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Mercedes CLS 500 Shooting Brake im Test

Jagdschein statt Führerschein

Mercedes CLS 500 Shooting Brake, Seitenansicht Foto: Ingolf Pompe 41 Bilder

Mercedes macht aus dem Coupé CLS mit verlängertem Rücken den Mercedes CLS Shooting Brake. Im Test die 4,7-Liter-Version mit 408 PS.

05.11.2012 Malte Jürgens

Unwahr ist, dass beim Erwerb eines Mercedes CLS 500 Shooting Brake mit dem 4,7-Liter-V8 in der hier getesteten Version neben der Summe von 106.909 Euro auch noch ein gültiger Jagdschein vorgelegt werden muss. Der Luxus-Kombi, abgeleitet aus dem viertürigen Coupé CLS, erinnert also nur dem Namen nach an die legendären britischen Jagdwagen, die sich einst Lords und Maharadschas auf edelsten Fahrgestellen etwa aus den Häusern Rolls-Royce und Aston Martin zimmern ließen.

Auf Beutezug würde es ihm an schierem Tempo dagegen nicht gebrechen. Das höchste Giraffen-Tempo, 50 km/h, erreicht der Mercedes CLS 500 Shooting Brake bereits nach 2,1 Sekunden, das Zebra (70 km/h) überholt er eine Sekunde später, und selbst eine gut eingelaufene Gazelle hängt der Mercedes schon fünf Sekunden nach dem Start ab; dann ist er nämlich mit 100 km/h unterwegs, wogegen im hübschen Horntier bei Tempo 96 der Begrenzer einsetzt.

Mercedes CLS 500 Shooting Brake rennt bis 250 km/h

Allein die gefiederten Freunde könnten dem eleganten Kombi Konkurrenz machen. Während der nämlich bei 250 km/h elektronisch abriegelt, saust ein Wanderfalke im Sturzflug mit bis zu 314 km/h vorbei, und sobald ein Fregattvogel antritt, sieht selbst ein Mercedes CLS 500 Shooting Brake mit 408 PS alt aus: Der räuberische Hochseekormoran soll im Sturzflug schon mit 400 km/h durchs Ornithologenradar gezischt sein.

Bleibt der Jagderfolg des Shooting Brake in Herzensangelegenheiten. Sportlich eingestellte Fahrer mit Hang zur Formgestaltung dürften ihm auf der Stelle erliegen. Die Karosserieform wurde im Test als absoluter Hingucker erlebt; ihre gestreckte Torpedo-Silhouette besitzt die Anmutung animalischer Grazie, und die Passanten schauen dem Mercedes CLS 500 Shooting Brake auffällig lange hinterher.

Die Sonderfarbe der Designo-Linie, hier ein mattes Kaschmirweiß magno, bildet einen kunstvollen Kontrast nicht nur zu den Wettbewerbern, die sich gern in schwarz spiegelnden Klavierlack kleiden. Optisch nötig sind dabei die optionalen 19-Zoll-Räder. Alle Maße darunter harmonieren nicht mit dem mächtigen Körper, der sich mit einem Luftwiderstandsbeiwert von cW 0,31 als erfolgreich geglättet erweist.

Die Mercedes-Sitze sind oft gelobt worden wegen ihrer guten Ergonomie, ihres prächtigen Seitenhalts und der zahlreichen Justierungsmöglichkeiten. Im Mercedes CLS 500 Shooting Brake haben sie sich nicht verschlechtert. Das Einsteigen in den Fond erfordert bei größeren Passagieren allerdings Sorgfalt und Vorsicht, da die tief hinabgezogene Dachlinie sonst einen Scheitel ganz eigener Art zieht.

Vielleicht weltbeste Kombination von Motor und Getriebe

Was Motor und Getriebe mit dem leer immerhin gut zwei Tonnen wiegenden Jagdwagen anstellen, verdient tiefen Respekt. Wie mühelos er durchzieht, und wie sich die hauseigene Siebengang-Wandlerautomatik durch die Schaltstufen zappt, macht ihr so schnell und sanft kaum ein Wettbewerber nach. Nach 17 Sekunden liegen bereits 200 km/h an: Hier ist eine der weltbesten, wenn nicht gar die weltbeste Kombination von Motor und Getriebe unterwegs; diese Art von mechanisch-elektronischem Luxus hat sich für einen Spitzenplatz im automobilen Artenschutz-Programm längst qualifiziert, zumal auch der Verbrauch des Mercedes CLS 500 Shooting Brake passt.

Nicht nur beim Beschleunigen, sondern auch auf der Bremse überzeugt der Mercedes CLS 500 Shooting Brake: Mit kalten Scheiben steht der unbeladene CLS aus 100 km/h schon nach 35 Metern - beachtlich für ein Technik-Paket von diesem Gewicht. Parkt der Shooting Brake erst mal, zum Beispiel Samstag abends in Downtown, lädt er wie von allein zur Jagdpartie ein, und nicht nur die Waidmädchen mit den Stilettos verspüren seine Magie. Da stört es dann auch nicht, wenn er von einem Rotkehlchen mit 35 km/h überholt wird.

Vor- und Nachteile

  • harmonischer Komfort
  • bequeme Sitze
  • perfekte Kombination aus leistungsstarkem, spontan ansprechendem Turbomotor und sanft schaltender Siebengang-Automatik
  • präzise Lenkung
  • sehr sicheres Fahrverhalten
  • effiziente und standfeste Bremsen
  • akzeptabler Benzinverbrauch
  • erschwerter Einstieg hinten
  • ingeschränkte Übersichtlichkeit
  • hohe Anschaffungs- und Unterhaltskosten
  • nur zwei Jahre Basisgarantie

Fazit

Neben seiner attraktiven Optik überzeugt der Shooting Brake mit hohem Antriebs- und Federungskomfort sowie präzisem Fahrverhalten.

Technische Daten
Mercedes CLS 500 Shooting Brake
Grundpreis82.229 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4956 x 1881 x 1416 mm
KofferraumvolumenVDA590 bis 1550 L
Hubraum / Motor4663 cm³ / 8-Zylinder
Leistung300 kW / 408 PS (600 Nm)
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h5,3 s
Verbrauch9,2 L/100 km
Testverbrauch12,3 L/100 km
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