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Leichtbau

Freud und Light

Foto: Paragon 19 Bilder

Durch die aktuelle CO2-Diskussion geraten schwere und leistungsstarke Autos unter Druck. Leichtbau verspricht Abhilfe. Zeit, Entwürfe von Kleinserienherstellern und alltagstaugliche Interpretationen des Themas unter die Lupe zu nehmen.

11.04.2007 Anja Wassertheurer Powered by

Wer hätte das gedacht: Mitten in den schönen neuen, so lang ersehnten, von der Politik herbeigeredeten und schließlich doch noch Realität gewordenen wirtschaftlichen Aufschwung platzt eine Bombe: der Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).

Der darin angekündigte bedrohliche Anstieg der Kohlendioxid-, Methan- und Lachgaskonzentration – der stärkste in den vergangenen 650.000 Jahren –, und die in dessen Folge prognostizierte Erderwärmung von 4,5 Grad Celsius bis zum Jahr 2100, führte in Deutschland zu einer CO2-Diskussion historischen und auch hysterischen Ausmaßes.

Leichte Werkstoffe liegen im Trend

Wie begründet die derzeit geführte Diskussion auch immer sein mag – neben Risiken birgt sie auch Chancen. Technologien und Werkstoffe, die bislang als zu aufwendig und teuer geschmäht waren, rücken nun in den Fokus.

Und so fielen auf dem Genfer Automobilsalon neben alternativen Antriebskonzepten wie Vollhybridmotoren oder Brennstoffenzellen vor allem die Interpretationen zum Thema Leichtbau auf. Die Range reicht von exotisch-kompromisslosen Kreationen wie dem KTM X-Bow oder dem Lotus 2 Eleven bis hin zu dem um 100 auf rund 1.500 Kilo Gesamtgewicht abgespeckten Lamborghini Gallardo Superleggera.

Der Artega GT – eine alltagstaugliche Leichtbaukreation

Ein besonderer - weil von einer just gegründeten Firma entworfener - Sportwagen war auch darunter. Die Idee des rundum alltagstauglichen, handlich-kleinen und sportlich austrainierten Autos wurde in der Entwicklungsabteilung des weltweit tätigen westfälischen Elektronikzulieferers Paragon geboren und war in Genf in Form eines seriennahen Prototypen zu bestaunen. Mit einem 300 PS starken, hinten quer montierten 3,6-Liter-V6 nebst Sechsgang-DSG, Hinterradantrieb, ungewöhnlich kompakten Abmessungen und einer von Henry Fisker entworfenen, kraftvoll markant gezeichneten Karosserie soll der Artega GT ab Anfang 2008 von Delbrück aus auf Kundenfang gehen.

Der leistungsstarke Sechszylindersauger von Volkswagen beschert dem Artega GT ein beachtliches Leistungsgewicht von 3,6 kg/PS. Über 270 km/h Höchstgeschwindigkeit und weniger als fünf Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h scheinen da durchaus realistisch zu sein. Die Gewichtsverteilung wird auf Grund des Heckmotors 60 zu 40 Prozent zu Gunsten der hinteren Antriebsachse betragen.

Allerdings standen nicht Alltagstauglichkeit, sondern kompromissloser, unmittelbarer Fahrspaß im Vordergrund. Türen sucht man in diesem, von edlem Karbon dominierten Umfeld daher ebenso vergebens wie ein festes Dach oder einen Kofferraum.

220 PS treffen auf 700 Kilo KTM

Der X-Bow wird über seitlich montierte Luftleitbleche bestiegen und ohne Filter genossen. Befeuert wir der zweisitzige Mittelmotor-Roadster von dem aus zahlreichen Audi-Modellen bekannten Zweiliter-TFSI-Motor. Seine 220 PS haben mit dem nur 700 Kilo schweren X-Bow leichtes Spiel: Pro Pferdestärke sind gerade einmal 3,2 Kilogramm in Marsch zu setzen. Seine Erbauer trauen dem Hardcore- Sportler beeindruckende 3,9 Sekunden bis 100 km/h und trotz der bei offenen Autos naturgemäß schlechteren Aerodynamik immerhin 217 km/h Höchstgeschwindigkeit zu. Im Herbst werden die ersten der rund 48.000 Euro teuren Vorserienmodelle zu den Kunden rollen.

Lotus 2 Eleven basiert auf dem Exige S

Der ab April im britischen Hethel gebaute Lotus 2 Eleven geht von Beginn an ohne Stückzahllimitierung an den Start. Der auf dem Exige S basierende Speedster ist wahlweise in einer Track- und einer straßenzugelassenen Version zu haben. Ob die in Großbritannien gültige Alltagsfreigabe auf Deutschland übertragbar ist, wird derzeit vom TÜV geprüft.

Einen Euro-Preis gibt es jedenfalls schon mal: 58.994 Euro muss berappen, wer ungefilterten Fahrspaß à l’anglaise erleben will. ABS und eine komplett deaktivierbare Traktionskontrolle hat der 670 Kilogramm schwere Brite mit an Bord.

Sportreifen von Yokohama, eine aus AP Racing-, Pagid- und Brembo-Komponenten zusammengesetzte Bremsanlage mit 288 Millimeter großen, rundum innenbelüfteten Scheiben und geschmiedete Fünfspeichen-Leichtmetallräder in edlem Schwarz runden das sportliche Gesamtpaket ab. Für Crash-Sicherheit sorgen ein glasfaserverstärktes Verbundwerkstoffmodul an der Fahrzeugfront und der an sechs Punkten fixierte Überrollbügel. Die gleichfalls aus ultraleichtem Verbundstoff gefertigte, dachlose Karosserie bringt gerade einmal 40 Kilo auf die Waage.

Ein Coupé von Donkervoort

Während sich Lotus und KTM kompromisslos offen gaben, präsentierte ausgerechnet der bislang ausschließlich auf Roadster spezialisierte niederländische Hersteller Donkervoort zum Thema Leichtbau ein Coupé.

Das Design ist gewöhnungsbedürftig

Vorn ist der hinterradgetriebene Zweisitzer seinen freistehenden Rädern treu geblieben, hinten werden die breiter gewordenen Pneus nun von Radhäusern ummantelt. Langweilig oder verschliffen tritt der D8 GT dennoch nicht auf. Das Design ist unverwechselbar und auch ein Stück weit gewöhnungsbedürftig.

Der Aerodynamik ist die aus zwei Karbonfaserschichten mit integriertem Überrollkäfig bestehende Dachkonstruktion ebenso zuträglich wie der Verwindungssteifigkeit. Auf Grund der glatteren Flächen soll der mit 270 PS stärkste GT nunmehr bis zu 245 km/h schnell sein. Tempo 100 ist nach 3,8 Sekunden erreicht. 50 der in Deutschland ab 107.000 Euro teuren Überflieger werden gebaut.

Der Gallardo musste abspecken

Unlimitiert verfügbar ist der durch den Einsatz leichter Werkstoffe um 100 Kilo gebrachte Lamborghini Gallardo Superleggera. Seit März steht der rund 1.500 Kilogramm schwere und 530 PS starke Allradler bei den Händlern. Wem es an einem verbesserten Sprintvermögen um zwei Zehntelsekunden bis 100 km/h gelegen ist, oder wer sich alternativ am vermutlich geringeren Kraftstoffverbrauch erfreuen will, der muss vergleichsweise tief in die Tasche greifen.

Mit rund 30.000 Euro Aufpreis lässt sich Lamborghini den Einsatz kohlefaserverstärkter und transparenter Kunststoffe üppig entlohnen. Dafür ist das elektrohydraulisch betätigte Sechsgang-Schaltgetriebe e.gear dann ebenso an Bord wie spezielle, mit Alcantara bezogene Rennsitze mit CFK-Schalen und eine leichtere Auspuffanlage mit vermindertem Abgasgegendruck.

Technische Daten
Artega GTKTM X-BowLamborghini Gallardo Superleggera
Grundpreis79.950 €54.562 €191.786 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4015 x 1882 x 1180 mm3738 x 1900 x 1205 mm4300 x 1900 x 1165 mm
KofferraumvolumenVDA300 L110 L
Hubraum / Motor3597 cm³ / 6-Zylinder1984 cm³ / 4-Zylinder4961 cm³ / 10-Zylinder
Leistung220 kW / 300 PS (350 Nm)177 kW / 240 PS (310 Nm)390 kW / 530 PS (510 Nm)
Höchstgeschwindigkeit273 km/h220 km/h315 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h4,8 s3,9 s3,8 s
Verbrauch8,9 L/100 km7,8 L/100 km17,0 L/100 km
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