Maserati Spyder Cambiocorsa: Mit offenen Karten

Mit dem Maserati Spyder Cambiocorsa entledigt sich Maserati seiner verstaubten Traditionen. Jetzt werden moderne Maßstäbe erfüllt.

Es muss sich niemand da-für genieren, beim Blick unters Blechkleid einen roten Kopf zu bekommen. Nacktheit ist bei Motoren ein seltenes Gut, werden neue Triebwerke doch meist mit attrappenartigen Motor-blenden drapiert, die nur noch billige Blenderfunktionen erfüllen.

Außerdem offenbart der 4,2-Liter-V8 optische Reize wie eine Moulin Rouge-Tänzerin. Die roten Zylinderköpfe lassen Betrachter über den roten Bereich an sich sinnieren, die runde Ansaugspinne über dem V-Ausschnitt des Motors wirkt ausladend und üppig.

Der Gegenpol zur Sportmaschine steckt in einem Schalter auf der Mittelkonsole. Zum Öffnen und Schließen nimmt sich das Verdeck alle Zeit der Welt; ganze 30 Se-kunden zum Aufmachen und sogar noch zehn mehr zum Zumachen.

Beides – die sportliche Duftnote genauso wie eine Portion Gelassenheit – ist auch im Innenraum verarbeitet. Das Cockpit wirkt auf den ersten Blick so lässig wie ein weit geschnittener Jogging-Anzug, entpuppt sich jedoch aus der Sitzposition hinter dem Volant so funktionell wie ein Renn-overall.

Der Längsverstellbereich der Sitze ist groß genug, um auch lange Beine zu verstauen, die Taillierung in den Rü-ckenlehnen hält den Oberkörper selbst in scharfen Kurven wie in Gardehaltung aufrecht. Instrumente und Bedienungselemente liegen exakt im Blickfeld und so gut zur Hand, dass man sich auch ohne abgeschlossenes Studium der Betriebsanleitung instinktiv zurechtfindet. Der unvermeidliche Bildschirm für Bordcomputer, Musikanlage, Telefon und Navigation (Aufpreis 2275 Euro) passt organisch in die zentrale Bedienungseinheit auf der Mittelkonsole.

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