Kelleners Sport KS1-RS 16 Bilder Zoom

Kelleners Sport KS1-RS im Test: Schwarze Version des M Coupés

Leistung kann man nie genug haben, dachte sich auch BMW-Tuner Kelleners Sport und spritzte dem BMW 1er M Coupé eine Kraftkur von 80 PS. Ob ein Gewindefahrwerk und Cupreifen den 420 PS starken Kelleners Sport KS1-RS darüber hinaus nicht nur längs-, sondern auch querdynamisch schneller machen, zeigt der Test.

Das 1er M Coupé wurde BMW von den Fans so gierig aus den Händen gerissen wie Schokoladeneis im Hochsommer. Nur 3.000 Einheiten waren geplant, doppelt so viele wurden verkauft. Wer vor Produktionsende im Sommer den kleinen Dampfhammer noch ergattern will, sollte sich beeilen. Für alle, denen die geringe Stückzahl nicht exklusiv genug ist, bietet Kelleners Sport ein umfangreiches Tuning-Paket an.

Aus BMW 1er M Coupé wird Kelleners Sport KS1-RS. Tür zu und los - nein, nicht so hastig. Neben einem Optik-Kit mit einem Frontsplitter im Karbon-Look, einem Edelstahl-Grilleinsatz und einer Heckspoilerlippe aus Karbon hat der Veredler aus Merzig auch am Interieur des Power-Coupés gefeilt. Hier sind wilde Kontraste angesagt. Die schwarzen Ledersitze mit Alcantara-Applikationen zieren nun weiße Zierränder. Außerdem lackierte die Kelleners-Truppe die Leiste am Instrumententräger sowie die Türgriffe in glänzendem Weiß. Während der Zebra-Look Geschmacksache ist, überzeugt die Verarbeitung mit Serienniveau. Auch im KS1-RS klappert oder knistert nichts.

Extrakraft für Reihensechszylinder-Biturbo

Jetzt aber Feuer frei und den Startknopf drücken: Der Gute erwacht fauchend zum Leben. Mit dem Guten ist selbstverständlich N54B30 gemeint. Fans jubilieren anlässlich des internen Motorencodes, hinter dem sich noch der Reihensechszylinder-Biturbo mit zwei Turboladern und nicht der kostengünstigere N55 mit lediglich einem Lader verbirgt.
Schon der Gedanke an den ersten Gasstoß lässt die Nachbarn wütend zum Fenster rennen. Die Export-Abgasanlage faucht durch vier 83er-Endrohre emotional und brüllt nicht nur beim Kaltstart lauter als jeder Wecker.
Dank einer Extraportion von 80 PS soll das geschärfte E82 Coupé nun 420 PS leisten. Doch der Performance-Kit mit umprogrammiertem Motormanagement, größerem Ladeluftkühle und Turbo Downpipes sowie 200-Zellen-Metallkatalysatoren mochte beim ersten Versuch noch nicht so recht anschlagen. Bei der ersten Messfahrt stellte der KS1-RS lediglich die Beschleunigungswerte des Presse-Serienfahrzeugs ein. Wer und ob jemand von beiden Parteien bei der Leistungsangabe gemogelt hat, soll hier nicht diskutiert werden.
Nach einem ungeplanten Boxenstopp bei Kelleners trat das getunte Coupé dann zum zweiten Versuch an. Der Kraftkerl sprintete auf 100 km/h nun 0,2 Sekunden und auf 200 km/h 3,1 Sekunden schneller als die Serienversion BMW 1er M Coupé im Supertest (0 - 100: 4,7 s, 0 - 200: 17,2 s).
Das maximale Drehmoment steigt von 450 auf 590 Nm. Die Leistungsentfaltung verläuft ähnlich gleichmäßig wie im Serienmodell. Ein schlechteres Ansprechverhalten ist nicht spürbar. Auf der Autobahn surft der Fahrer auch bei niedrigen Touren im sechsten Gang lässig auf der massigen Drehmomentwelle dahin.

Der Kelleners Sport KS1-RS wedelt um die Kurven

Dank Vmax-Aufhebung rennt der KS1-RS echte 293 km/h. Dabei vermeldet die Traktionskontrolle öfters mit flackernder DSC-Lampe, dass ihr gerade die eine oder andere Bodenwelle aufstößt. Auch der zappelige Geradeauslauf erinnert an das Serienmodell.
Doch wen interessiert nur geradeaus? Kurven nimmt die Tuningversion mit direkter, aber neutralerer Rückmeldung als das normale M Coupé. Die Abstimmung des Gewindefahrwerks zähmt den Einser-Burschen. Hier überraschen unter Last oder bei Lastwechseln keine unerwarteten Seitwärtsschritte mehr, die beim Serienfahrzeug im Grenzbereich noch eine erfahrene Hand am Lenkrad voraussetzten.

Hockenheim-Rundenzeit 1.13,2 Minuten

Den Kleinen Kurs in Hockenheim umkurvt der KS1-RS nun mit leichtem Kurveneingangsuntersteuern, das sich unter Last in fein dosierbares Power-Oversteer wandeln lässt. Mit Michelin-Cupreifen wedelt der getunte BMW 1er M 0,9 s schneller um den Kurs als das Serienpendant (Alle Hockenheimrundenzeiten in der Übersicht).

Wer sich nervenkitzelnde Hüftschwünge zurückwünscht, kann das Gewindefahrwerk nicht nur in der Höhe, sondern auch in Zug- und Druckstufe justieren. Großes Manko: Sowohl die stimmgewaltige Abgasanlage als auch die Leistungssteigerung sowie der Frontsplitter verfügen über kein TÜV-Gutachten. Mit diesen Modifikationen ist der Kelleners KS1-RS für Deutschlands Straßen definitiv ungeeignet.

Christian Gebhardt

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FACT

Datum

29. Dezember 2012
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 06/2012.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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