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Mercedes GLK 280

Kompakt-SUV mit V6 im Top-Test

Foto: Hans-Dieter Seufert 34 Bilder

Kantige Optik, umgänglicher Charakter: Der Mercedes GLK umgibt sich auf seinem Weg zwischen Carport, Boutiquenmeile und Schotterprüfung mit einen Hauch von G-Modell. Im Top-Test der GLK 280 mit 231-PS-V6.

17.10.2008 Jörn Thomas

Wilde Marketing-Rangiererei kann sich Mercedes sparen: Die Lücke für den GLK ist so groß, dass man ihn locker in einem Zug parken kann. Irgendwo zwischen Asphalt-Junkie BMW X3, Spätstarter VW Tiguan und dem bereits drängelnden Audi Q5. Mit klaren Linien, Mut zur Kante und dem Verzicht auf Crossover-Gedöns und coupé hafte Linien transportiert er einen Hauch von G und GL in den Clan der Kompakt-SUV. Einstieg und Übersicht profitieren von schmalen, nahezu senkrechten Seitenpfosten und dem geometrisch klaren Aufbau.


Mit gutem Willen lassen sich die vorderen Karosserieecken erspähen, große Fensterflächen und die relativ niedrige Gürtellinie erleichtern zudem den Blick zur Seite oder über die Schulter. Nur nach schräg hinten sieht es wegen der breiten D-Säulen mau aus. Im Cockpit setzt sich der kubisch-luftige Eindruck fort, hier mimt der GLK C-Klasse mit G-Akzent. Etwa beim kurzen Instrumententräger, der gemeinsam mit der bauhausartigen Mittelkonsole und der 50 Grad steilen Frontscheibe das Raumgefühl verbessert.

Ob die kleinteilige Gestaltung des Armaturenbretts tatsächlich an einen Breakdancer erinnert, wie es ein Mercedes-Designer postuliert, sei mal dahingestellt. Fakt ist, dass es der GLK seinem Nutzer leicht macht. Es beginnt bei klar beschrifteten, griffgünstig angeordneten Tasten und Reglern und reicht bis zur aufpreispflichtigen Infotainment-Abteilung mit Festplattenspeicher. Der feststehende Monitor liegt im Blickfeld, das Menü präsentiert sich ebenso eingängig wie die Bedienung über den Dreh-Drück-Steller auf der Mittelkonsole. Schnelle Reaktionen auf Befehle sowie eine ausgeprägte Eingaberedundanz überzeugen ebenso wie die hervorragende Sprachsteuerung, die sogar mit trägen Nuschlern klarkommt.

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Top-Test Mercedes GLK 280
auto motor und sport 21/2008
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Mercedes GLK - der neue SUV von Mercedes 1:31 Min.

Träge und vernuschelt

Träge und vernuschelt: Das gilt allerdings auch für den Klang des Basis-Soundsystems, dessen dumpf verhangene Höhen sich limitierend auf den Spaßfaktor legen. Deutlich akkurater reagiert der serienmäßig vierradgetriebene GLK (Anhängelast zwei Tonnen) auf miserable Grip-Bedingungen. Die Technik entspricht im Wesentlichen der 4matic in C- und S-Klasse und teilt der Vorderachse permanent 45 Prozent der Antriebskraft, der Hinterachse 55 Prozent zu.

Hinzu kommt eine Kupplung im Mittendifferenzial, die bei Bedarf 50 Newtonmeter Sperrwirkung entfaltet. Ansonsten verlässt sich der GLK auf den bewährten elektronischen Beistand. Auch beim Offroad-Technik-Paket, das für 702 Euro extra eine Bergabfahrhilfe per Tempomathebel im Bereich von vier bis 18 km/h sowie eine geländespezifische Abstimmung inklusive Gelände-ABS mitbringt. Außerdem schützt der aufgerüstete GLK seine Unterseite mit Protektoren aus Stahl und faserverstärktem Kunststoff sowie Gleitkufen am Unterboden.

Schwielige Rubicon-Kraxler

Derart gerüstet, wühlt der 4,53 Meter lange SUV noch einfacher durchs Gelände, erklimmt Steilhänge und rodelt sie schwungvoll wieder runter. Schwielige Rubicon-Kraxler dürften sich angesichts von nur 20 Zentimeter Bodenfreiheit, 30 Zentimeter Wattiefe und der mäßigen Verschränkung wegen der Einzelradaufhängungen trotzdem gähnend abwenden.

Damit entgeht ihnen das Wohlfühl- Programm des GLK, der seine Passagiere nicht nur mit einer üppigen Sicherheitsausstattung inklusive Knieairbag (Serie), Presafe und dem intelligenten Lichtsystem ILS (Option) beschützt, sondern sie auf straffe, langstreckentaugliche Seriensitze platziert und ihnen vorn wie hinten eine Extraportion Kopffreiheit gönnt.

Hinzu kommen ein dezentes Innengeräusch- Level und die geschmeidige Federung. Trotz des Sportpakets mit 19-Zöllern sowie einer Karosserietieferlegung um 20 Millimeter kassiert das Fahrwerk mit seinen serienmäßigen adaptiven Dämpfern (siehe Spotlight) Flickstellen ebenso gelassen wie lange Wellen. Dabei wiegt der GLK, ohne zu wogen, beruhigt sich auch nach heftigen Anregungen schnell - ein Therapeutikum für Sport-SUV-Geschädigte.

Leicht beherrschbar

Beim langsamen Abrollen und auf Querfugen spürt man allerdings den komfortmindernden Einfluss des Sportpakets. Dafür hilft es dem GLK beim Bremsen: Selbst nach dem zehnten Stopp steht er trotz 630 Kilogramm Zuladung nach 37 Metern aus Tempo 100 - transparentes Pedalgefühl inklusive. Den Rest des auto motor und sport-Fahrdynamikprogramms erledigt der Mercedes ebenfalls gelassen. Ob schnelles Ausweichen oder Slalom, der 1,9-Tonner bleibt stets leicht beherrschbar. Spürbare ESP-Eingriffe dokumentieren dabei die sicherheitsorientierte Abstimmung.

Auch die Parameterlenkung arbeitet leichtgängig, homogen, stoßfrei und mit der mercedestypisch beruhigenden Mittellage. Verspannungen stellen sich erst bei harschen Kommandos ein. Trotzdem: Beherzte Ideallinien-Feiler wünschen sich mehr Rückmeldung. Doch für diese Ideallinien-Feiler ist der GLK 280 ohnehin nicht gemacht. Zwar passiert er Kurven zügig, bei leicht untersteuerndem bis neutralem Eigenlenkverhalten, zum feurigen Landstraßentänzer reicht es dem komfortorientierten SUV aber nicht.

Dazu müsste sich sein Dreiliter-Benziner erst mal eine Testosteron-Spritze genehmigen. So aber mag der 90-Grad-V6 am liebsten gleiten - gern auch per Tempomat -, kultiviert anschieben und im Hintergrund dunkel summend und sahneweich durch die sieben Stufen der serienmäßigen Automatik wandeln. Diese hält in Stufe C ihr Komfortversprechen und rafft sich in "S" zu einem zarten Dynamik-Anflug auf.


Dennoch, die 231 PS und 300 Newtonmeter haben spürbar mit Gewicht und Fahrwiderständen zu kämpfen. Vor allem Diesel-Verwöhnte sehnen sich nach dem satten Punch bei Turbo-Einsatz. Ausdrehen ändert daran wenig, was sogar ambitionierte Schaltwippen- Nutzer einsehen und diese Option bald ebenso in Ruhe lassen wie das Gaspedal vom Bodenblech.

Zumal sich eine ausgeglichene Fahrweise lindernd auf den Verbrauch auswirkt, der 13,4 Liter/100 km beträgt. Die zurückhaltend absolvierte Normrunde zeigt mit 9,7 Litern das Potenzial des GLK 280. Drehmomentfreaks greifen ohnehin zum 320 CDI, während Ökonomen auf den 220 CDI mit seinem neuen Vierzylinder-Diesel setzen dürften. Egal wie: Laufkultur-Freunde werden auch den 280 bei sich parken lassen.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gute Platzverhältnisse für Passagiere und Gepäck
  • saubere Verarbeitung
  • sehr einfache Bedienung
  • ordentliche Übersichtlichkeit
  • Variabilität nur Durchschnitt
  • teils nüchterne Gestaltung
Antrieb
  • ausgeprägte Laufkultur
  • ordentliche Fahrleistungen
  • geschmeidige Automatik
  • mäßige Durchzugskraft
  • eingeschränkte Drehfreude
Fahrkomfort
  • geschmeidige Federung
  • bequeme Sitze
  • niedriges Innengeräuschlevel
  • gute Klimatisierung
  • etwas straff auf Querfugen
Fahreigenschaften
  • sicheres Kurvenverhalten
  • stabiler Geradeauslauf
  • leichtgängige Lenkung
  • gutes Handling
  • einfache Beherrschbarkeit im Gelände
Sicherheit
  • sehr gute Verzögerung auch bei μ-split
  • umfangreiche Sicherheitsausstattung
Kosten
  • voraussichtlich geringer Wertverlust
  • hoher Anschaffungspreis
Umwelt
  • etwas hoher Kraftstoffverbrauch

Fazit

Komfortabel, benutzerfreundlich und sicher: Der nicht billige GLK verzichtet auf Dynamik-Avancen, profiliert sich als vollendeter Alltagsbegleiter mit Reserven fürs Gelände. Der Dreiliter könnte bissiger loslegen.

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Technische Daten
Mercedes GLK 280
Grundpreis43.554 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4525 x 1840 x 1689 mm
KofferraumvolumenVDA450 bis 1550 L
Hubraum / Motor2996 cm³ / 6-Zylinder
Leistung170 kW / 231 PS (300 Nm)
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h7,6 s
Verbrauch10,4 L/100 km
Testverbrauch13,4 L/100 km
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