Mercedes S 500 im Test: Downsizing in der Oberklasse

Mercedes S 500

Mercedes stattet den S 500 mit einem neuen Motor aus. Der neue V8-Direkteinspritzer funktioniert nach dem Prinzip "mehr Leistung, weniger Verbrauch". Kann das neue Triebwerk die an eine Luxuslimousine gestellten Ansprüche befriedigen?

Rauf auf den Autobahnzubringer, die lange Rechts anbremsen, Ideallinie treffen, aufs Gas, Beschleunigungsstreifen ausnutzen. Auf die freie Autobahn, am Gas bleiben - und nach wenigen Sekunden schon im Tempobegrenzer stecken. Nein, das hier wird kein Sportwagentest, sondern beschreibt eine Begebenheit im Rahmen des Tests eines Mercedes S 500.

Mercedes S 500 mit 4,7 Liter großem V8-Direkteinspritzer

Im Zuge der CO2-Absenkung bekam die große Limousine Mercedes S 500 statt des bisherigen 5,5-Liter-Saugmotors einen 4,7 Liter großen V8-Direkteinspritzer, dessen zwei Turbolader mit jeweils 0,9 bar Ladedruck übers Hubraummanko hinwegtrösten. 435 PS und 700 Newtonmeter (ab 1.800/min) ergeben ein beeindruckendes Plädoyer fürs Downsizing. Der neue Mercedes S 500 schiebt im Test ab Standgas ebenso wuchtig wie kultiviert an, lässt die Passagiere per Massenträgheit die hervorragende Polsterung der vielleicht bequemsten Autositze der Welt ausloten.

Sogar klingen kann der Mercedes S 500: Trotz der geräuschdämmenden Turbos schmuggelt sich noch genug dunkles Wummern ans Ohr, Sensible erhaschen zudem subtiles Laderpfeifen. Toll. Und sparsamer ist der V8-Biturbo des Mercedes S 500 auch noch - dank einem Eco-Programm, das der Siebengangautomatik sehr ökonomische Schaltpunkte auferlegt und den Motor im Stand selbstständig abstellt und danach auch kaum merklich wieder startet.

Getriebe mit weniger Wandlerschlupf

Das optimierte Getriebe des Mercedes S 500 erlaubt weniger Wandlerschlupf sowie wegen spezieller Schwingungstilger niedrigere Drehzahlen ohne störende Vibrationen. Auf dass nichts das geschmeidige Fortkommen störe. Spätestens seit Daimler der S-Klasse die Direktlenkung mit ihrer unterschiedlich verzahnten Lenkstange spendiert hat, umrundet der Zweitonner Kurven sogar mit oberklassig-angemessener Dynamik. Geradeausfahren konnte die Mercedes S-Klasse ja schon immer, auf Luftfedern und Adaptivdämpfern schweben sowieso. Ergo: fünf Sterne, was sonst? 

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Jörn Thomas

Autor:

auto motor und sport, Heft 23 / 2010

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