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Mazda 6 Sport Kombi

Neuer Mittelklasse-Diesel im Test

Mazdas Mittelklasse bekommt einen neuen, 2,2 Liter großen Common-Rail-Diesel. Die 185 PS und 400 Newtonmeter des Mazda 6 Sport Kombi 2.2 MZR-CD lassen nachdrückliches Temperament erwarten. Dann mal los.

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Man hat sich inzwischen daran gewöhnt, dass Newtonmeter bei Turbodieseln immer gleich im Hunderterpack kommen. Und erinnert sich etwas melancholisch an die früheren, lethargischen Selbstzünder-Zeiten, als man sich noch über jedes Newtonmillimeterchen freute. Heute dagegen, da ein Audi Q7 V12 TDI mit 1.000 Nm protzt, hauen einen selbst die 400 von Mazdas neuem Common-Rail-Diesel nicht mehr wirklich vom Hocker. Anders als den alten Zweiliter-Motor mit 330 Nm und 140 PS gibt es den Nachfolger auf gleicher Basis mit zwei oben liegenden Nockenwellen und Ausgleichswellen in drei Leistungsstufen mit 125, 163 oder - wie im Test - 185 PS. Durch acht Millimeter mehr Hub wird der 2,2-Liter-Vierzylinder - ähnlich wie der neue, gleich große Vierzylinder-CDI von Mercedes - zum Langhuber, was einen besseren Durchzug verspricht. Dem gleichen Zweck dienen ein Turbolader mit variabler Schaufelgeometrie sowie der auf 2.000 bar gestiegene Einspritzdruck durch Düsen mit zehn statt bisher sechs Löchern.

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Neuer Diesel mit viel Temperament

Jedenfalls wuchtet der stärkste MZR-CD schon bei 1.000 Touren 280 Nm - so viel wie drei Renault Twingo 1.2 insgesamt. Obwohl er seine Leistung homogen entfaltet, sich weder eine Anfahrschwäche noch ein echtes Turboloch leistet, kommt der richtig große Kick erst bei 1.800/min.

Bis dahin wurde das Drehmoment eimerweise zu einem Hochplateau von 400 Nm aufgeschüttet, das erst bei 3.000 Umdrehungen abfällt. Mit seiner Kraft frisst der Mazda Autobahnkilometer und erklimmt leichtfüßig ganze Mittelgebirge. Dabei beeindruckt er mit Temperament und Durchzugsstärke - selbst bei hohem Tempo und in der lang übersetzten letzten Stufe der knackig-straff schaltbaren Sechsgangbox.

Das passiert ohne Drama, aber nicht ohne Geräusche. Denn der Selbstzünder erlaubt sich einen knurrigen Grundton, beim Eiskaltstart sogar lautes Nageln, und ist warm doch kaum lauter als ein Benziner. Dazu verbraucht er nur 7,5 Liter/100 km. Unverständlich aber, dass der Motor nur die Euro 4-Abgasnorm und nicht Euro 5 erfüllt. Weil der Diesel so unauffällig arbeitet, dauert es, bis man seine Qualitäten ganz erkennt.

Das passt zum Sport Kombi, einem Auto, das nicht sofort begeistert, sondern mit der Zeit überzeugt. Er hat keine Premium-Neurose und ist sich weder zu fein für den Weihnachtsbaumtransport noch für den Trip zum Recyclinghof, um die alte Waschmaschine zu entsorgen.

Ladevolumen von bis zu 1.751 Liter

Dabei hilft er mit viel Ladevolumen (519 bis 1.751 Liter) und guter Variabilität. Den Mechanismus, mit der sich die Rückbank nach zwei Handgriffen selbsttätig flach legt, nennt Mazda mit großer Ernsthaftigkeit Karikuri - und genauso ernsthaft und pflichtschuldig funktioniert er. Ohne umfassende Origami-Kenntnisse treibt einen dagegen die monströse Gepäckabdeckung fast zum Harakiri. Hat man das sperrige Biest wegen größerer Transportvorhaben aus der Halterung gerupft und in vier Schritten korrekt kleingefalzt, gilt es, die Kofferraumverkleidung großflächig zu demontieren, um das Rollo unter dem Boden zu verklappen - am besten gleich für immer. Während sich dieses Problem aus der Welt schaffen lässt, stört ein anderes dauerhaft: Für einen Reisekombi mangelt es dem 6 an Federungskomfort. In der getesteten Dynamic-Variante verschlechtern ihn die 18-Zoll-Räder mit ihrem niedrigen Querschnitt noch weiter.

Sicheres Kurvenverhalten und agiles Handling

Die straffe Abstimmung im Verbund mit der präzisen Lenkung sorgt nicht nur für ein agiles Handling und ein sicheres, weitgehend neutrales Fahrverhalten, sondern ermöglicht auch Kurvengeschwindigkeiten, mit denen man die Kinder im Fond oder den Golden Retriever im Kofferraum terrorisieren kann. Aber diese Fähigkeit dürfte für ein Familienauto eher selten kaufentscheidend sein.

Also besser die 2.500 Euro günstigere Exclusive-Variante wählen, die bis auf die Bixenon-Scheinwerfer schon alles Wichtige an Bord hat, und auf unnötige Extras wie den panischen Spurwechselassistenten verzichten. Den stärksten Diesel sollte man sich dagegen unbedingt gönnen - schon weil das 90 Nm schwächere Basis-Aggregat (125 PS) nur 1.400 Euro weniger kostet. Macht 15,56 Euro pro Nm. Billiger wird’s auch im Hunderterpack nicht.

Basisdaten
Marke Mazda
Modell 6 Kombi 2.2 MZR-CD
Baujahr 01/2009
Grundpreis 32.890 Euro
Motorbauart Reihenmotor
Zylinderzahl 4
Hubraum 2184 cm³
Leistung 185 PS (136 kW) bei 3500 U/min
max. Drehmoment 400 Nm bei 1800 U/min
Schadstoffeinstufung Euro 4
CO2-Ausstoß 152 g/km
Schaltung vollsynchronisiert
Gänge 6
 
Testwagenbereifung
Marke Dunlop SP Sport2050
Reifen (vorn) 225/45 R 18 W
Rädergröße (vorn) 7 1/2 J x 18
Reifen (hinten) 225/45 R 18 W
Rädergröße (hinten) 7 1/2 J x 18
Vorteile und Nachteile
  Positiv Negativ
Karosserie
  • der Klasse angemessen großer Innenraum
  • routinierte Verarbeitung
  • großer, leicht erweiterbarer Kofferraum
  • befriedigende Übersichtlichkeit
  • zum Teil unpraktische Bedienung
Fahrkomfort
  • gute Klimatisierung
  • wirksame Heizung
  • niedriges Geräuschniveau
  • zu straffe Fahrwerksabstimmung
  • harte, auf Dauer unbequeme Sitze
Antrieb
  • sehr kräftiger, durchzugsstarker und sparsamer Dieselmotor
  • temperamentvolle Fahrleistungen
  • gut abgestuftes, präzise schaltbares Sechsganggetriebe
  • deutliches Kaltstartnageln
Fahreigenschaften
  • sicheres Kurvenverhalten
  • stabiler Geradeauslauf
  • agiles Handling
  • großer Wendekreis
Sicherheit
  • umfangreiche passive Sicherheitsausstattung
  • kräftige und standfeste Bremsen
  • aufpreispflichtiger Spurwechselassistent mit vielen Fehlalarmen
Umwelt
  • niedriger Verbrauch
  • geringe Schadstoff-Emission
  • Rußpartikelfilter serienmäßig
  • erfüllt nur Euro 4-Norm
Kosten
  • umfangreiche Serienausstattung
  • drei Jahre Basisgarantie
  • stattlicher Kaufpreis
Fazit
Testwertung

Mit dem 185 PS starken Diesel bekommt der Mazda 6 Sport Kombi eine kräftige und sparsame Topmotorisierung. Ein neu entwickeltes Triebwerk müsste aber Euro 5 erfüllen. Zudem stört die straffe Federung.

Autor: Sebastian Renz
HAL9000 | 06.03.2009, 10:56 Uhr

AMS attestiert dem Mazda eine zu straffe Fahrwerksabstimmung und verbucht diesen Umstand auf der Negativseite. Merkwürdigerweise werden solche Abstimmungen bei Audi bzw. BMW immer als sportlich und damit positiv beurteilt.

Walter caremans | 04.03.2009, 15:24 Uhr

ich fahre jetz den neue aber mit 2.0l in vollaustattung( nur keine spurwechselasstenten gab es nicht)
und bin damit in 2 tage nach suden Spanien gefahren. und obwohl ruckenprobleme bin ich da ganz frisch rausgekommen ohne irgendwelche probleme.
fur den rest verstehe ich ihren bemerkungen. s ja ein japanner und kein deutsches auto. also zuviel lob kan nicht sein sonst wurde jeden den mazda kaufen

gruss aus Belgien

DINI | 22.02.2009, 11:22 Uhr

Bezüglich dem allgemeinen Preisniveau in der Mittelklasse ist es wohl wahr das auch der MAZDA 6 zwischenzeitlich ein stattlichen Preis hat. Jedoch gibt es im Vergleich zum Platz und Ausstattung nichts vergleichbares! Zudem verstehe ich nicht immer die hinkende Vergleiche mit VW & Co. im Cockpit-Design. Hier gibt es mit dem Passat nicht einmal im Ansatz ein gleiches Teil/optik. Mit viel Phantasie läßt sich immer viel erkennen. Kritik muss ich auch dem AMS-Tester geben, der mehr den mühevollen Ausbau der Laderaumabdeckung muniert als vielmehr dem praxisnahem und täglichen Vorteil des mitschwenkenden mechanismus. Genau das ist je das nervige an den meisten Kombis die mit lapprigen und mangelhaft geführten Laderaumabdeckungen ausgestattet sind.
In der Summe kann man MAZDA nur wieder ein kompliment assprechen, die auch in der Entwicklung mit Gewichtseinsparung und besserer Aerodynamik den richtigen Weg eingeschlagen haben. Verbesserungswürdig sind alle Autos, egal ob jung oder alt. Grüße.

Chris | 06.02.2009, 11:49 Uhr

^^was für ein Schwachsinn bei Mercedes/BMW/ Audi und co muss man für ein vergleichbar ausgestattes Auto in der Mittelklasse wenigstens 10.000 euro mehr ausgeben. Für 32.000 kriegst du bei Mercedes ein komplet nacktes Auto. Konfiguriert mal bei unseren deutschen Premiumherstellerin ein Auto zusammen. Der Mazda 6 ist vom Preis/Leistungsverhältnis unschlagbar. Wir fahren einen Mazda 6 Kombi jetzt seit 120.000 km ohne irgendwelche Defekte: gar kein Rost, noch nie E-Probleme, nie liegen geblieben ,.... Und das geniale BOSE-Soundsystem verwöhnt uns mit einem super Klang.

Valderon | 05.02.2009, 13:29 Uhr

Ich bin skeptisch, ob Mazda sich da das Cockpit von Passat, Golf und Co. kopiert hat. Wer es 2002 mitbekommen hat, weiß auch, dass damals die erste Reihe vom Mazda 6 auch schon so ähnlich aussah im Innenraum. Damals war die Rede, dass man sich bei den Italienern a la Alfa Romeo "umgeschaut" hat. Also würde ich auch sagen, dass Passat, Golf und Co. diesem Trend gefolgt sind - nicht umgedreht, denn die kamen erst 2003 (Golf V) und Passat (2005) auf den Markt.
Der Preis ist aber auch wirklich sehr europäisch schon, obwohl ich bezweifle, dass eine C-Klasse mit ähnlicher Ausstattung als C 220 CDI T günstiger kommt. Der würde neu bei 37800 € starten - ohne Extras. Als Elegance würden 2000 € dazu und als Avantgarde auch nochmal zusätzlich 2000 €. Wo ist da jetzt MB günstiger?
Also, nächste Mal bitte erst informieren, bevor man sich hier äußert.

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