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Land Rover Defender 90 Td5 Station Wagon im Test

Swivelkopfreparatur an einem Landy

17 Bilder

Zum Schrauben waren gekommen: der Peter Petter, mit seinem 88er, die Landybärin, mit ihrem 90er, der aetsch, mit seinem 110er (Luxusausstattung) und der Landy-Andi mit dem 109er. Bei jedem musste etwas am Fahrzeug gemacht werden.

03.11.2008 Powered by

Peter musste seine Swivel neu lagern, da die gut ausgeschlagen waren. Bei der Landybärin mussten nur der Ölstand in den Diff`s überprüft werden und im Armaturenbrett zwei Birnchen gewechselt werden. Bärbel war hauptsächlich gekommen, um aetsch zu zeigen wie das Relais zwischen Fahrlichtschalter und Lampen eingebaut wird. Es soll keiner glauben, dass Bärbel nicht in der Lage sei, ihren Ölstand selber zu kontrollieren!

Andy kam vorbei, um uns mal über die Schulter zu schauen und um sich mal anzusehen, wie Bremsen entlüftet werden. Anfangen will ich heute mit dem Protokoll, wie Peter seine Swivelkugelager gewechselt hat. Alle anderen Aktionen werde ich nach und nach berichten.

Wir beginnen mit der Reparatur an Peters 88er

Peter kam mit einer kompletten Werkstattausrüstung, stabil hinten im 88er verpackt, auf meinen Hof geeiert. Voller Tatendrang hat er gleich sein postgelblackiertes Schraubmobil in meiner Garage geparkt und  gleich die fünf Tonnen Luxus-Unterstellböcke, das rote Etwas unter der Vorderachse, plaziert. Und dann kam die Lachbrüllwegschmeißfrage von ihm: "Hast du auch 'nen Luftanschluss für meinen Schlagschrauber, schrauber?" - Bitte? Was? Luftanschluss für was? Für einen Schlagschrauber? Wozu braucht du den so'n Teil, Peter? Schon mal was von Muskelkraft gehört?

Na ja, blieb dem armen Peter wohl nix anderes übrig, als die fünf Radmuttern von Hand und mit Muskelkraft zu lösen.

Auf den Fotos gut zu erkennen, wie es dann aussieht, wenn man das Rad, solche schmalen Teerscheider 6.0x16 Zoll, runtergeschraubt hat. Als erstes kann mann nun die Bremsleitung entfernen. Damit keine Bremsflüssigkeit austreten kann, empfiehlt es sich, den Schlauch der Bremsleitung abzuklemmen. Wie ihr das macht, bleibt euch überlassen, wir haben eine "Schweißzange" genommen, um den Schlauch abzuklemmen – ging ohne Probleme.

Wenn es darum geht festgerostete Schraubverbindungen und der Gleichen zu lösen, hat Peter alles Mögliche an chemischem Zeug in seinen Wunderkisten auf der Ladefläches seines Landys verstaut. Aber mitunter hilft auch ein ganz einfacher Gabelschlüssel. Mit dem richtigen Biss geht die Schraubverbindung der Bremsleitung los (siehe Fotos 1 bis 4 der Fotoshow).

Als nächstes haben wir die zwei Spurstangen entfernen müssen. Aber wie bekommt  man zwei total verrottete Schrauben, die noch zusätzlich mit Splinten gesichert sind, am besten los?  Ist doch klar: erst einmal die Schrauben und Muttern mit Rostlöser einsprühen und dann warten und warten und........wenn man den Splint rauszieht, dann geht auch die Mutter auf. Gesagt, getan: Wir haben zuerste mit der Zange den Splint aufgebogen und dann mit dem Hammer den Splint rausgeschlagen – und dann geht auch die Mutter, die die Spurstangenköpfe am Lenkungsarm hält, ab.  Die Spurstangenköpfe müssen nun noch aus den Lenkungsarmen gelöst werden, um den Arm anschließend vom Swivelgehäuse zu lösen. Diese Arbeit kommt aber erst nachdem die Muttern ab sind.

Doch wie bekommt man die Spurstangenköpfe aus der Lenkungsarmaufnahme? Die Dinger haben ja einen Konus, so dass alles schön spielfrei passt. Es gibt auf dem Zubehörmarkt Abzieher für solche Arbeiten, aber das wäre ja so richtig langweilig! Wir haben uns für die etwas grobere, südafrikanischlike Buschmethode entschieden. Dazu nehme man einen passenden Hammer, aber nicht so einen Uhrmacherschlagmichtot-Hämmerchen von gerade mal 300 Gramm, sondern einen echt bayuwarisch-gewichtsmäßig-richtiges Schlagwerkzeug – im Allgemeinen auch Fäustl genannt. Damit gebe man dem Lenkungsarm ein gut plazierten Schlag auf die Seite. Der Spurstangenkopf sollte von alleine aus der konischen Aufnahme heraushüpfen.

Die Fotos 5 bis 9 der Fotoshow zeigen, wie Peter den Kingpin aus dem Swivelgehäuse entfernt und das Swivelgehäuse danach samt der Halbachsen am Boden liegt. Rechts unten im Bild ist noch ein Stück vom Lenkungsarm zu sehen.

Nun konnte sich Peter daran machen die Bolzen, die den Swivelball am Achsgehäuse halten, zu entfernen. Landy-Andi schaut interessiert zu. Irgendwann wird Andy wohl die gleiche Reparatur an seinem 109er machen dürfen (siehe Fotos 10 bis 12 der Fotoshow).

Da liegen nun alle Einzelteile (siehe Fotos 13), warten auf die Reinigung und dann irgenwann auf den Wiedereinbau, in der Hoffnung, dass Peter alles richtig macht und er noch mit dem Wagen nach Hause fahren kann. Na ja, ansonsten muss er halt eine Nacht in meinem Gästezimmer verbringen.

Nach dem Reinigen der einzelnen Komponenten machten wir uns daran, die Lagerschale des untern, konischen Kugellagers "einzupressen". In Ermangelung einer Presse kamen wir auf die Idee, es mittels dicker Unterlegscheiben und einer Gewindestange M16 zu probieren. Der Erfolg war echt recht sparsam. Also doch wieder die südafrikanischlike Buschmethode. Mit dem Fäustel und einem Stück Holz wird die Lagerschale nun "eingepresst".

Foto 14 zeigt das RAIKO-Bush, in welches sich der KINGPIN reinsetzt, wenn das Swivelgehäuse mit dem Swivelball wieder zusammengefügt wird. In Foto 15 ist zu sehen wenn der Swivelball wieder montiert wurde. Peter hat auch gleich die große Dichtung am Swivelball gewechselt. Wenn man das schon mal auseinander hat macht es ja auch Sinn gleich die anderen Verschleißteile mit zu wechseln. Was uns ein wenig überrascht hatte, war die Tatsache, dass das Kreuzgelenk der Halbachsen noch tadellos in Ordnung war. Bei meinem 88er sowie bei Guidos 88er waren immer die Kreuzgelenke der Halbachsen ausgeschlagen.
Die Fotos 16 und 17 zeigen das konische, untere Swivelkugellager. Dieses muss sehr gut gefettet sein, denn wir fahren ja mitunter auch immer wiedermal durch Wasser. Es wäre nicht so schön, wenn alles nach kurzer Zeit anfangen würde zu rosten.

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