zwar nicht tun und kann den Wrangler auch sein ganzes Leben lang geschlossen durch die Landschaft bewegen – dann verpasst man allerdings einiges. Wobei die Cabriofahrt im Gelände noch mehr ein Genuss für alle Sinne ist als die gemütliche Überland-Tour.

Der Jeep Wrangler Rubicon – das wohl geländetauglichste Cabrio der Welt

Off road ist der Jeep Wrangler Unlimited Rubicon nicht nur das einzige viertürige Cabrio, sondern auch der geländetauglichste oben-ohne-Allradler überhaupt. Dank des elektrisch entkoppelbaren Stabis ist die mögliche Verschränkung phänomenal, ultrakurze Untersetzung und die beiden Sperren tragen ihren Teil dazu bei, dass es noch nicht einmal eine Hand voll Serien-Geländewagen gibt, die dem Rubicon folgen könnten. Lediglich die Bauchfreiheit leidet natürlich – verglichen mit dem Dreitürer – unter dem langen Radstand. Die stabilen Dana-44-Achsen machen allerdings ohnehin Lust auf mehr als die Standard-Bereifung in 245/75-17 – mit einer leichten Höherlegung und größer dimensionierten Gummis wird aus dem langen Rubicon ein Experte, den nur noch wenig aufzuhalten vermag – siehe auch unsere Wrangler-Supertests.

Fazit

Angesichts der überschaubaren Verkaufszahlen muss man Jeep Deutschland dankbar sein, dass mit dem Wrangler Unlimited Rubicon jetzt immerhin bereits die achte Modellversion angeboten wird – und die ist gleichzeitig die spannendste. Überragende Geländeeigenschaften, die im Vergleich zum Standard-Wrangler nicht zu Lasten der Alltagstauglichkeit gehen und ein gegenüber dem dreitürigen Rubicon viel größerer Praxisnutzen machen dieses Modell zum vielleicht besten Wrangler aller Zeiten. Wenn noch Wünsche offen bleiben, dann die nach einem zeitgemäßen Automatikgetriebe und einer etwas volkstümlicheren Preisgestaltung.

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Technische Daten
Jeep Wrangler Unlimited 2.8 CRD
Grundpreis42.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4751 x 1877 x 1800 mm
KofferraumvolumenVDA498 bis 935 L
Hubraum / Motor2777 cm³ / 4-Zylinder
Leistung147 kW / 200 PS (460 Nm)
Höchstgeschwindigkeit169 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h11,7 s
Verbrauch8,8 L/100 km
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