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McLaren MP4-12C Spider, Heckansicht, Sonnenaufgang 34 Bilder Video Zoom

McLaren MP4-12C Spider im Test: Mehr Supersportler, denn Cabrio

Nein, nein und nochmals nein. Diesen einen Tag mit dem McLaren MP4-12C Spider wird der Regen nicht vermiesen. Wir werden die Sonne notfalls erzwingen und nehmen das Wetter-Radar als Kompass, fahren so lange, bis wir das Hoch erreichen.

McLaren MP4-12C Spider im Test 4

Wer nicht mit dem ersten Vogelzwitschern auf den Beinen ist, kommt im Zweifelsfall zu spät: Unser virtueller Routenplaner schickt uns auf der Suche nach Sonne ins Elsass – sagt für den Nachmittag aber Wolken voraus.

Zunächst ist es finster, kühl und nieselig, der Körper noch steif von der kurzen Nachtruhe. Es erfordert Yoga-ähnliche Verrenkungen, den McLaren MP4-12C Spider zu entern. Nach dem Preis ist der Einstieg die zweite Hürde, die Interessenten nehmen müssen.

Das rechte Bein stößt in den engen Fußraum des McLaren MP4-12C Spider vor. In einer Art Limbo muss die Flügeltür untertanzt werden, weil sie aufschert und nicht aufschwingt. Dann gleitet der Po in die Sitzschale, und das linke Bein zieht stark angewinkelt nach. Auf körperliche Unzulänglichkeiten nimmt der kompromisslose SupersportwagenMcLaren MP4-12C Spider keine Rücksicht. Der Spider wurde fürs Fahren konzipiert und taugt nicht fürs Posen an szenigen Locations; es sei denn, man will seine Ausstiegs-Performance belächeln lassen.

Die Enge im Innenraum des McLaren MP4-12C Spider fokussiert aufs Wesentliche. Als hätte Designer Frank Stephens direkt bei ihm Maß genommen, fließt das Cockpit um den Piloten herum. Links der breite Kohlefaser-Schweller, rechts die Mittelkonsole, die sich wie eine Mauer zum Beifahrersitz aufbaut. Und sofort ist die typische Klischee-Frage da, ob die zumeist männliche McLaren-Klientel beim Ausflug nicht gerne ihre Hand auf dem Oberschenkel ihrer Begleitung ruhen lassen würde.

Man liegt also im McLaren MP4-12C Spider in einer Art schmalen Badewanne, fast auf einem Niveau mit der Straße und fühlt sich sofort eins mit dem Zweisitzer. Anschmiegsamkeit ist schließlich ein Charakterzug englischer Wagen. So wie der strenge Geruch nach Klebstoff eigentümlich scheint für Lotus-Modelle – und leider für den McLaren.

Die Regen-Flucht ins Elsass führt über die bewölkte Autobahn und zur Erkenntnis, dass der McLaren MP4-12C Spider dank Verstell-Fahrwerk einen ausgesprochen guten Federungskomfort bietet. Doch seinem eigentlichen Wesen kommen wir erst jenseits der Fernstraßen auf die Spur, als sich die Straße immer stärker windet.

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McLaren MP4-12C Spider ist mehr Sportler als Cabrio

Obwohl er sich öffnen lässt, bleibt der McLaren MP4-12C Spider in erster Linie Supersportwagen und wird nur in zweiter zum Cabrio. Das Offenfahren stellt nicht seine eigentliche Bestimmung dar, sondern nur eine Option. Wir nutzen sie, denn tatsächlich strahlt die Sonne gerade mit ungeahnter Kraft.

Auf Knopfdruck weicht das Dach des McLaren MP4-12C Spider und faltet sich über dem Mittelmotor zusammen. Zum Test lassen wir die Heckscheibe als Schott stehen, so dass nur ein laues Lüftchen durch den Innenraum weht. Wer hart am Wind sein will, wird mit dem Zweisitzer nicht glücklich – wer offen fahren möchte, ohne seine Frisur zu riskieren, dagegen schon.

Interessanter ist es, die Heckscheibe des McLaren MP4-12C Spider bei geschlossenem Dach elektrisch herunterzufahren und so den Sound von dumpf-gedämmt bis hin zu metallisch-direkt zu modulieren. Im Vergleich zum Coupé-Testwagen klingt das Cabrio deutlich emotionaler: Die beiden Turbos des McLaren MP4-12C Spider bauen beim Gaswegnehmen so aufgeregt Ladeluft ab, dass es wie das Zischen von zwei kampfeslustigen Schlangen klingt.

Sanft baut sich der Schub auf; unter 3.500/min steckt der V8 im McLaren MP4-12C Spider in einem großen Turboloch fest, was das Herausbeschleunigen aus den Kurven des Grand Ballon ebenso lähmt wie die Ausschüttung von Glückshormonen. Erst darüber hat der Motor Schock-Potenzial: Der Druck des McLaren MP4-12C Spider reicht aus, um Beifahrer grün zu beschleunigen.

Autonis 2014

McLaren MP4-12C Spider will aktiv gelenkt werden

Auf der Rennstrecke fühlt sich der 3,8-Liter im McLaren MP4-12C Spider dagegen fast wie ein Sauger an – hier sinkt die Drehzahl so gut wie nie unter 5.000/min, und darüber hängt das Triebwerk feinnervig am Gas, explodiert Richtung 8.500/min. Man würde jetzt einen Schaltkick wie im Ferrari 458 Italia erwarten, doch das Doppelkupplungsgetriebe des McLaren wechselt die Stufen zwar schnell, aber eher weich.

Auf der Piste fällt übrigens auch nicht auf, dass der Lenkung des McLaren MP4-12C Spider nahezu jedes Rückstell-Moment fehlt; bei der Ideallinien-Suche wird schließlich immer aktiv zurückgelenkt. Doch wer am Berg das Lenkrad nach dem Scheitelpunkt kontrolliert durch die Hände fließen lassen will, droht am Ausgang mit dem McLaren MP4-12C Spider in die Botanik abzubiegen. Das Herauslenken ist lästig, denn der McLaren MP4-12C Spider jagt mit Vorliebe Kurven – schmal wie er ist, schlängelt er sich durch jede Engstelle.

Das Fahrwerk des McLaren MP4-12C Spider ist untersteuernd ausgelegt, was man aber auf der Landstraße nicht spürt. Dort geht die Vernunft längst vor dem Grenzbereich vom Gas, während Beifahrern bereits schwindelig wird. Bei den Fahrdynamik-Tests zeigt der Supersportler superbe Sportlichkeit. Dagegen fehlt ihm für noch schnellere Rundenzeiten das zackige Einlenken eines Ferrari 458 Italia.

Obwohl der McLaren MP4-12C Spider immer wieder sein kaum fassbares Potenzial aufblitzen lässt, bleibt viel Raum für Verbesserungen. Der Parkpiepser etwa ist so leise, dass ihn das Radio schon bei zahmer Lautstärke übertönt. Die D- und R-Taste des Doppelkupplungsgetriebes reagieren häufig nicht auf den ersten Druck. Der Drehzahlmesser zuckt, statt sämig zu eilen. Der Lüfter der Klimaanlage läuft laut. Das Bedienkonzept des Multimedia-Systems im McLaren MP4-12C Spider ist schlicht eine Katastrophe. Und der Monitor spiegelt so stark, dass er oft nicht ablesbar ist.

Zudem kann der einarmige Wischer des McLaren MP4-12C Spider bei starkem Regen kaum das Sichtfeld frei halten. Unglücklicherweise schüttet es auf der Heimfahrt aus Kübeln. Es scheint die Rache des 2013er-Wetters zu sein, dass wir uns einfach über seine Boshaftigkeit hinweggesetzt haben. Nach diesem sonnigen Vormittag können wir damit aber gut leben ...

Marcus Peters

Foto

Hans-Dieter Seufert

Ausgabe

Heft 13/2013
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